Leonhard Wassiq & Helmut Waitzer (Wolf Theiss) – 10 Jahre AI im Legal-Bereich – was hat sich verändert?

Leonhard Wassiq und Helmut Waitzer - 10 Jahre AI im Legal-Bereich – was hat sich verändert?

Leonhard Wassiq (CDTO bei Wolf Theiss) und Helmut Waitzer (CIO bei Wolf Theiss) waren für den Confare CIOAWARD nominiert. Die beiden Top-Nominees haben im Confare Behind the Badge Interview den Scheinwerfer auf die Relevanz von IT einer Anwaltskanzlei geworfen. Wie können Themen wie KI erfolgreich eingesetzt werden, welchen Mehrwert es für das Unternehmen bringt und vieles mehr erwartet Sie in diesem Blog.

Die beiden stellen sich außerdem dem Voting für den Confare ImpactAward. Hier entschiedet keine Jury, sondern Sie! Voten Sie täglich für Ihre Favoriten und bestimmen Sie mit, wer auf unsere Bühne gerufen wird. Alle Infos zum Award und Einreichungsunterlagen finden Sie HIER

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung bei Wolf Theiss in der Praxis?

Leonhard Wassiq:
Eine sehr zentrale. Wir schaffen die Grundlage für alles, was in Zukunft auf uns zukommt.

Es braucht eine stabile IT, aber auch eine organisatorische Verankerung von Innovation. Beides muss zusammen funktionieren.
Unser Ziel ist es, klientenzentriert zu bleiben und gleichzeitig schnell zu reagieren.

 

Wie siehst du die Rolle der IT in einer Kanzlei?

Helmut Waitzer:
Sehr wichtig. Unsere Anwältinnen und Anwälte arbeiten zu jeder Tageszeit. Daraus ergibt sich ein klarer Anspruch an Verfügbarkeit und Stabilität.

Die Basis muss funktionieren. Erst dann kann man über Innovation sprechen.
Gerade Themen wie AI brauchen ein stabiles Fundament, damit sie sinnvoll eingesetzt werden können.

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AI wird aktuell intensiv diskutiert. Welche Rolle spielt das bei euch?

Helmut Waitzer:
Wir beschäftigen uns schon seit 2016 mit AI im Legal-Bereich. Damals mit gemischten Ergebnissen.

Mit den aktuellen Entwicklungen hat das Thema deutlich an Dynamik gewonnen.
Gleichzeitig stehen Fragen rund um Datenschutz und Security im Vordergrund.

Unsere Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem solche Technologien sicher eingesetzt werden können.

Leonhard Wassiq:
Wir starten nicht mit Technologie, sondern mit einem Rahmen für die Organisation.

Zuerst geht es darum, Anwendungsfälle zu identifizieren.
Welche Themen betreffen mehrere Bereiche?
Wo gibt es konkrete Herausforderungen?

Wir kombinieren Plattformlösungen, Legal-Tech-Anwendungen und klassische Business-Applikationen.
AI ist ein Teil davon, aber nicht die einzige Antwort.

 

Das klingt nach einem strukturierten Vorgehen. Wie stellt ihr sicher, dass daraus konkrete Umsetzung entsteht?

Leonhard Wassiq:
Wir haben einen klaren Prozess definiert. Anforderungen werden gesammelt, bewertet und priorisiert.

Erst danach gehen wir in einen Proof-of-Concept.
Wichtig ist, dass die Fachbereiche aktiv eingebunden sind und Dinge im Arbeitsalltag testen.

Gerade im juristischen Umfeld ist das nicht selbstverständlich, weil Zeit ein kritischer Faktor ist.

 

Helmut, was verändert dieser Ansatz aus IT-Sicht?

Helmut Waitzer:
Wir haben damit viele spontane Tool-Anfragen strukturiert.

Früher gab es oft Zurufe wie „Ich habe ein Tool gesehen, können wir das ausprobieren?“.
Heute läuft das über einen klaren Prozess, bei dem auch Datenschutz und Sicherheit berücksichtigt werden.

Das hilft uns, die passenden Lösungen auszuwählen und langfristig stabil zu betreiben.

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Ihr arbeitet als CIO und CDO sehr eng zusammen. Wie funktioniert dieses Zusammenspiel?

Helmut Waitzer:
Wir stimmen uns regelmäßig ab und haben klare Austauschformate.
Natürlich gibt es unterschiedliche Sichtweisen, aber genau daraus entstehen gute Lösungen.

Leonhard Wassiq:
Diese Unterschiede sind wichtig.

Wir bringen unterschiedliche Perspektiven ein und übersetzen zwischen Fachbereich und IT.
Das Ziel ist immer eine Lösung, die für das Unternehmen funktioniert.

Eine gewisse Reibung gehört dazu. Entscheidend ist, dass sie zu einem Ergebnis führt.

Was ist euer Zielbild für die digitale Transformation bei Wolf Theiss?

Leonhard Wassiq:
Transformation braucht ein gemeinsames Bild. Dieses kommt vom Management und den Partnern.

Wir haben die Strukturen aufgebaut, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.
Der Fokus liegt auf Kompetenzen: juristisches Know-how kombiniert mit Daten- und Technologieverständnis.

Das Thema „Lawyer of the Future“ spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Welche Themen stehen aus IT-Sicht im Fokus?

Helmut Waitzer:
Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit.

Technologien entwickeln sich schnell, Update-Zyklen werden kürzer.
Unser Ziel ist eine stabile Basis, auf der wir weiter aufbauen können.

Dazu gehören auch Themen wie Cloud, Security und Datensouveränität.

Datensouveränität wird aktuell stark diskutiert. Spielt das bei euch eine Rolle?

Helmut Waitzer:
Ja, sehr stark.

Wir beschäftigen uns intensiv damit, wo unsere Daten liegen und wie wir damit umgehen.
Geopolitische Entwicklungen verstärken diese Fragestellungen zusätzlich.

Leonhard Wassiq:
Das ist ein zentraler Punkt.

Es gibt keinen universellen Ansatz, der überall funktioniert.
Man muss die eigene Struktur und Anforderungen berücksichtigen und darauf aufbauen.

 

Transformation bedeutet immer auch Veränderung. Wie gelingt das im Zusammenspiel?

Leonhard Wassiq:
Es beginnt mit Vertrauen und einem offenen Austausch.

Wir haben uns bewusst Zeit genommen, um unsere Rollen und Stärken zu klären.
Man muss bereit sein, sich überzeugen zu lassen – in beide Richtungen.

Transformation ist eine Führungsaufgabe. Ohne dieses Verständnis funktioniert es nicht.

 

Was bedeutet die Nominierung für den Confare CIOAWARD für euch?

Helmut Waitzer:
Für mich ist es eine Bestätigung der bisherigen Arbeit.

Leonhard Wassiq:
Für mich zeigt die Nominierung, dass dieses Zusammenspiel funktioniert.

Digitalisierung ist keine Aufgabe einer einzelnen Rolle.
Sie entsteht durch Zusammenarbeit und durch die Verbindung unterschiedlicher Perspektiven.

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