„102 % Unternehmergeist“ – Was ein CIO heute wirklich leisten muss

by Cansu Karacan

Andreas Kranabitl (SPAR ICS): „102 % Unternehmergeist“ – Was ein CIO heute wirklich leisten muss

Was bedeutet es heute, als CIO wirklich schöpferisch tätig zu sein? Und wie gelingt es, IT nicht als Kostenstelle, sondern als strategischen Werttreiber zu positionieren? Genau darum geht es beim Confare CIOSUMMIT 2026, der am 25. und 26. März in Wien stattfindet – unter dem Motto: „Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.“

Einer, der dieses Motto nicht nur versteht, sondern lebt, ist Andreas Kranabitl, Managing Director der SPAR ICS, der IT-Unit der SPAR Österreich-Gruppe. Im Gespräch mit Michael Ghezzo spricht Kranabitl offen über kreative Freiheit, unternehmerisches Denken in der IT und darüber, wie Digitalisierung in Unternehmen nicht nur verstanden, sondern auch wirksam umgesetzt werden kann.

Michael: Beim Confare CIOSUMMIT 2026 dreht sich alles um das Motto “Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.” Einer, der sich mit Digitalisierung im Unternehmenskontext bestens auskennt, ist Andreas Kranabitl, Geschäftsführer der SPAR ICS und damit CIO der SPAR Österreich-Gruppe. Willkommen zum Interview, Andreas!

Andreas: Hallo Michael, freut mich, dabei zu sein.

Michael: Im letzten Jahr haben wir unter dem Motto “Balancing in Challenging Times” die Gratwanderung zwischen Stabilität und Transformation beleuchtet. Wie viel Raum gibt es denn für dich als CIO in dieser Vielfalt an Aufgaben, auch wirklich kreativ, vielleicht sogar “schöpferisch” tätig zu sein?

Andreas: Ich tue mir ehrlich gesagt mit Formulierungen wie “Keeping the lights on” schwer. Das ist Grundvoraussetzung. Das ist unser Job. Die Frage ist doch: Was lässt das Unternehmen zu? Schöpferisches Arbeiten hängt stark davon ab, ob das Unternehmen bereit ist, diesen Weg mitzugehen. Ich sehe CIOs scheitern, weil sie in Organisationen arbeiten, die Digitalisierung weder verstanden noch verinnerlicht haben. Das ist frustrierend.

Michael: Also brauchst du als CIO nicht nur Freiraum, sondern auch Rückenwind aus dem Unternehmen?

Andreas: Absolut. Wenn das Unternehmen offen dafür ist, dann liegt es an mir, Digitalisierung strategisch und taktisch so voranzutreiben, dass sie ins Unternehmen passt. Ich muss verstehen, wie ich Digitalisierung kommuniziere, wie schnell ich das Unternehmen mitnehmen kann. Und ich muss zeigen, dass ich kein Spinner bin, der nur mit KI spielt, sondern dass ich zum Unternehmenserfolg beitrage.

Michael: Wie gelingt es dir, Fachbereiche nicht nur zu überzeugen, sondern für die Transformation wirklich zu begeistern?

Andreas: Indem man Partnerschaften auf Augenhöhe aufbaut. Wir in der IT waren jahrzehntelang “die im Keller, die Geld verbrennen”. Heute zeigen wir, dass wir als vertrauenswürdiger Sparringspartner mit den Fachbereichen zusammenarbeiten. Wir bringen die richtigen Menschen zusammen, sprechen ihre Sprache und zeigen Wirkung. Das ist entscheidend.

Michael: Du bist Geschäftsführer einer eigenständigen IT-Unit. Wie viel Unternehmergeist braucht ein moderner CIO aus deiner Sicht?

Andreas: 102 Prozent. 100 Prozent, weil wir als IT genauso unternehmerisch denken und handeln müssen wie jeder andere Bereich auch. Und die zwei Prozent extra, weil wir uns besonders anstrengen müssen, dieses Unternehmerische zu zeigen – und zu kommunizieren. Was machen wir, warum machen wir es, was bringt es dem Unternehmen? Diese Kommunikation ist oft das Zünglein an der Waage.

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Michael: Was braucht es, um als IT-Abteilung wirksam über Abteilungsgrenzen hinweg zu wirken?

Andreas: IT muss als integraler Bestandteil des Unternehmens verstanden werden. In einem Handelsunternehmen wie SPAR kennt jeder Vertrieb, Einkauf, Marketing oder Logistik. Aber IT? Die ist oft das unbekannte Wesen. Digitalisierung gehört heute ins Zentrum des Unternehmens. Unser Auftrag ist es, das zu vermitteln – nicht als Selbstzweck, sondern als Beitrag zur Wertschöpfung.

Michael: Ich erinnere mich an ein Statement von Dir: “Mein Chef sagt immer, Andreas, du bist der einzige in der Firma, der alles weiß.” Wie erlebst du das?

Andreas: In der Tat laufen 70 Prozent der Prozesse über die IT. Wir haben einen Rundumblick und können damit extrem wertvolle Unterstützung leisten. Unsere Aufgabe ist es, das gesamte Unternehmen zu verstehen und aus dieser Perspektive einen echten Mehrwert zu schaffen.

Michael: Du hast den Confare CIOAWARD bereits gewonnen. Was hat diese Auszeichnung für dich bedeutet?

Andreas: Es war ein echter Meilenstein. Ich erinnere mich noch genau an den Moment bei der Verleihung im Parkhotel Schönbrunn. Der Preis war schwer, im wahrsten Sinne des Wortes – aber er hat mir und meinem Team viel bedeutet. Endlich wurde sichtbar: Die IT leistet einen echten Beitrag zum Unternehmenserfolg. Eure Initiativen wie Female IT, der ImpactAward oder der CIOSUMMIT – das macht einen Unterschied. Ihr bringt die Menschen in den Vordergrund. Das ist einzigartig.

Michael: Danke für deine Zeit, Andreas. Wir freuen uns, dich beim Confare CIOSUMMIT 2026 wieder auf der Bühne zu sehen!

Andreas: Ich mich auch. Bis bald!

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