Erster Preisträger, bleibende Relevanz: Enrico Lardelli über den Confare Swiss CIOAWARD

Zum 15-jährigen Jubiläum des Confare Swiss CIOAWARD spricht Enrico Lardelli über seinen Weg seit der ersten Auszeichnung, die Entwicklung der CIO-Rolle und die Anforderungen an IT-Führung heute.
Enrico Lardelli war vor 15 Jahren der erste Preisträger des Confare CIOAWARD in der Schweiz. Damals verantwortete er als Geschäftsleitungsmitglied bei PostFinance die Informatik in einem Umfeld, das stark von Digitalisierung und Automatisierung geprägt war.
Heute ist er für Digital Banking und Services bei der Graubündner Kantonalbank zuständig. Sein Verantwortungsbereich umfasst neben der IT auch Innovationsmanagement, Projektgeschäft, Operations und physische Infrastruktur.
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Du warst damals der erste Preisträger in der Schweiz. Wenn du zurückblickst: Wie hat sich dein Weg seitdem entwickelt? Wo stehst du heute?
Damals war ich Geschäftsleitungsmitglied bei PostFinance und für die Informatik verantwortlich. In einem Umfeld, in dem Digitalisierung und Automatisierung schon früh eine grosse Rolle gespielt haben – vor allem aufgrund der hohen Anzahl an Kunden und Transaktionen.
Heute verantworte ich Digital Banking und Services bei der Graubündner Kantonalbank. Dazu gehören neben der IT auch Innovationsmanagement, Projektgeschäft, die gesamte Operations und die physische Infrastruktur, also Immobilien. Ich mache das mittlerweile seit zwölf Jahren und fühle mich sehr wohl darin.
Wenn du an den Moment zurückdenkst, als du damals auf der Bühne standest: Wie hast du das erlebt?
Zu Beginn konnte ich die Bedeutung nicht ganz einordnen. Bei der Verleihung selbst wurde mir angesichts des Nominierungskreises klar, dass daraus etwas Grosses werden kann. Wichtig zu erwähnen ist mir: Es war nicht meine Leistung allein, sondern die des Teams bei PostFinance. Entsprechend gross war der Stolz, diesen Preis entgegenzunehmen.
Wir sprechen heute über 15 Jahre Confare Swiss CIOAWARD. In dieser Zeit hat sich auch die Rolle stark verändert – gerade im Finanzbereich. Wie siehst du die Rolle heute?
Die Rolle als Business Enabler hat sich klar durchgesetzt. Themen wie Digitalisierung, Robotik oder künstliche Intelligenz – besonders an der Kundenschnittstelle – sind heute zentral.
Der CIO wird nicht mehr nur an Effizienz oder Kosten gemessen, sondern trägt direkt zu Umsatz, Ertrag und neuen Geschäftsfeldern bei. In vielen Organisationen ist die Rolle heute Teil der Geschäftsleitung. Das war früher eher die Ausnahme.
Wenn du heute auf Preisträger blickst: Woran erkennst du gute IT?
Wenn es gelingt, als kompetenter Gesprächspartner im Business wahrgenommen zu werden und konkret Mehrwert zu liefern, dann entsteht Relevanz. Darauf kommt es an.
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Wie hast du damals die Reaktionen auf den Award erlebt?
Sehr positiv – sowohl in den Medien als auch intern. Innerhalb des Unternehmens hat der Award geholfen, die Bedeutung der IT sichtbarer zu machen. Auch im Austausch mit Peers gab es viele positive Rückmeldungen.
Eine persönliche Frage: Wo steht die Trophäe heute?
Neben meinem Schreibtisch. Sie gehört fix zu meinem Arbeitsalltag.
Du bist seit vielen Jahren Teil der Geschäftsleitung. Warum ist diese Positionierung für CIOs so wichtig?
IT-Themen sind heute in allen Bereichen eines Unternehmens präsent. Es gibt kaum Entscheidungen ohne digitalen Bezug. Wenn sich die Geschäftsleitung mit Kunden und deren Bedürfnissen beschäftigt, braucht es diese Kompetenz am Tisch.
Was heute in den Geschäftsleitungsgremien zur Normalität gehört, muss sich künftig auch konsequent auf Verwaltungsratsebene widerspiegeln. Diesem Aspekt muss in Zukunft mehr Beachtung geschenkt werden.
Wenn du auf deinen Alltag schaust: Welche Themen beschäftigen dich aktuell besonders?
Neben den klassischen Aufgaben geht es darum, die aktuelle Strategieperiode bis 2030 aktiv zu unterstützen.
Konkret: datengetriebene Entscheidungen im Marketing, digitale Beratung, Automatisierung durch KI, Einsatz von KI in Cybersecurity-Lösungen und im operativen Betrieb.
Auch Sourcing-Fragen spielen eine grosse Rolle. Grosse Teile der IT sind ausgelagert, dazu kommen Cloud-Themen und den damit verbundenen komplexen Risk Assessments.
Zum Abschluss: Was möchtest du zum 15-jährigen Jubiläum des Swiss CIOAWARD mitgeben?
Als erster Preisträger bin ich dem Confare-Team dankbar, dass ihr diesen Award ins Leben gerufen habt. Er hat zur positiven Entwicklung des CIO-Berufsbildes beigetragen.
Und wenn heute jemand überlegt, sich zu bewerben?
Die Strahlkraft ist nicht zu unterschätzen. Der Award zeigt, was Teams leisten. Ich würde es jederzeit weiterempfehlen.



