
Die geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre hinterlassen deutliche Spuren in den IT-Strategien europäischer Unternehmen. Während die Abhängigkeit von globalen Playern zunehmend als Risiko wahrgenommen wird, rücken Werte wie Unabhängigkeit und lokale Greifbarkeit wieder in das Zentrum der Entscheidungen.
Robert Pumsenberger, CEO von conova, beobachtet diesen Wandel aus nächster Nähe. Im Gespräch analysiert er, warum der Fokus 2026 verstärkt auf souveränen Services und Open-Source-Lösungen liegt. Er gibt Einblicke, wie Unternehmen durch regionale Rechenzentren ihre Resilienz stärken und warum digitale Souveränität in Österreich gerade jetzt eine neue Dynamik erfährt.
Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung heute dabei, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen?
IT muss unseres Erachtens echt nachhaltig sein. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Kunden dabei unterstützen, unabhängiger und sicherer im IT-Betrieb zu werden. Also echt resilienter und ja auch unabhängiger. Wir wollen, dass unsere Kunden sich mit Ihren IT-Aufgaben auf die Wettbewerbsvorteile ihrer Unternehmen konzentrieren können. Um den stabilen, effizienten Betrieb kümmern wir uns.
Wie nimmst Du die aktuelle wirtschaftliche Lage wahr, und welche Auswirkungen hat sie aus Deiner Sicht konkret auf Investitionen, Prioritäten und Erwartungshaltungen in der Unternehmens-IT?
Im vergangenen Jahr haben wir gelernt, geduldiger und noch resilienter zu werden. Geduldiger deshalb, weil Outsourcing und Investitionsentscheidungen aufgrund der unsicheren Gesamtlage nun viel länger dauern als früher. Umso mehr wird dann aber ein ausfallsicherer und stabiler Betrieb mit regionalen Partnern geschätzt. Unser Credo, nicht einfach nur mehr Umsatz machen zu wollen, sondern unseren Kunden auf Augenhöhe als Partner mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat sich da besonders bezahlt gemacht! Da kann es schon mal vorkommen, dass wir nach einem Consulting weniger Geschäft machen, weil wir dem Kunden geholfen haben, Geld zu sparen. Das ist für uns aber alternativlos und hat sich mittelfristig immer ausgezahlt.
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Was bedeutet das für Euer eigenes Unternehmen? Wo setzt Ihr 2026 bewusst Schwerpunkte?
Wir setzen derzeit einerseits massiv auf den weiteren Ausbau unserer souveränen Services auf Basis Open Source und OnPrem. Damit folgen wir nicht nur dem zuvor beschriebenen Trend, sondern helfen dabei auch Kosten bei der Lizenzierung zu sparen. Die Betriebsgesellschaft des österreichischen Fußballverbandes ist hier unser Referenzbeispiel. Dort ist die klare Strategie möglichst alle zur Verfügung stehenden Gelder direkt in den Sport zu investieren und eben nicht in teurere IT-Lizenzen. Eine Strategie, die wir als Fußballfans liebend gerne durch unser Open Source Know-how unterstützen.
Die geopolitische Unsicherheit der letzten Jahre hat viele Abhängigkeiten sichtbar gemacht. Was braucht es aus Deiner Sicht, damit Europa daraus einen nachhaltigen Innovations- und Digitalisierungsschub entwickelt?
Das soeben begonnene Jahr steht für uns unter dem Zeichen der extremen weltpolitischen Unsicherheit und der schlechten Wirtschaftslage in unserem Land. Daraus folgen direkt strategische Themen wie die Erlangung digitaler Souveränität in Europa und ganz besonders in Österreich. Weiter sehen wir durch das große vorhandene Know-how in Österreich gute Chancen beim Thema KI, um trotz der starken Regulierungen oder gerade deswegen neue Potenziale zu erwirtschaften und eine Trendwende hin zu Optimismus und Aufbruch zu erreichen. Als conova wollen und werden wir dazu einen starken Beitrag leisten. Unsere regionalen Rechenzentren und lokalen LLM-Services garantieren 100% Unabhängigkeit und Souveränität und damit einen klaren Wettbewerbsvorteil für unsere Kunden.
Gibt es technologische Entwicklungen, von denen Du glaubst, dass sie 2026 den Markt tatsächlich prägen werden?
Wir sehen, dass die Unberechenbarkeit der US-Regierung nun auch auf Unternehmen abfärbt. Broadcom ist da nur ein Beispiel, die den Markt weltweit komplett umgestalten und man schon froh sein muss, ein Jahr Planungssicherheit zu haben. Wir Europäer sind zu Recht Anhänger von stabilen, vorhersehbaren Marktbedingungen. Ich denke, die kommenden Jahre werden daher starke Alternativen zu den Softwarelösungen der Hyperscaler bringen. Es wird dabei meines Erachtens nicht eine einzelne Technologie oder Lösung schon in 2026 der Durchbruch gelingen. Vielmehr werden viele souveräne Lösungen entstehen und die Vormacht von Office und Co zurückdrängen.
Zwischen Legacy-Systemen und moderner KI-Welt, Stabilität und Transformation, Innovationsdruck und Cybersecurity: Welche Orientierung gibst Du CIOs, um in diesem Spannungsfeld Prioritäten setzen zu können?
Aus unserer Sicht ganz klar, dass es für den Routinebetrieb starke und verlässliche Partner in Österreich gibt. In unserem Verein, der Austrian Datacenter Association, sind viele vereint und wir wachsen von den Mitgliedern her stark.
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Welche Rolle spielt Ihr dabei mit Euren Produkten und Dienstleistungen im CIO-Ökosystem?
Wir sind der verlässliche Partner, der auf Augenhöhe mit nachhaltigen Ratschlägen für einen effizienten und hochsicheren IT-Betrieb sorgt. Seit Mitte letzten Jahres bieten wir zudem unser Know-how auch vor Ort an und werden das Serviceportfolio immer weiter hin zum Full-Service IT Dienstleister ausbauen. Somit bekommen unsere Kunden alles, was der Basis IT-Betrieb braucht aus einer Hand, und zwar mit einem regionalen und persönlichen Ansprechpartner!
Was bedeutet das Motto der Confare CIOSUMMITs 2026 – Digitale Schöpfung: Create. Inspire. Own. – für Dich persönlich?
Dass sich die IT immer neu erfindet und durch KI neue Dinge machbar werden, an die wir noch gar nicht denken. Somit stehen uns wieder spannende Zeiten bevor und viele Dinge werden sich weiter ändern.
Wichtig ist uns aber der Besitz – also das OWN. Uns gefällt ganz besonders, dass wir nun nicht mehr nur darüber reden, wer die Daten besitzt, sondern auch, wer die Nutzung kontrolliert. Ein durch die Wirrungen der Geopolitik nun in den Vordergrund gerückter Aspekt.
Also es bleibt spannend. Als conova setzen wir auf nachhaltiges Wachstum und das bedeutet nicht immer bei den ersten bei neuen Trends und Lösungen dabei zu sein. Vielmehr ist unser Zugang die nachhaltig richtigen Technologien einzusetzen, die unseren Kunden ein Maximum an Resilienz und Flexibilität sichern.


