Agentic Enterprise 2026: Wie autonome KI-Agenten die Wertschöpfung transformieren

by Cansu Karacan

Agentic Enterprise 2026: Wie autonome KI-Agenten die Wertschöpfung transformieren

In einem Marktumfeld, das von wirtschaftlichem Druck und rasanten technologischen Sprüngen geprägt ist, stehen CIOs vor der Aufgabe, Produktivität neu zu definieren.

Manuela Mohr-Zydek, Country Manager Salesforce Austria, gibt im Interview tiefe Einblicke, wie autonome KI-Agenten den Fachkräftemangel adressieren und warum eine konsistente Datenstrategie die Basis für geschäftlichen Erfolg bildet. Als Platinpartner des Confare CIOSUMMIT Wien prägt Salesforce die Diskussionen um die digitale Transformation entscheidend mit. Erfahren Sie im Gespräch, welche Schwerpunkte Salesforce für 2026 setzt und wie Europa durch klare ethische Leitplanken seine Position im globalen Wettbewerb festigt.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung heute dabei, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen?

IT und Digitalisierung spielen eine zentrale Schlüsselrolle, ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: die jüngsten Entwicklungen der generativen KI werden unsere Welt, insbesondere auch die Art und Weise wie wir arbeiten – grundlegend verändern.

Künstliche Intelligenz ist heute bereits ein entscheidender Faktor für Produktivität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen können mit integrierten KI-Agenten als Agentic Enterprise Routineprozesse automatisieren, Kosten senken, schneller auf Marktveränderungen reagieren, aber auch völlig neue Fähigkeiten und Arbeitsweisen schaffen. Der Aufbau einer einheitlichen Datenbasis ermöglicht zudem, große Datenmengen zu erfassen, zu verknüpfen und auszuwerten. Dadurch entstehen fundiertere und schnellere Entscheidungen. Ob Prognosen, Ressourcenplanung oder Risikomanagement – datengetriebene Ansätze erhöhen Transparenz und Handlungssicherheit.

Zudem kann dem Fachkräftemangel begegnet werden. KI-Agenten verschaffen jedem Unternehmen Zugang zu einer unbegrenzten Menge an digitalen Arbeitskräften und eröffnen damit eine Vielzahl von Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig muss jungen Menschen die Angst vor dem Berufseinstieg aufgrund von anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Wegfall von Einstiegsjobs durch KI genommen werden.
Die tiefgreifendste Auswirkung der agentenbasierten KI ist nämlich nicht der Ersatz menschlicher Arbeitsplätze, sondern die Befreiung von Routineaufgaben und die Steigerung der menschlichen Produktivität, Kreativität und Zielstrebigkeit. Durch die Übernahme vieler Aufgaben, die früher als Einstiegsarbeit galten – Dateneingabe, Routineprogrammierung, Terminplanung, Erstellung von Erstentwürfen – können sich Menschen nun auf das konzentrieren, was Maschinen noch nicht gut können: die richtigen Fragen stellen, ethische Überlegungen anstellen und entscheiden, was wichtig ist.

Wie nimmst Du die aktuelle wirtschaftliche Lage wahr, und welche Auswirkungen hat sie aus Deiner Sicht konkret auf Investitionen, Prioritäten und Erwartungshaltungen in der Unternehmens-IT?

Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist von Herausforderungen geprägt. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist es wichtig, jetzt Investitionen in KI zu tätigen – besonders für KMUs. Denn autonome KI bietet Unternehmen jeder Größe die Chance, schnell und nahezu unbegrenzt zu skalieren. Die IT muss dabei ein strategischer Partner der Geschäftsführung werden. Denn nur so kann es Unternehmen gelingen, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und auf die ständig wechselnden Bedingungen der heutigen Zeit reagieren zu können.

Was bedeutet das für Euer eigenes Unternehmen? Wo setzt Ihr 2026 bewusst Schwerpunkte?

Wir fokussieren uns weiter darauf, Unternehmen in allen Branchen und jeder Größe bei der Transformation zum Agentic Enterprise als Trusted Advisor zur Seite zu stehen und zu unterstützen. Wichtig ist dabei vor allem, dass wir den echten Mehrwert von KI für Unternehmen herausstellen. Wir setzen daher ganz stark auf den Erfahrungsaustausch unter unseren Kunden und sprechen natürlich auch über den erfolgreichen Einsatz von KI-Agenten in unserem eigenen Unternehmen. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Partner und Kunden mit zahlreichen Programmen, Trailhead Schulungen und Hilfestellungen wie dem AI Fluency Playbook. Dabei sollen nicht nur KI-Kompetenzen vermittelt, sondern auch die Akzeptanz und das Verständnis der Belegschaft für die Transformation zum Agentic Enterprise gestärkt werden.

Die geopolitische Unsicherheit der letzten Jahre hat viele Abhängigkeiten sichtbar gemacht. Was braucht es aus Deiner Sicht, damit Europa daraus einen nachhaltigen Innovations- und Digitalisierungsschub entwickelt?

Europa braucht vor allem Mut und Vertrauen in digitale Lösungen, aber auch klare Rahmenbedingungen für deren Einsatz.

Ein zentraler Hebel ist dabei Künstliche Intelligenz. Damit KI ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen Vertrauen, Sicherheit und ein starker Datenschutz von Beginn an integraler Bestandteil entsprechender Systeme sein. Gerade hier liegt eine große Chance für Europa: Wer früh klare Regeln, Transparenz und ethische Leitplanken etabliert, schafft die Grundlage für breite Akzeptanz und nachhaltige Innovationskraft.

Das Ausbau von KI-Kompetenzen sollte daher einen höheren Stellenwert erhalten. Entscheidend ist, dass Nutzer:innen über ein technologisches Grundwissen verfügen und nachvollziehen können, wie KI-Systeme funktionieren, welche Daten sie nutzen und wo menschliche Kontrolle bleibt. Transparenz, Erklärbarkeit und Wahlfreiheit sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt und tatsächlich angenommen wird. Dafür braucht es Technologien und Plattformen, die Kontrolle ermöglichen und Vertrauen messbar machen.

Insgesamt zeigt sich: Nur wenn Innovation und Vertrauen konsequent zusammengedacht werden, kann Europa seine Stärken ausspielen. Vertrauen wird so zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor – und zur Voraussetzung dafür, dass KI nicht nur entwickelt, sondern auch breit genutzt wird.

Gibt es technologische Entwicklungen, von denen Du glaubst, dass sie 2026 den Markt tatsächlich prägen werden?

Auf jeden Fall werden Unternehmen weiter den Weg zum Agentic Enterprise gehen. Wir unterstützen unsere Kunden dabei mit Lösungen, die die „letzte Meile“ schließen, d.h. KI, die einen echten Business-Mehrwert schafft.
Unser Slackbot wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Agenten, die lediglich isolierte Anwendungen erweitern, berücksichtigt Slackbot den strukturierten und unstrukturierten Datenbestand aus dem täglichen Arbeitskontext der Mitarbeiter:innen. Er bezieht Informationen aus den gesamten Unterhaltungen, Korrespondenzen, Terminen, Aufzeichnungen sowie Unternehmens- und Kundendaten der Anwender:innen ein. Dabei übernimmt Slackbot sämtliche Berechtigungen und Zugriffskontrollen aus den jeweiligen verbundenen Systemen und ist somit ein echter persönlicher Assistent, der Mitarbeiter:innen deutlich produktiver macht.

Confare CIOSUMMIT Wien Banner Fotos Mobile 2026 - N

Erfahren Sie am Confare CIOSUMMIT Wien, wie das Agentic Enterprise Routineaufgaben übernimmt und menschliche Kreativität freisetzt. Sichern Sie sich Ihren Platz für den Austausch zu den IT-Prioritäten 2026.

Zwischen Legacy-Systemen und moderner KI-Welt, Stabilität und Transformation, Innovationsdruck und Cybersecurity: Welche Orientierung gibst Du CIOs, um in diesem Spannungsfeld Prioritäten setzen zu können? Welche Rolle spielt Ihr dabei mit Euren Produkten und Dienstleistungen im CIO-Ökosystem?

CIOs stehen heute vor der Aufgabe, gegensätzliche Anforderungen auszubalancieren. Unsere klare Orientierung lautet: Stabilität sichern, Vertrauen stärken und Innovation fokussiert vorantreiben. Sicherheit und Datenschutz müssen dabei immer an erster Stelle stehen – Cybersecurity, Compliance und vertrauenswürdige KI sind keine optionalen Themen, sondern das Fundament jeder erfolgreichen Digitalisierung. Genau hier setzt Salesforce mit einem integrierten Trust Layer an, der sicherstellt, dass KI verantwortungsvoll, transparent und datenschutzkonform eingesetzt wird.

Wichtig ist außerdem, dass die Datenbasis stimmt. Ein Agent ist nur so gut wie die Daten, mit denen er arbeitet. Eine einheitliche, vertrauenswürdige Datenschicht gilt als das Fundament jedes erfolgreichen Agentic Enterprise. Mit der Data Cloud schaffen wir genau diese Basis, indem wir strukturierte und unstrukturierte Daten aus verschiedensten Quellen zusammenführen, harmonisieren und in Echtzeit nutzbar machen.
Durch die Integration der Technologie unserer jüngsten Akquisition Informatica binden wir Funktionen für Datenkatalogisierung, Datenqualität und Governance noch enger in unsere Data Cloud ein und schaffen Transparenz über das gesamte Unternehmen hinweg. Strategisch durchdachtes Datenmanagement wird damit mehr denn je zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Und schließlich sehen wir immer wieder: Plattformansätze statt isolierter Einzellösungen reduzieren Komplexität, verbessern die Datenqualität, erhöhen die Sicherheit und beschleunigen Innovation nachhaltig. Mit MuleSoft als zentrale Integrationsplattform ermöglichen wir eine flexible und zuverlässige Anbindung von Systemen, Applikationen und Daten. Durch offene APIs und Standardkonnektoren gewährleisten wir einen durchgängigen Datenfluss und helfen, bestehende Datensilos aufzulösen. Mit Plattformen wie Agentforce 360 können Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen Bereichen – von der Entwicklung bis zur Business-Analyse – KI-Agenten in natürlicher Sprache erstellen und steuern.

Was bedeutet das Motto der Confare CIOSUMMITs 2026 – Digitale Schöpfung: Create. Inspire. Own. – für Dich persönlich?

Für mich persönlich steht das Leitbild „Create. Inspire. Own.“ für die Erfüllung einer Vorreiterrolle in der Digitalisierung kombiniert mit einem starken Management. Mein Ansatz dabei ist: „Einfach tun – lernen – weitermachen“.

Ich interpretiere diese drei Säulen so:

– Create: Es geht darum, Mitarbeiter:innen gezielt im Bereich KI zu schulen, damit sie Technologie aktiv gestalten und echten Mehrwert schaffen können, denn es geht heute nicht mehr nur darum bereits bestehende Prozesse zu digitalisieren.
– Inspire: Wir müssen alle Beteiligten auf diese Reise mitnehmen. Durch eine klare Vision und Strategie geben wir Orientierung und bauen durch schrittweise Transformationen Vertrauen in den Wandel auf.
– Own: Dies bedeutet volle Verantwortung zu übernehmen – für Daten, Sicherheit, Ethik sowie für die langfristigen Auswirkungen digitaler Entscheidungen.

Kurz gesagt: Digitale Schöpfung heißt für mich, Innovation bewusst zu gestalten, Menschen zu inspirieren und konsequent Verantwortung zu übernehmen.

Für Sie ausgewählt

Leave a Comment