Annette Hamann: So werden Chancengleichheit und Diversity bei Beiersdorf gelebt

by Agnes Hartl

2021 hat es gestartet: Das erste Confare Female IT-Mentoring hat erfolgreiche Frauen in CIO-Position mit weiblichen High Potentials zusammengebracht. Die hohe Resonanz, die diese Initiative in der Branche ausgelöst hat, zeigt: Die IT braucht AUCH Weiblichkeit.

Chancengleichheit und Inklusion sind gelebte Praxis bei Beiersdorf. Denn: „Eine ausgewogene Balance zwischen Frauen und Männern, besonders auch in Führungspositionen, sehe ich als einen klaren Erfolgsfaktor für ein Unternehmen.“, so Dr. Annette Hamann. Als CIO bei Beiersdorf und Managing Director der Beiersdorf Shared Services IT ist als Frau beides, in der IT und auch im Management erfolgreich. Im Interview sprechen wir darüber, was Unternehmen und Gesellschaft tun können um diese Werte zu fördern und welche Rolle Vorbilder dabei spielen.

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Welche Bedeutung hat denn Gender Diversity für ein Unternehmen? Welche Vorteile bringt ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis?

Annette Hamann: Eine ausgewogene Balance zwischen Frauen und Männern, besonders auch in Führungspositionen, sehe ich als einen klaren Erfolgsfaktor für ein Unternehmen. Die verschiedenen Erfahrungen, Kompetenzen und Sichtweisen bereichern und prägen die Unternehmenskultur, die Motivation und letztlich die Leistung der Mitarbeitenden – und somit auch den Geschäftserfolg. Ein Unternehmen mit einer inklusiven Haltung und Einstellung ist wettbewerbsfähiger und vor allem auch für neue Talente attraktiv.

Deshalb fördern wir bei Beiersdorf Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Inklusion – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer oder sozialer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung oder Identität.

Die IT-Branche ist immer noch männlich dominiert. Ist es hier besonders schwer, als Frau Karriere zu machen?

Annette Hamann: Laut Studien der UNESCO sind Frauen in wissenschaftlichen und technologischen Berufen immer noch unterrepräsentiert und schlechter bezahlt. Frauen stellen nach wie vor nur 28% der Hochschulabsolvent*innen in den Ingenieurwissenschaften und 40% der Hochschulabsolvent*innen in den Bereichen Informatik und Informationstechnologie, obwohl in den meisten technologischen Bereichen ein Mangel an Fachkräften herrscht. In Bereichen modernster Technologie wie der künstlichen Intelligenz ist nur eine*r von fünf Expert*innen eine Frau. Ich wünsche mir, dass sich das ändert und Frauen auch im Bereich der Technologie ihre Stärken zeigen und leben.

Wir müssen es schaffen, dass sich mehr Frauen für eine Ausbildung oder ein Studium in der IT entscheiden. Dann werden auch mehr Frauen in IT-Berufen arbeiten und Karriere machen. Im weiteren Karrierepfad ist es wichtig die Frauen an das Unternehmen zu binden und sie zu fördern.

Für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen sich auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern. Bei Beiersdorf unterstützen wir mit unserem Betriebskindergarten Eltern bei der Kinderbetreuung. Zudem bieten wir zum Beispiel verschiedene Arbeitszeitmodelle an, insbesondere auch das Angebot von Jobsharing – einem Jobmodell, bei dem sich zwei Mitarbeitende eine Rolle teilen.

Wie geht es Mädchen in der technischen Ausbildung?

Annette Hamann: Momentan sind es weniger Frauen, die nach der Schule ein technisches Studium oder eine technische Ausbildung absolvieren. Das ist sehr schade. Auch im MINT Umfeld ist es wichtig, dass Diversity & Inclusion fester Bestandteil jeder Unternehmenskultur sind. Hier besteht aus meiner Sicht noch Handlungsbedarf. Wissenschaftliche und technische Berufe sind schon lange keine „Männerberufe“ mehr und sollten auch nicht als solche angesehen werden. Mit diesen Klischees und Stereotypen gilt es abzuschließen.

Wir sollten Mädchen bereits in der Schule vermitteln, dass ihnen alle Möglichkeiten offenstehen und ihre Lust an wissenschaftlichen und technischen Berufen wecken.

Welche Bedeutung haben Role Models und Vorbilder?

Annette Hamann: Weibliche Vorbilder in IT-Berufen müssen einen größeren Bekanntheitsgrad erreichen. Dass Frauen und Mütter in Führungspositionen oder allgemein in der IT-Branche sichtbar sind, halte ich für sehr wichtig. Mädchen im Schulalter sowie junge talentierte Frauen als potenzielle Mitarbeiterinnen eines Unternehmens müssen solche Role Models wahrnehmen, damit ihnen vermittelt wird, wie attraktiv so ein Job sein kann. Und letztendlich helfen weibliche Vorbilder dabei, alte Klischees aufzubrechen und neue Rollenbilder zu etablieren.

Was sind denn Ihre wichtigsten Tipps an junge Frauen, die in der IT oder in der IT-Branche Karriere machen wollen?

Mein wichtigster Tipp an junge Frauen: Glaubt an euch und eure Fähigkeiten!

Das, was Frauen und Männer leisten, wird in meinen Augen oft unterschiedlich bewertet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Frauen, im Gegensatz zu Männern, häufiger zurücknehmen und eher beobachten als dass sie etwas sagen oder bestimmen. Während Männer vermutlich schneller aus sich herausgehen und sagen „Das ist so!“ – und, wenn sie doch falsch liegen, einfach wieder zurückrudern – gehen viele Frauen zögerlicher den Schritt nach vorne und sichern sich vorher ab. Das ist natürlich sehr stereotypisch, aber ich beobachte es tatsächlich in den Medien, der Gesellschaft oder der Politik.

Wo gibt es denn aus Ihrer Sicht die größten Handlungsfelder in Unternehmen und in der Gesellschaft, um diese Situation zu verbessern?

Annette Hamann: Sowohl in der Gesellschaft als auch in Unternehmen sollten wir uns für mehr Chancengleichheit einsetzen. Das fängt bereits mit dem Zugang zu Bildung an, sei es in der Schule oder später in der Ausbildung bzw. im Studium. Wenn Schüler*innen sich für Mathematik, Technik oder Informatik interessieren, sollten wir sie ermutigen diesen Weg einzuschlagen – unabhängig vom Geschlecht. Und wir müssen dafür sorgen, dass sie sich in diesem Umfeld auch wohlfühlen, indem wir ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen fördern und neue Rollenbilder in diesen Berufen etablieren. Für das weitere Berufsleben finde ich es wichtig, dass in einem Unternehmen diese Ausgeglichenheit auch im Topmanagement überzeugend vorgelebt wird. Bei Beiersdorf streben wir entsprechend unserer im Jahr 2021 verkündeten „Beiersdorf Gender Parity Ambition“ bis 2025 eine geschlechterparitätische Besetzung von Führungspositionen unterhalb des Vorstands (Managementeben 1-4) im Verhältnis 50:50 an.

Welche Rolle spielen Mentoring und Coaching? Wo kann man sich Unterstützung suchen?

Annette Hamann: Bei Beiersdorf bieten wir all unseren Mitarbeitenden eine Vielzahl von Entwicklungsprogrammen und Trainings an. Damit diese Initiativen wirksam sind, müssen sie zur Person passen. Mit unserem „Development & Potential“-Ansatz, setzen wir auf die Entwicklung jedes und jeder Einzelnen und konzentrieren uns zugleich darauf, Potentiale von Mitarbeitenden frühzeitig zu erkennen. Unter dem Motto ‚Develop your way.‘ verfolgen wir das Ziel, der Entwicklung unserer Mitarbeitenden bewusst mehr Zeit und Raum zu geben – vor allem mit individuellen Entwicklungsgesprächen und einem darauf basierenden Entwicklungsplan.

Darüber hinaus fördern wir bei Beiersdorf verschiedene Mentoring-Programme, in denen u.a. Frauen in Management-Positionen ihre Erfahrungen weitergeben oder sich unsere Mitarbeiterinnen in „Peer Coaching Circles“ vernetzen.

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