Raiffeisen Software Chef Sikora: Warum API ein Thema für Ihr Business ist – Was Sie jetzt wissen müssen

by Lisa Baur

API Management in der Praxis – Als Geschäftsführer eines der wichtigsten Softwarehäuser in Österreich, der Raiffeisen Software GmbH, ist Hon.-Prof. Dr. Hermann Sikora einer der wichtigsten Experten, wenn es um die sogenannten Application Program Interfaces, kurz API, geht. Was auf den ersten Blick wie ein technisches Thema für “ITler und Nerds” aussieht, ist bei genauer Betrachtung ein Treiber für neues Business und die digitale Transformation. So sehen auch die Analysten von Gartner API als eines der Schlüsselthemen für CIOs in den kommenden Jahren. Hermann Sikora treffen Sie als Keynotespeaker auf der Confare Konferenz „INNOVATIVE CIO“ am 27. November. Lesen Sie, was eine API-Strategie heute ausmacht und was Sie als Manager über APIs wirklich wissen müssen.

1) Worin liegt die unternehmerische Relevanz von APIs?

Ein API ist eine Schnittstellen-Software, die einen definierten fachlichen und/oder technischen Zweck erfüllt. API-Systeme/-Plattformen ermöglichen es, eine Strategie bzw. ein Geschäftsmodell, zB Open Banking, in ein technisches Ökosystem zu übersetzen und damit die Operationalisierung des Geschäftsmodells zu ermöglichen.

Eine Kategorisierung der APIs nach der Art ihrer beabsichtigten Nutzung ist unumgänglich, um die gegebene hohe Komplexität zu bewältigen.
Die Kategorisierung und ihre Umsetzung muss auch die zugrunde gelegte Business-Strategie (Geschäftsmodell) widerspiegeln.

Alle APIs zusammen bilden ein logisches Gesamtsystem, das …
1. fachlich (Für welchen fachlichen Zweck will ich eine API?)
2. technisch (Wie implementiere und warte ich eine API technisch?)
3. organisatorisch (Wie organisiere ich den Zugriff (interner und externer) Nutzer auf die APIs?)
4. rechtlich (Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind von wem warum zu beachten?)
5. betriebswirtschaftlich (Wer trägt wie zur (Re-) Finanzierung dieser Aufgaben bei (Geschäftsmodell)?)
verwaltet / gepflegt (also „gemanaged“) werden muss.

API-Management umfasst diese 5 Aufgabenbereiche.
API-Management „im engeren Sinne“ umfasst die Aufgabenbereiche 1, 2 und 3.

2) Wie können API-basierte Geschäftsmodelle aussehen?

Geschäftsmodelle sind zunächst “unabhängig” von irgendwelcher Software oder irgendwelchen APIs zu beschreiben (auch wenn man diese bereits “im Hinterkopf” hat). Danach ist zu beschreiben, welche Software-Komponenten nötig sind / ausgewählt werden, daraus resultiert auch Bedarf an APIs.

APIs werden beispielsweise von Software-Herstellern angeboten, um anderen Software-Herstellern zu ermöglichen, mit der eigenen Software zu kommunizieren / sie in Teilen zu nutzen. Beispiel: Software B greift über API (der Software A) auf Software A zu, um von Software A Daten „abzusaugen“ und in Software B weiterzuverarbeiten.

3) Welche Rolle spielen APIs beim Gestalten von Unternehmens-Ökosystemen?

Innovative CIO - Hermann SikoraAPIs sollten „nicht nebenbei“ entstehen, sondern fachlich und technisch ingenieursmäßig. Der API-Entwurf muss sowohl fachlich („Was soll die API fachlich-funktional exakt leisten?“) als auch technisch („Wie soll die API implementiert werden?) sehr gut überlegt werden.

Je klarer der fachliche Entwurf/Zweck ist, desto eher werden die APIs genutzt werden:
– einzelne APIs (eine bestimmte Funktion)
– gruppierte APIs (eine bestimmte Funktionsgruppe)
– API-System (fachliche Gesamtsicht)

Je besser der technische Entwurf ist, desto stabiler und langlebiger werden die APIs sein:
– Auswahl der Implementierungstechnologie (Programmiersprache/-paradigmen, Entwurfsmuster)
– Auswahl der Implementierungs- und Wartungs-Werkzeuge
Security-Themen (APIs sind „Türen“ zu einer Software, deren Missbrauch verhindert werden muss): viele Security-Vorfälle lassen sich auf APIs zurückführen, deren diesbzgl. Schwäche(n) sich mitunter erst nach Jahren zeigen (Bsp. „Security Holes“ in Betriebssystemen, zB Microsoft Windows)

APIs / API-Systeme sind fachlich und technisch ebenso zu pflegen/warten wie die Software, zu der sie Zugang gewähren.

Für Sie zusammengefasst:

  1. Eine (Business-) API ist eine Schnittstellen-Software, die einen (fachlichen) Zweck erfüllt. APIs gliedern sich in private, semi-private und open APIs und sind unterschiedlich komplex.
  2. Ein API-System (Plattform, Ökosystem) ist eine strukturierte Sammlung fachlich und technisch zusammengehöriger APIs. Ein API-System muss einen Zweck haben, d.h. eine Strategie / ein Geschäftsmodell umsetzen/ermöglichen (zB „Open Banking“).
  3. Ein API-System/eine API-Plattform entsteht nicht nebenbei oder automatisch, sondern im Rahmen von komplexen Großprojekten.
  4. Entwicklung und Pflege einer API-Plattform ist selbst ein Großprojekt, das fachliche, technische, organisatorische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen zu gestalten hat.
  5. Ist eine API-Plattform einmal auf dem Markt eingeführt, gibt es kaum noch einen „Weg zurück“ – daher: „Start small, learn fast, grow cautiously“.
    Das Management einer API-Plattform ist eine große fachliche, technische und organisatorische Herausforderung vieler Beteiligter. Es spannt den Bogen von strategischen Überlegungen bis hin zum operativen Tun.
  6. API-Plattformen öffnen die eigene Software explizit nach außen. Damit sind fachliche, technische und rechtliche Risiken verbunden, die mitunter erheblich sein können.

Beim Confare Event „INNOVATIVE CIO” am 27.11. in Wien dreht sich alles um die Innovationskraft der Unternehmens-IT. Gemeinsam werden in interaktiven Workshops Themen und Handlungsanleitungen erarbeitet. Spannende Keynotes aus preisgekrönten IT Abteilungen bieten spannende Einblicke und Inspiration.

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

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