Mut, Neugier und Konsequenz als Booster für die digitale Transformation am Beispiel AR bei Hirschmann Automotive

by Fernando Ducoing

Technologien bilden das Fundament für Digitalisierung. Doch zu einer erfolgreichen Transformation gehört für Dieter Ferner, Vice President Sales und Marketing bei NTT Ltd. in Österreich, mehr. Neben einer guten Idee sind vor allem auch Mut, Neugier und Konsequenz gefragt. Dass erfolgreiche Digitalisierung auch in Österreich gelingen kann, veranschaulicht Dieter Ferner anhand des aktuellen Augmented Reality Projektes von NTT Austria mit Hirschmann Automotive.

Einen konkreten Einblick in das Projekt von NTT erhalten Sie aus erster Hand auf dem Confare #CIOSUMMIT 2021, Österreichs größtem IT-Management Treffpunkt.

Wie sehr hat die Coronakrise wirklich einen Digitalisierungsschub gebracht?

Krisen haben das Potential, Dinge zu verändern. Diese Veränderung spüren wir gerade jetzt in nahezu jedem Bereich. Wir haben unser tägliches (Zusammen-)Leben neu organisiert, unsere Arbeitswelt miteingeschlossen. Viele von uns haben ihren Arbeitsplatz von heute auf morgen nach Hause verlegt. Wir haben vorhandene Technologien noch stärker genutzt und neue Möglichkeiten entdeckt. Dieses veränderte Denken und Handeln kann man durchaus als „Digitalisierungsschub“ bezeichnen. Doch für einen richtigen Schub nach vorne braucht es noch mehr. Es wird vor allem wichtig sein, nach der Krise nicht einfach wieder in alte Muster zu fallen, sondern dranzubleiben und dem Digitalen weiterhin den notwendigen Stellenwert zu geben.

Für mich stellt sich längst nicht mehr die Frage, „OB“ wir Technologien nutzen, sondern „WIE“. Ich glaube daran, dass es immer wichtiger wird, sich auch die Prozesse dahinter genauer anzusehen und dem Nutzerverhalten und -feedback mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das Wissen, wie wir Technologien einsetzen, unterstützt uns dabei, diese zu optimieren und auch neue Einsatzgebiete zu erschließen. Hier heißt es für uns alle, weiter konsequent  und neugierig zu bleiben. Wir dürfen den Mut nicht verlieren, neue Wege zu gehen. Es liegt an uns. Nur so können wir den Boost bekommen, den wir uns in Zukunft wünschen.

Aus der Praxis – sehen Sie, dass wir in Österreich digitaler werden?

Augmented Reality: NTT Vice President Sales und Marketing Dieter FernerWir sind hier nah am Geschehen und spüren als IT-Dienstleister, was sich in Unternehmen hinsichtlich Digitalisierung tut. Wir haben viele spannende Projekte, die zeigen, welchen Mehrwert Technologien für uns alle bringen können. Neben der Optimierung unserer Arbeitswelt geht es heute aber noch um viel mehr. Nämlich darum, alle Lebensbereiche zu digitalisieren und dadurch zu vereinfachen. Bei vielen Projekten steht auch immer mehr der Nachhaltigkeitsgedanke und unsere Umwelt im Fokus.

Ich persönlich nehme in vielen Unternehmen eine stärkere Vertrautheit mit Technologien wahr und auch die Neugier, neue Wege zu beschreiten, wächst. Natürlich haben es Unternehmen, die sich schon vor der Krise mit den technologischen Basics auseinandergesetzt haben, leichter. Aus meiner Sicht ist es aber auch vor allem für jene Unternehmen wichtig, die erst in der Krise ihre Hausaufgaben gemacht haben, den Weg nun konsequent weiterzugehen. Dieses Bemühen kostet mit Sicherheit Kraft, aber es lohnt sich auf alle Fälle.

Können Sie hier ein konkretes Digitalisierungsbeispiel aus Österreich nennen?

Wir haben erst kürzlich ein sehr spannendes Augmented Reality (AR) Projekt mit unserem Kunden Hirschmann Automotive umgesetzt. Dieses Projekt ist für mich in vielerlei Hinsicht ein gutes Beispiel für digitales Denken.

Aus technologischer Sicht war es sehr spannend, den Mehrwert von Augmented Reality im Automobilbereich mit einem innovativen Projekt in Österreich und weltweit aufzeigen zu können. Hier ging es im ersten Schritt vor allem darum, den Austausch von Expertenwissen und die Reaktion bei Wartungseinsätzen an verschiedenen Produktionsstandorten neu zu denken.

Neben dem technologischen Aspekt hat mich vor allem das Mindset des Kunden und die Zusammenarbeit beeindruckt. Dem Co-Creation- und Co-Innovation-Ansatz von NTT folgend haben wir die Lösung von Beginn an gemeinsam mit dem Kunden designed. Man muss dazu sagen, dass Hirschman Automotive über ein sehr innovatives Collaboration Team verfügt. Diese Mitarbeiter stehen neuen Technologien nicht nur offen gegenüber, sondern denken diese auch in allen Unternehmensbereichen mit. Das hat unsere Zusammenarbeit enorm bereichert und war mit Sicherheit ein maßgeblicher Erfolgsfaktor des Projektes.

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Welche Technologien sind hier konkret zum Einsatz gekommen und was ist ihr Benefit für das Business?

Gemeinsam mit dem Kunden haben wir eine Technologie entwickelt, die die vorhandene Collaboration-Lösung unseres Partners Cisco mit Datenbrillen verbindet.

Diese AR-Lösung sorgt nun dafür, dass komplexe Arbeiten an den unterschiedlichsten Produktionsstandorten von Hirschmann Automotive ausgeführt werden können, ohne dass der Experte vor Ort sein muss. Dieser schaltet sich via Video-Conferencing direkt zu und kann mit der Per­son in der Fertigungshalle sein Wissen teilen und sie auch direkt an der Maschine über die Datenbrille zu den notwendigen Schritten anleiten.

Die Vorteile dieses Anwenderfalles liegen auf der Hand: Die innovative Lösung bringt es mit sich, dass die Reaktionszeiten bei der Behebung von Fehlern natürlich drastisch gesenkt wurde. Als weitere Folge konnte auch der Aufwand für Reisen erheblich mini­miert werden.

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Was sind die Perspektiven und mögliche Ausbaustufen?

Die Perspektive, die dieses Projekt für das Unternehmen bzw. die ganze Branche bringt, ist sehr breitgefächert.

Wo Augmented Reality beispielsweise unseres Erachtens nach noch sehr gut eingesetzt werden kann, ist der HR-Bereich. Neben dem Schulungsbereich gibt es auch andere Einsatzfelder, zum Beispiel Marketing, Produktent­wicklung und Design, die von dieser Tech­nologielösung profitieren können. Wir freuen uns darauf, hier weitere Ideen gemeinsam mit dem Kunden zu entwickeln und neue Wege aufzuzeigen, wie Innovati­on in Industrieunternehmen umgesetzt werden kann.

Was kann man für andere Branchen von dem Beispiel lernen?

Dieses Praxisbeispiel zeigt, was Technologie leisten kann, wenn die richtige Einstellung bzw. Unternehmenskultur vorhanden ist. Ich kann nur jedem Einzelnen raten, neugierig zu bleiben und nicht davor zurückzuschrecken, neue Wege zu beschreiten. Viele Unternehmen scheitern leider gerade daran. Daher muss jeder seinen Beitrag leisten, um eine innovative Unternehmenskultur zu fördern.

Kreatives Denken muss nicht nur erlaubt, sondern erwünscht sein. Auch auf die Gefahr hin zu scheitern, denn – seien wir uns ehrlich –  Monotonie bringt keine innovativen Projekte hervor.

Sie wollen mehr über das AR Projekt von NTT und Hirschmann Automotive erfahren?

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