Confare Blog Interview mit Robert Pumsenberger & David Fingerlos (conova communications): Azure-Infrastruktur im Volloutsourcing-Modell – das gilt es zu beachten
Das Projekt von conova communications und der Salzburg AG ist nominiert für die Confare LivinIT Trophy. Die Auszeichnung wird beim Confare CIOSUMMIT Salzburg an IT-Teams vergeben, die besondere IT-Projekte hervorgebracht haben. Im heutigen Interview: Robert Pumsenberger – CEO bei conova communications – und David Fingerlos – System Engineer bei conova communications. In diesem Beitrag gehen sie der Frage nach, wie conova dabei geholfen hat, der Salzburg AG ein Sicherheitskonzept im Volloutsourcing-Modell zu bieten und welche Herausforderungen es zu lösen galt.
Was waren die größten Herausforderungen beim Aufbau einer vollständig gemanagten Azure-Infrastruktur im Volloutsourcing-Modell?
Anfangs war es wichtig, eine effiziente Zuständigkeitsverteilung zu definieren, damit keine den Projektfortschritt hemmenden Abhängigkeiten bei den einzelnen Aufgaben entstehen.
Es war von Anfang an klar, dass die Salzburg AG den Betrieb dieser Hybrid-Cloud-Infrastruktur gemeinsam mit uns betreiben will, um dabei von unserer Expertise hinsichtlich des kontinuierlichen Betriebs von IT-Infrastruktur zu profitieren. Folglich haben wir eine Aufteilung erarbeitet, welche die Zusammenarbeit begünstigt und klar getrennte Arbeitsfelder definiert. So konnten die jeweiligen Themen parallel und individuell vorangetrieben werden.
Wie habt ihr es geschafft, ein hohes Maß an Sicherheit und Governance mit der Flexibilität von DevOps und Cloud zu vereinen?
Einer der ersten ausdefinierten Themenpunkte war die Umsetzung eines Berechtigungskonzeptes. Dieses stützt sich für kritische Änderungen und Änderungen an grundlegenden Komponenten auf einen unternehmensübergreifenden Freigabeprozess nach dem 4-Augen-Prinzip. Zusätzlich wurde ein vereinfachter Prozess definiert für kleinere Änderungen, welcher dennoch abgesichert und dokumentiert ist und nur die jeweilige Unternehmensdomäne betrifft.
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Welche Rolle spielt das Vier-Augen-Prinzip in eurem Sicherheitskonzept – und wie wurde es technisch umgesetzt?
Es wurde basierend auf einem Versionsverwaltungssystem ein Framework entwickelt, welches nach den Projekt-Anforderungen adaptiert und optimiert ist. Die Infrastrukturänderungen werden durch Terraform und damit in Form von Codeänderungen deployt. Das entwickelte Git-Managementsystem ist die ideale Umgebung, um die Freigabeprozesse von Konfigurationsänderungen abzubilden, da es darauf optimiert ist, solche Konfigurationsänderungen klar darzustellen und sowohl nachvollziehbar als auch wiederherstellbar zu dokumentieren.
Eine Core-Komponente dieses Systems sind unsere Pipelines, welche von Backups über Monitoring bis hin zum Deployment alle möglichen Aufgaben automatisiert abarbeiten. Bei den Pipelines für das Deployment sind Prüfungen eingebaut, welche eine Freigabe von Code- und Konfigurationsänderungen in Form eines Pull-Requests erfordern.
Dabei kann definiert werden, ob eine Freigabe von einer Person aus der eigenen Organisation oder eine Freigabe von beiden Organisationen erforderlich ist. So konnte ein nahtloses 4-Augen Prinzip über die Unternehmensgrenzen hinweg etabliert werden, das ein höchstes Maß an Sicherheit bietet.
Was hat eurer Meinung nach den Projekterfolg besonders geprägt – war es die Architektur, das Teamwork oder der Automatisierungsgrad?
Wie bei allen großen Projekten war es auch hier eine Mischung aus all diesen Punkten und die kontinuierliche Bereitschaft jedes Individuums, sein Bestes zu geben und etwas Neues und Ausgefeiltes zu schaffen. Initial war es besonders wichtig, die zugrundeliegende Technologie zu verstehen, um dafür eine funktionale Architektur zu schaffen. Darauf basierend war es wichtig, fortlaufend die Zusammenarbeit zu stärken und bei jeder Hürde die beste Lösung für das Gesamtprojekt zu finden.
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Wie habt ihr die Zusammenarbeit zwischen den DevOps-Teams der Salzburg AG und dem Infrastrukturpartner conova organisiert?
In der heutigen Zeit ist es leichter denn je digital zu kollaborieren. Dennoch ist es wichtig, strukturierte Arbeitsformate zu etablieren, um tiefe und transparente Zusammenarbeit zu ermöglichen. Anfänglich wurden zweimal wöchentlich längere Worksessions definiert, in denen akribisch die Themen ausgearbeitet und getestet wurden. Dadurch ergab sich ein sehr tiefes Verständnis und ein geteilter Wissensstand. Das half dabei, die technischen Umsetzungen auf Augenhöhe zu diskutieren und somit die bestmögliche Lösung zu finden.
Was würdet ihr anderen Unternehmen raten, die eine hybride Cloud-Infrastruktur aufbauen wollen und ähnliche Anforderungen haben wie die Salzburg AG?
Für ein derartiges Vorhaben ist es essentiell Initial einen Partner zu suchen, mit dem man ein tiefes Vertrauen teilt und sich eine lange vertrauensvolle Partnerschaft vorstellen kann. Da für eine stabile und funktionale Umsetzung einer hybriden Cloud-Infrastruktur viele komplexe Systeme zusammenarbeiten müssen, ist dies kein Projekt, welches in kurzer Zeit umgesetzt ist und dann fortan besteht. Deswegen erfordert eine derartige Umsetzung, auch auf lange Sicht mit dem Partner intensiv und offen zusammenzuarbeiten.
Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn bereits Erfahrung mit dem Hybrid-Setup gesammelt wurde. Besonders die Integration von Cloud-Infrastruktur mit den On-Premise-Systemen bringt viele schwer vorhersehbare Herausforderungen. Daher ist es von Vorteil, wenn man sich bereits auf die Expertise des Partners verlassen kann. Dies ermöglicht es, bei Incidents und neuen Anforderungen nicht erst Zeit mit POCs und Literaturrecherche verschwenden zu müssen, sondern direkt an einer Problemlösung arbeiten zu können und damit einen stabileren Betrieb zu gewährleisten.



