Die Gesichter von Confare über 15 Jahre Swiss CIOAWARD und ihren gemeinsamen Weg

15 Jahre Confare Swiss CIOAWARD! Im aktuellen Interview mit computerworld.ch sprechen Confare-Gründer Michael Ghezzo und Geschäftsführerin Barbara Klinka-Ghezzo darüber, wie aus einer mutigen Idee eine DACH-weite Communty entstanden ist. Dass IT-Entscheider:innen heute als strategische Gestalter:innen wahrgenommen werden, zeigt ein Blick auf die bisherigen Preisträger:innen in unserer Hall of Fame.
Dieses Jubiläum ist der perfekte Moment, um selbst Flagge zu zeigen: Nominieren Sie eine starke Persönlichkeit oder reichen Sie Ihre eigene Erfolgsgeschichte für den Confare Swiss CIOAWARD 2026 ein.
Warum moderne CIOs heute mehr Unternehmer:innen als Techniker:innen sind und wie das Jubiläumsmotto “Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.” die Anforderungen an die IT-Führung der Zukunft definiert, erfahren Sie im Interview.
Das Confare CIOSUMMIT Zürich feiert sein 15-jähriges Jubiläum. Mit welcher Idee haben Sie Confare ursprünglich gegründet – und was war damals Ihre Vision für dieses Format?
Michael Ghezzo:
Als wir vor 19 Jahren gegründet haben, waren wir ein klassischer Konferenzanbieter, wie es viele andere auch gab. Um uns zu unterscheiden, haben wir auf ein Thema gesetzt, das im B2B-Umfeld damals eher belächelt wurde: Social Media. Über Blogs, Videos und Plattformen ist eine deutlich engere Verbindung zur Community entstanden als über einzelne Events. Das hat unseren Zugang von Anfang an geprägt.
Relativ früh wurde klar, dass wir uns stärker fokussieren müssen. Daraus ist der klare CIO-Schwerpunkt entstanden, der Confare bis heute auszeichnet. Gleichzeitig war offensichtlich, dass sich dieses Modell nicht einfach durch mehr Events im gleichen Markt skalieren lässt. Deshalb haben wir unsere Aktivitäten in den deutschsprachigen Raum ausgeweitet und vor knapp 15 Jahren den Confare CIOAWARD in die Schweiz gebracht.
Dass wir dort heute zum 15. Mal die IT-Manager des Jahres auszeichnen dürfen, ist alles andere als selbstverständlich. Über so viele Jahre relevant zu bleiben, gelingt nur, wenn eine Community das trägt. Heute verstehen wir uns als Plattform und Informations-Drehscheibe für die CIO-Community im DACH-Raum.
Das Confare CIOSUMMIT gilt heute als einer der wichtigsten Treffpunkte für CIOs und IT-Entscheider:innen in der Schweiz. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Gründe für diesen Erfolg?
Michael Ghezzo:
Der Confare CIOAWARD hat eine sehr hohe Bedeutung für die Community. IT wird oft erst dann wahrgenommen, wenn etwas nicht funktioniert. Mit dem Award rücken wir gezielt jene Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die Verantwortung übernehmen und Organisationen weiterentwickeln. Gleichzeitig machen wir sichtbar, welchen Beitrag IT bei zentralen Herausforderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen leistet.
Diese Community prägt, wie unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen in Zukunft funktionieren.
Barbara Klinka-Ghezzo:
Und genau daraus entsteht die Dynamik rund um den CIOSUMMIT. Wir bringen diese gestaltenden Kräfte zusammen und schaffen ein Umfeld, in dem Erfahrungen offen geteilt werden. Gleichzeitig erzeugen wir Awareness über die Grenzen der Community hinaus und zeigen, was hier konkret entsteht.
Michael Ghezzo:
Dass ein österreichisches Unternehmen in der Schweiz die IT-Entscheider:innen des Jahres kürt, wurde anfangs durchaus skeptisch gesehen. Der Austausch über Landesgrenzen hinweg hat seinen Mehrwert schnell gezeigt – heute wird das nicht mehr hinterfragt. Vielleicht macht uns der Wiener Charme dabei sogar ein Stück weit besonders beliebt.
Confare stellt den Austausch auf Augenhöhe in den Mittelpunkt. Warum funktioniert dieses Konzept so gut?
Michael Ghezzo:
Ein Teil davon liegt sicher daran, wie wir Confare führen.
Barbara Klinka-Ghezzo:
Wir führen das Unternehmen gemeinsam, und unterschiedliche Perspektiven sind bei uns gelebte Praxis. Das spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit mit der Community wider.
Dazu kommt echte Wertschätzung gegenüber dieser Community, die enorm viel bewegt und oft zu wenig Sichtbarkeit bekommt. Wer spürt, dass seine Arbeit ernst genommen wird, bringt sich auch anders ein.
Wir sind kein klassischer Anbieter, der von aussen auf die Community blickt. Wir sind Teil davon, hören zu und greifen Themen aus der Praxis auf. Das verändert die Qualität des Austauschs.
Michael Ghezzo:
Und wir stellen uns konsequent die Frage, ob das, was wir tun, relevant ist. Kein Bullshit-Bingo, kein “more of the same”. Viele Organisationen haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem – genau dort müssen Inhalte ansetzen.
Barbara Klinka-Ghezzo:
Am Ende geht es darum, Raum zu geben, ohne ihn zu dominieren. Der Austausch entsteht durch die Menschen im Raum – wir schaffen den Rahmen dafür.
Wer den Austausch auf Augenhöhe sucht und das 15-jährige Jubiläum gemeinsam mit Gleichgesinnten gestalten möchte, findet hier den passenden Rahmen. Ein Ticket für den Confare CIOSUMMIT Zürich ist Ihre Eintrittskarte in eine Community, die gegenseitige Unterstützung und echte Praxiserfahrung lebt.
Wenn Sie auf die letzten 15 Jahre zurückblicken: Welche Entwicklungen oder Meilensteine waren für Confare besonders prägend?
Barbara Klinka-Ghezzo:
Ein wichtiger Meilenstein war der Aufbau des Confare Female IT-Mentoring. Diese Initiative hat sich sehr schnell als zweite tragende Säule etabliert und zeigt, wie wichtig gezielte Förderung und Sichtbarkeit sind.
Michael Ghezzo:
Ein prägender Faktor war von Beginn an die Zusammenarbeit mit EY. Diese Partnerschaft hat wesentlich dazu beigetragen, das Format zu etablieren und weiterzuentwickeln.
Ein starkes Signal war dann auch die erste Frau im DACH-Raum, die den Confare CIOAWARD gewonnen hat: Ursula Soritsch-Renier – damals bei Sulzer, heute Global CIO und Vorstandsmitglied bei Saint-Gobain.
Barbara Klinka-Ghezzo:
Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, sieht man an Persönlichkeiten wie Anna Maria Blengino von Sunrise, die 2024 ausgezeichnet wurde.
Michael Ghezzo:
Über die Jahre hat sich gezeigt, dass der Confare CIOAWARD für viele ein echter Karrierebooster ist. Sichtbarkeit, Anerkennung und der Austausch innerhalb der Community haben viele Preisträgerinnen und Preisträger auf ihrem weiteren Weg vorangebracht.
Und ganz persönlich: Aus dieser Arbeit sind viele enge Verbindungen und Freundschaften mit führenden IT-Executives im DACH-Raum entstanden.
Ein Platz im Rampenlicht neben den herausragenden Preisträger:innen der letzten 15 Jahre wartet auf Persönlichkeiten, die ihre Organisation nachhaltig prägen. Jetzt einreichen!
Parallel zur Entwicklung von Confare hat sich auch die Rolle des CIO stark verändert. Wie hat sich diese Funktion in den letzten anderthalb Jahrzehnten gewandelt?
Michael Ghezzo:
Vor 15 Jahren war der CIO in vielen Unternehmen vor allem für den stabilen Betrieb der IT verantwortlich. Effizienz, Verfügbarkeit und Kostenkontrolle standen im Vordergrund.
Heute hat sich die Rolle deutlich verschoben. IT ist kein unterstützender Bereich mehr, sondern integraler Bestandteil der Wertschöpfung. Damit ist der CIO viel stärker in unternehmerische Entscheidungen eingebunden.
Was sich ebenfalls verändert hat: Die Geschwindigkeit. Themen wie Cloud, Plattformen oder jetzt AI haben dazu geführt, dass technologische Entwicklungen unmittelbare Auswirkungen auf Geschäftsmodelle haben. CIOs müssen diese Dynamik nicht nur verstehen, sondern aktiv gestalten.
Gleichzeitig ist die Verantwortung breiter geworden. Es geht nicht mehr nur um Systeme, sondern um Architektur, Sicherheit, Compliance und die Frage, wie unabhängig und handlungsfähig ein Unternehmen in Zukunft bleibt.
Die Rolle ist damit deutlich unternehmerischer geworden. Der CIO sitzt heute näher an den zentralen Entscheidungen eines Unternehmens – und trägt entsprechend Verantwortung für deren Umsetzung.
CIOs sind heute häufig strategische Treiber der digitalen Transformation. Welche Fähigkeiten und Kompetenzen sind für IT-Führungskräfte heute besonders wichtig?
Barbara Klinka-Ghezzo:
Die enorme Bedeutung, die IT heute für nahezu jeden Unternehmensprozess hat, macht die CIO-Funktion zu einer Schlüsselposition. Damit geht eine hohe Verantwortung einher – nicht nur im Unternehmen, sondern darüber hinaus. CIOs gestalten, wie digitale Technologie unsere Arbeits- und Alltagswelt prägt.
Reines technisches Know-how schadet nicht, ist aber längst nicht mehr der entscheidende Faktor. Gefragt ist ein breiteres Verständnis für Geschäftsmodelle, Organisationen und Veränderungsprozesse.
Wir haben die zentralen Anforderungen im Motto unserer Confare CIOSUMMITs 2026 zusammengefasst: Create. Inspire. Own.
Create, weil die Rolle heute schöpferisch ist und nicht administrativ.
Inspire, weil Veränderung nur funktioniert, wenn Menschen mitgehen.
Own, weil es klare Verantwortung braucht, um grosse Transformationen umzusetzen.
Die Rolle des CIO ist heute näher am Unternehmer als am klassischen IT-Leiter. Entscheidend ist am Ende der Blick auf den Endkunden – dort wird der tatsächliche Beitrag der IT sichtbar.
Sie stehen im Austausch mit CIOs aus verschiedenen europäischen Ländern. Welche Herausforderungen beschäftigen die IT-Leitungsetagen derzeit am meisten?
Michael Ghezzo:
Was derzeit viele CIOs beschäftigt, ist die Frage nach digitaler Souveränität. Die Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern wird zunehmend kritisch gesehen – gleichzeitig will niemand den Anschluss an globale Innovationszyklen verlieren. Diese Balance sauber zu managen, ist eine der zentralen Aufgaben.
Entscheidend ist dabei: Handlungsfähigkeit entsteht nicht später, sondern jetzt. Wer heute in Architektur, Softwareentwicklung und Einkauf die falschen Entscheidungen trifft, hat morgen keine Optionen mehr.
Gleichzeitig erleben wir, dass geopolitische Spannungen auch einen Innovationsschub auslösen können. Der Druck, unabhängiger zu werden, führt dazu, dass neue Lösungen entstehen, sich alternative Anbieter entwickeln und bestehende Strukturen hinterfragt werden. Innovation entsteht in solchen Phasen selten aus Komfort, sondern unter Druck.
Dazu kommt der Druck, AI sinnvoll in bestehende Geschäftsmodelle zu integrieren. Nicht als isoliertes Projekt, sondern entlang konkreter Prozesse. Viele Organisationen stehen hier noch am Anfang, gleichzeitig steigt die Erwartungshaltung sehr schnell. Der Unterschied wird am Ende nicht durch die Technologie entstehen, sondern durch die Qualität der Umsetzung.
Ein weiterer zentraler Punkt sind die klassischen Hausaufgaben: Architektur, Cybersecurity, Compliance und die Modernisierung gewachsener Legacy-Systeme. Diese Themen sind wenig spektakulär, entscheiden aber darüber, ob Transformation überhaupt möglich ist. Viele Organisationen haben hier kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.
CIOs sind heute viel stärker in unternehmerische Entscheidungen eingebunden und tragen direkte Verantwortung für Wertschöpfung. Sie treffen Entscheidungen, die sich unmittelbar auf das Geschäft auswirken.
Und schliesslich bleibt das Thema Talente. Es geht nicht nur darum, Fachkräfte zu finden, sondern Teams aufzubauen, die mit dieser Dynamik umgehen können.
In Summe ist es weniger ein einzelnes Thema als die Gleichzeitigkeit all dieser Anforderungen, die die Rolle so anspruchsvoll macht.
Welche Besonderheiten beobachten Sie bei der CIO-Community in der Schweiz – etwa im Umgang mit Innovation, Regulierung oder Datensouveränität?
Barbara Klinka-Ghezzo:
Was die Schweizer CIO-Community besonders macht, ist diese Mischung aus Pragmatismus, Innovationsgeist und Umsetzungswillen. Themen werden weniger lange diskutiert, sondern zügig in die Umsetzung gebracht.
In Österreich trifft man häufiger auf eine „schauen wir mal“-Mentalität, in Deutschland ist die Stimmung aktuell oft stärker von Skepsis geprägt. In der Schweiz hingegen wird vergleichsweise unaufgeregt gearbeitet – mit klarem Fokus auf Fortschritt.
Michael Ghezzo:
Auch beim Thema Abhängigkeiten war man in der Schweiz immer sensibel. Entsprechend früh wird darüber nachgedacht, wie man sich technologisch breiter aufstellt und Abhängigkeiten reduziert – insbesondere gegenüber US-amerikanischen Hyperscalern.
Gleichzeitig bringt die Position ausserhalb der EU Herausforderungen mit sich. Der Zugang zu europäischen Initiativen und Anbietern, die sich aktuell formieren, ist nicht immer so direkt gegeben.
Ich würde sagen: Die Schweizer CIO-Community ist aktuell einen Schritt schneller dabei, die notwendigen Weichen für mehr Unabhängigkeit zu stellen.
Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und geopolitische Spannungen verändern derzeit viele IT-Strategien. Welche Rolle werden CIOs künftig in diesen Transformationsprozessen spielen?
Michael Ghezzo:
CIOs werden in diesen Transformationsprozessen eine deutlich aktivere Rolle einnehmen müssen. Die Zeiten, in denen IT primär als Serviceeinheit verstanden wurde, sind vorbei. Heute geht es darum, unternehmerische Entscheidungen mitzugestalten.
Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und geopolitische Spannungen wirken direkt auf Geschäftsmodelle, Lieferketten und Wertschöpfung. CIOs sitzen damit an einer Stelle, an der Technologie, Risiko und Geschäft zusammenlaufen. Diese Verbindung wird in Zukunft noch enger.
Gerade bei AI zeigt sich das sehr deutlich: Es reicht nicht, Technologien einzuführen. Es geht darum, konkrete Anwendungsfälle umzusetzen, Prozesse zu verändern und Verantwortung für die Ergebnisse zu übernehmen.
Parallel dazu bleibt die Absicherung der Systeme eine zentrale Aufgabe. Cybersecurity und Compliance sind keine Randthemen, sondern Voraussetzung dafür, dass Unternehmen überhaupt handlungsfähig bleiben.
Die Rolle des CIO wird damit insgesamt unternehmerischer – mit klarer Verantwortung für Ergebnisse.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird sich das Confare CIOSUMMIT – und vielleicht auch die Rolle der CIOs – in den nächsten zehn Jahren weiterentwickeln?
Michael Ghezzo:
Das Confare CIOSUMMIT wird sich weiter in Richtung Plattform entwickeln. Events bleiben ein zentraler Ankerpunkt, aber der eigentliche Wert entsteht im kontinuierlichen Austausch davor und danach. Es geht darum, relevante Themen früh sichtbar zu machen, Menschen zu vernetzen und den Dialog über das ganze Jahr hinweg zu führen.
Gleichzeitig wird sich der Anspruch weiter erhöhen. Inhalte müssen näher an die Umsetzung rücken – weniger Theorie, mehr konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Die Community wird noch stärker mitgestalten, welche Themen auf die Bühne kommen und wie sie diskutiert werden.
Und diese Bühne wird grösser werden: mehr Sichtbarkeit für die Schweizer IT und für die Rolle der CIOs.
Denn die Rolle des CIO entwickelt sich klar in Richtung unternehmerische Verantwortung. CIO steht nicht für „Career is over“, sondern für Create. Inspire. Own.
Create, weil CIOs aktiv an neuen Geschäftsmodellen und Lösungen arbeiten.
Inspire, weil sie Menschen und Organisationen in Veränderungsprozessen mitnehmen.
Own, weil sie Verantwortung für Ergebnisse übernehmen.
Barbara Klinka-Ghezzo:
Und diese Entwicklung wird stark von der Community getragen werden. Die Beteiligung wird intensiver, der Austausch noch praxisnäher.
Michael Ghezzo:
Was man dabei auch sieht: Die nächste Generation beginnt sich bereits aktiv einzubringen. Unser Sohn Leon arbeitet heute schon im Unternehmen und in der Community mit. Das erweitert unsere Perspektiven und hilft uns, auch für eine jüngere Zielgruppe relevant zu bleiben.
Wir haben noch viel vor.
Am Ende bleibt es dabei: Es geht darum, relevante Gespräche zu ermöglichen und Menschen zusammenzubringen, die Verantwortung übernehmen und Dinge voranbringen.



