Michael Ghezzo (Confare): Barcelona – Seit Jahrhunderten ein Ort des Aufbruchs. Heute ein Treffpunkt für Europas CIOs

Barcelona steht seit Jahrhunderten für Modernisierung. Die Stadt war nie nur Kulisse eines kulturellen Aufbruchs – sie war immer dessen aktiver Motor.
Meinen ersten Tag habe ich für einen Spaziergang durch die Stadt, das Erkunden möglicher Hallenbäder für meine Schwimmrunden und einen Besuch im Museu d’Història de Catalunya genutzt.
Die sorgfältig inszenierte Ausstellung zeigt, wie tief der Geist der Innovation und Modernisierung in der regionalen Identität verankert ist: Katalonien entwickelte sich schon im Mittelalter zu einem der am stärksten urbanisierten und wirtschaftlich aktivsten Räume der Iberischen Halbinsel. Handel, Gewerbe, Zünfte und Seefahrt bestimmten das Leben. Barcelona war Teil der Krone von Aragon, deren Handelsverbindungen bis in das östliche Mittelmeer reichten.
Ein anderes Ethos als der Rest Spaniens
Während in Kastilien das Ideal des Hidalgo eine gesellschaftliche Ordnung prägte, deren Status sich weniger über Arbeit als über Ehre und Herkunft definierte, wurde Barcelona durch ein anderes Ethos geformt: das der Handwerker, Kaufleute und städtischen Eliten, die Wohlstand durch Unternehmertum, Innovation und internationale Beziehungen schufen.
Diese Differenz ist gut dokumentiert – sozialhistorisch, wirtschaftlich, literarisch. Sie erklärt, warum Barcelona immer sensibel reagierte, wenn zentrale Autorität zu stark eingreifen wollte, und warum die Stadt ein Ort blieb, der sich durch kritisches Denken, soziale Bewegung und wirtschaftliche Eigenständigkeit definierte.
Ihr Ticket zum Wohlstand durch Unternehmertum, Innovation und internationale Beziehungen: Das Confare CIOSUMMIT Wien am 25.–26. März 2026 in der METAStadt. HIER anmelden.
Gaudí und der eigenwillige Fortschrittsglaube
Man erkennt diesen Geist in allem, was Barcelona geprägt hat – in den Werkstätten der Handwerker ebenso wie in den Bauwerken von Antoni Gaudí, der Technik, Kunst und Natur zu einem eigenen System des Denkens verband.
Sein Fortschrittsglaube war nie kopflos oder gefällig, sondern Ausdruck einer Überzeugung: dass Innovation aus Individualität entsteht.
Ein Widerspruch gegen das Gewöhnliche – und vielleicht genau das, was Innovation bis heute in dieser Stadt ausmacht.
Vom Mittelalter zur Moderne – und weiter zur Technologie
Dass Barcelona heute zu den europäischen Zentren für Technologie zählt, ist also weniger ein Zufall als eine Fortsetzung seiner historischen DNA.
Die Stadt gehört seit Jahren zu den führenden europäischen Hubs für Start-ups und digitale Wirtschaft. Laut mehreren europäischen Innovationsrankings rangiert Barcelona regelmäßig unter den Top Tech-Hubs des Kontinents. Unternehmen aus IT, Biotech, Mobilität, Nachhaltigkeit, E-Commerce und Gaming siedeln sich hier an; Universitäten wie die Universitat Politècnica de Catalunya oder die Universitat Pompeu Fabra zählen zu den forschungsstärksten Europas in Informatik, Robotik und Biomedizin.
Diese Modernisierung ist nicht allein wirtschaftlich. Sie ist kulturell.
Eine Stadt, die durch ihre Geschichte gelernt hat, Veränderung nicht zu fürchten, sondern zu gestalten, wird zur natürlichen Heimat für eine Industrie, die heute denselben Geist verlangt: Offenheit, Neugier, unternehmerische Verantwortung.
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Das Zuhause des Gartner Symposiums in Europa
Daher ist es nur folgerichtig, dass das Gartner Symposium seit vielen Jahren ausgerechnet hier stattfindet. Barcelona bringt mit, was Technologie-Leader benötigen: Energie, Internationalität, ein urbanes Innovationsökosystem – und eine Geschichte, die zeigt, dass Fortschritt immer dort gelingt, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Genau das spiegelt auch das Motto der kommenden Confare CIOSUMMITs wider:
Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.
Barcelona hat diesen Dreiklang schon gelebt, lange bevor er formuliert wurde: Neues schaffen, andere inspirieren, Verantwortung für das eigene Tun übernehmen.
Eine persönliche Perspektive
Für mich persönlich ist diese Stadt weit mehr als ein Eventstandort. Sie begleitet mich seit vielen Jahren – von meiner Hochzeitsreise über Urlaube mit den Kindern bis zu den regelmäßigen Besuchen des Gartner Symposiums.
Vielleicht entsteht gerade dadurch ein besonders klarer Blick auf diese Stadt: Man erlebt sie sowohl privat als auch beruflich und wird sensibilisiert für diesen Geist der mutigen, manchmal trotzigen Eigenständigkeit.
Wer historische Romane über Barcelona liest – über den mittelalterlichen Aufbruch, den Widerstand gegen zahlreiche Mächte, manchmal auch gegen jede Chance; über die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, die soziale Mobilität dieser Zeit und den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt – findet darin oft denselben Grundton wieder: ein tiefes Vertrauen in das eigene Können und ein Selbstverständnis, das auf Gestaltung, nicht auf Passivität beruht.
Meine liebsten Romane rund um das historische Barcelona habe ich vor einigen Jahren im Confare Blog zusammengefasst.
Wer hat inzwischen neue Tipps für mich?
Blick nach vorn
Morgen startet das Gartner Symposium: vier Tage voller Themen, die Europa bewegen – strategische Fragen der digitalen Infrastruktur, KI-Ökosysteme, Plattformarchitekturen, geopolitische Abhängigkeiten, neue Führungsmodelle für CIOs.
Ich bin vor Ort und werde im Confare Blog und auf LinkedIn laufend berichten – über Impulse, Gespräche und die Themen, die unsere Community in den kommenden Monaten prägen werden.
Barcelona liefert dafür erneut den passenden Rahmen:
Eine Stadt, in der Fortschritt Geschichte hat. Auch in Zukunft.
Euer
Michael Ghezzo


