Confare ImpactAward Nominee Michael Leitner – Beheben Sie Ihr Senderproblem!

by Leon Ghezzo

NEU im ConfareBlog
Behind the Badge mit Confare ImpactAward Nominee Michael Leitner – Beheben Sie Ihr Senderproblem!
 

Eine dezentrale Unternehmensgruppe kann man nicht mit einer zentralistischen IT-Strategie transformieren.

Genau darüber sprach Michael Leitner in der LinkedIn-Live-Reihe Behind the Badge mit Michael Ghezzo. Die PBS-Gruppe ist in zehn Ländern tätig, rund 90 Prozent der Entscheidungen werden lokal getroffen. Für die IT bedeutet das: Services müssen überzeugen. Architektur muss modular sein. Governance braucht ein klares Mandat. Und die IT muss sich selbst stärker als Businesspartner verstehen.

Michael Leitner gestaltet diesen Wandel als Geschäftsführer der PBS Logitek Dienstleistungen. Aus einer klassischen Gruppen-IT entsteht ein angebotsorientierter IT- und Logistikdienstleister für eine Unternehmensgruppe, deren Geschäft sich durch Digitalisierung, AI und Agentic Commerce spürbar verändert.

Michael Leitner ist Nominee beim Confare ImpactAward. Er kann täglich im Online Voting unterstützt werden. Verliehen wird der Confare ImpactAward beim Confare CIOSUMMIT Frankfurt.

Michael Ghezzo:
Herzlich willkommen zu einem weiteren Behind the Badge LinkedIn Live Talk mit Confare. Ich freue mich sehr, Michael Leitner heute begrüßen zu dürfen. Er ist Geschäftsführer der PBS Logitek und für den Confare ImpactAward nominiert. Herzlichen Glückwunsch dazu, Michael, und schön, dass du dir Zeit genommen hast.

Michael Leitner:
Herzlichen Dank, Michael, für die Einladung. Ich freue mich sehr über die Nominierung und bin gespannt auf unser Gespräch.

Michael Ghezzo:
Die Nominierung kommt nicht von ungefähr. Ihr habt eine weitreichende Transformation hinter euch und gleichzeitig noch einiges vor euch. Du hast die IT in einer herausfordernden Markt- und Unternehmenssituation übernommen. Was ist das Zielbild dieser IT- und Business-Transformation?

Michael Leitner:
Vielleicht kurz ein Satz zu uns als Unternehmen. Die PBS-Gruppe ist ein europaweit tätiges Handelsunternehmen im Bürobedarfsbereich mit rund einer halben Milliarde Euro Umsatz, 1.400 Mitarbeitenden und Standorten in zehn Ländern. Ich bin Geschäftsführer der PBS Logitek, unserem internen IT- und Logistikdienstleister. Die Herausforderung besteht darin, dass die PBS-Gruppe kulturell sehr dezentral organisiert ist. Rund 90 Prozent der Entscheidungen werden lokal getroffen. Das ist Teil der PBS-DNA. Auf eine solche Unternehmenskultur kann man nicht mit einer zentralistischen IT-Strategie antworten. Frei nach Peter Drucker: Culture eats strategy for breakfast. Das haben wir selbst erlebt.

Deshalb transformieren wir die PBS Logitech von einer klassischen Gruppen-IT zu einem angebotsorientierten IT-Dienstleister. Wir bieten Services an. Unsere Gesellschaften haben keinen Kontrahierungszwang. Wir müssen mit unseren Leistungen überzeugen.

Parallel dazu verändert sich auch unser Geschäft. Die Digitalisierung wirkt sich unmittelbar auf unser Produktsortiment aus. Gleichzeitig beschäftigen uns Themen wie AI und insbesondere Agentic Commerce. Noch ist nicht vollständig klar, wohin die Entwicklung führt. Klar ist aber, dass sie den Handel nachhaltig verändern wird.

Michael Ghezzo:
Du hast den Weg beschrieben. Wie gelingt der Schritt von einer internen IT hin zu einem Service- und Businesspartner?

Michael Leitner:
Am Anfang steht das richtige Selbstverständnis. Man spricht nicht mehr mit Mitarbeitenden, sondern mit Kunden. Man muss sich selbst als Businesspartner verstehen und diese Rolle auch leben. Dazu gehören aus meiner Sicht drei Ebenen. Die erste betrifft das Angebot. Welche Services biete ich an? In welcher Qualität? Das kann ein klassischer Servicekatalog sein, entscheidend ist aber, dass klar definiert ist, welche Leistungen erbracht werden. Die zweite Ebene betrifft die Leistungserbringung. Welche Services erbringen wir selbst? Wo arbeiten wir mit Partnern zusammen? Welche Make-or-Buy-Entscheidungen treffen wir? Damit entwickelt sich die IT auch unternehmerisch weiter. Die dritte Ebene ist die Architektur. Angebote müssen modular aufgebaut sein. Die einzelnen Gesellschaften sollen genau die Leistungen beziehen können, die sie benötigen. Das gelingt nicht von heute auf morgen. Es ist ein Weg, auf dem wir uns Schritt für Schritt bewegen.

Michael Ghezzo:
Was verändert sich dadurch innerhalb der IT?

Michael Leitner:
Das größte Thema ist tatsächlich das Selbstverständnis. Klassischerweise definiert die interne IT Governance, Standards und technologische Vorgaben. Als IT-Dienstleister verändert sich diese Rolle. Natürlich definieren wir weiterhin Sicherheitsanforderungen oder Nutzungsbedingungen unserer Services. Die eigentliche Governance braucht aber ein klares Mandat. Gleichzeitig kann man einen solchen Wandel nicht verordnen. Man kann nicht einfach sagen: “Ab morgen seid ihr Dienstleister und habt Kunden.” Das entwickelt sich über die Zeit.

Confare #CIOSUMMIT Frankfurt - Hier anmelden

Das Confare CIOSUMMIT Frankfurt ist der Ort, an dem diese Fragen mit CIOs, IT-Entscheidern und führenden Technologiepartnern weiterdiskutiert werden. HIER anmelden.

Michael Ghezzo:
Genau darüber wollte ich mit dir sprechen. Wie nimmt man Menschen bei einer so umfassenden Veränderung mit?

Michael Leitner:
Das ist wahrscheinlich die größte Herausforderung. Einerseits besteht hoher Zeitdruck, andererseits müssen die Menschen den Weg mitgehen. Kommunikation ist dabei entscheidend. Es gibt keine Patentlösung.

Wir haben zum Beispiel mit regelmäßigen Townhall-Meetings begonnen. Anfangs fanden sie alle vier bis fünf Wochen statt. Irgendwann haben wir gemerkt, dass dieser Rhythmus nicht optimal ist, und ihn angepasst.

Ich erinnere mich an einen Satz aus meiner Zeit bei TIGER Coatings: “Du musst Dinge siebenmal in sieben verschiedenen Formen kommunizieren.” Das beschreibt Veränderung sehr gut. Man probiert Dinge aus. Manche funktionieren, andere nicht. Wichtig ist auch, Widerstände ernst zu nehmen. Hinter Widerständen stehen oft gute Argumente. Deshalb muss man zuhören. Gleichzeitig braucht Führung den Mut zu entscheiden, wann diskutiert wird und wann der Zeitpunkt gekommen ist, den nächsten Schritt zu gehen.

Michael Ghezzo:
Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. Wie schafft man Vertrauen?

Michael Leitner:
Vertrauen ist die Grundlage meiner Führung. Ich arbeite grundsätzlich mit Vertrauensvorschuss. Gerade in Veränderungsprozessen kann man das endgültige Ergebnis selten versprechen. Was man aber zusagen kann, ist Verlässlichkeit. Wenn ich sage, dass ich etwas auf eine bestimmte Weise tun werde, dann muss ich das auch so machen. Dadurch werde ich berechenbar. Die Menschen kennen vielleicht noch nicht das endgültige Ziel. Sie wissen aber, worauf sie sich verlassen können. Diese Vorbildwirkung ist aus meiner Sicht der wichtigste Baustein für Vertrauen.

Michael Ghezzo:
Genauso wichtig ist das Vertrauen des Vorstands in die IT. Wie findet man bei der Vielzahl an Themen Gehör, ohne den Vorstand mit technischen Details zu überfordern?

Michael Leitner:
Auch hier beginnt alles mit dem Verständnis der eigenen Rolle. Ich muss verstehen, was der Vorstand erreichen möchte. Ich muss die Sprache des Vorstands sprechen und das Geschäft verstehen. Ebenso wichtig ist die Art der Kommunikation. Der eine Vorstand arbeitet lieber mit schriftlichen Berichten, der nächste bevorzugt Präsentationen und andere möchten Informationen stark visualisiert erhalten. Wenn ich möchte, dass meine Botschaft ankommt, muss ich sie am Empfänger ausrichten.

Michael Ghezzo:
Zwischen Servicequalität, Innovation, Kosten und Sicherheit entstehen täglich Zielkonflikte. Wie triffst du in solchen Situationen Entscheidungen?

Michael Leitner:
Die Frage gefällt mir sehr gut. Ich sehe diese vier Faktoren wie eine stabile Pyramide, innerhalb derer wir ständig optimieren. Entscheidend ist, unternehmerisch zu handeln. Natürlich könnte man sagen, Sicherheit geht immer vor. Am Ende bleiben es aber unternehmerische Entscheidungen. Ich habe mir angewöhnt, solche Entscheidungen als Business Judgement festzuhalten. Ich treffe sie mit dem Wissen, das ich zu diesem Zeitpunkt habe. Grundsätzlich sehr faktenorientiert. Gleichzeitig ist mein Bauchgefühl für mich ebenfalls ein Sensor, den ich bewusst mit einbeziehe. Wenn beispielsweise Sicherheit oder Innovation kurzfristig wichtiger werden, kann das bedeuten, Budgets umzuschichten oder zusätzliches Budget beim Vorstand einzufordern. Entscheidend ist, diese Entscheidungen aktiv zu treffen. Und eines gehört ebenfalls dazu: Das Business Judgement von gestern ist nicht automatisch das Business Judgement von morgen.

Michael Ghezzo:
Ist es im Zuge dieser Neuausrichtung schon passiert, dass sich eine Gesellschaft gegen eure Services entschieden hat?

Michael Leitner:
Wir führen solche Gespräche bereits.

Unser Ansatz lautet dabei immer: Auch wenn sich eine Gesellschaft gegen unseren Service entscheidet, begleiten wir sie trotzdem. Wir sehen darin ein zusätzliches Betätigungsfeld im IT-Consulting und IT-Management-Consulting. Unser Selbstverständnis verändert sich dadurch deutlich. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, Services selbst zu liefern, sondern Unternehmen bei ihren Entscheidungen zu begleiten.

Michael Ghezzo:
Dann braucht ihr künftig auch andere Kompetenzen.

Michael Leitner:
Genau. Wir entwickeln unsere Mitarbeitenden Schritt für Schritt in diese Richtung weiter.

Michael Ghezzo:
Habt ihr keine Sorge vor Schatten-IT?

Michael Leitner:
Schatten-IT gehört inzwischen zum Alltag. Wichtig ist vor allem Transparenz.

Wir möchten als Gruppe den Überblick behalten, welche Lösungen an den verschiedenen Standorten entstehen. Nur so können Synergien genutzt werden. Wenn beispielsweise in einem Land eine interessante AI-Lösung entsteht, sollten auch andere Gesellschaften davon profitieren können. Dieser Gesamtüberblick ist für uns sehr wertvoll.

Michael Ghezzo:
Wie hältst du persönlich deine Energie und Motivation aufrecht, wenn Widerstände größer werden als erwartet?

Michael Leitner:
Meine Motivation ziehe ich aus Veränderung. Stillstand ist für mich deutlich schwieriger als Veränderung. Ein Mitarbeiter hat einmal zu mir gesagt: “Du kennst ja keine Probleme.” Natürlich kenne ich Probleme. Aber ich sehe sie als Herausforderungen. Wenn man gestalten darf und das entsprechende Mandat hat, dann kann man auch etwas bewegen. Natürlich gibt es Zielkonflikte. Natürlich gibt es schwierige Diskussionen. Aber genau das macht Management aus. Und genau deshalb macht mir diese Aufgabe so viel Freude.

Michael Ghezzo:
Du bist für den Confare ImpactAward nominiert. Wofür steht eine Stimme für Michael Leitner?

Michael Leitner:
Für mich steht sie für eine IT, die gestaltet und nicht nur umsetzt. Für eine IT, die unternehmerisch denkt. Für klare Entscheidungen. Für eine IT, die Verantwortung übernimmt und ihre Leistungen sichtbar macht. Ich glaube, genau diese Sichtbarkeit ist wichtig – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch darüber hinaus.

Michael Ghezzo:
Das gefällt mir sehr gut. Verantwortung und unternehmerisches Denken gehören zu den Themen, die wir auch bei den kommenden Confare CIOSUMMITS intensiv diskutieren werden. Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Voting und freue mich auf unser Wiedersehen.

Michael Leitner:
Vielen Dank, Michael. Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut.

Confare ImpactAward Voting Banner

Im Online Voting kann Michael Leitner täglich unterstützt werden und damit sichtbar machen, welche IT-Arbeit im DACH-Raum mehr Aufmerksamkeit verdient.

Hier gibt es das Behind the Badge mit Michael Leitner in voller Länge:

Für Sie ausgewählt

Leave a Comment