Behind the Badge mit Confare Swiss CIOAWARD Nominee Raymond Schnidrig – IT im Private Equity

by Cansu Karacan

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Behind the Badge mit Confare TopCIO Raymond Schnidrig – IT im Private Equity

In der LinkedIn-Live-Reihe Behind the Badge sprach Raymond Schnidrig mit Michael Ghezzo über die technologische Transformation bei Partners Group – von einer gewachsenen IT-Landschaft hin zu einer skalierbaren, cloudbasierten Plattform für globales Wachstum. Sein Fokus: Klare Architekturprinzipien, Resilienz in einem stark regulierten Umfeld und eine IT, die als Enabler für Investitionsentscheidungen agiert.

Damit positioniert sich Raymond Schnidrig nicht nur als Gestalter im Private Equity-Umfeld, sondern wird auch als Confare TopCIO des Jahres 2025 ausgezeichnet. 

Michael: Partners Group ist für viele in der breiten Öffentlichkeit vielleicht nicht ganz so bekannt. Kannst du uns kurz erklären, was euer Unternehmen genau macht?

Raymond: Klar. Die Partners Group investiert Kapital von institutionellen Kunden in nicht-börsennotierte Unternehmen – also im sogenannten Privatmarkt. Unsere Kunden sind typischerweise Pensionskassen, Versicherungen oder Family Offices mit einem langfristigen Investmenthorizont. Wir investieren in Unternehmen, arbeiten eng mit den Management-Teams zusammen, verbessern die Firmen strukturell und operativ und verkaufen sie nach etwa fünf Jahren wieder. Ein Beispiel: Die Partners Group ist Miteigentümerin der Uhrenmarke Breitling. Wer also eine Breitling trägt, trägt indirekt zur Rendite unserer Kunden bei.

Michael: Spannend! Was ist deine Rolle als CTO in diesem Kontext?

Raymond: Ich bin für die gesamte Corporate IT verantwortlich. Das umfasst den Investmentprozess, das Accounting für unsere über 1.000 Fonds sowie das Reporting gegenüber unseren Kunden. Die gesamte Lifecycle-Unterstützung eines Private-Market-Investments läuft über unsere IT-Systeme.

Michael: Und dabei müsst ihr nicht nur technologisch, sondern auch regulatorisch einiges beachten, oder?

Raymond: Absolut. Wir haben 23 Standorte weltweit und unterstehen mehr als zehn verschiedenen Finanzaufsichten. Wir sind zwar keine Bank, sondern ein Advisor, was die Sache etwas einfacher macht, aber regulatorische Anforderungen sind dennoch ein zentrales Thema.

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Michael: Ihr habt eine grosse Transformation hinter euch. Was war der Auslöser?

Raymond: Vor etwa sechs Jahren hat das Unternehmen beschlossen, die Assets under Management bis 2025 zu verdoppeln. Dafür musste die technologische Basis mitwachsen. Wir haben eine klare IT-Strategie formuliert, unsere Core-Applikationen modernisiert, viele SaaS-Lösungen integriert und auf Cloud gesetzt – unter anderem mit AWS. Gleichzeitig haben wir unsere Teams organisatorisch weiterentwickelt.

Michael: Das klingt nach einer intensiven Phase. Wie habt ihr das gemanagt?

Raymond: Wir haben eng mit den Business Lines zusammengearbeitet und sichergestellt, dass die Transformation nicht nur technologische, sondern auch menschenbezogene Fortschritte bringt. Dazu gehörte unter anderem, den Tech-Stack zu modernisieren, um auch für junge Talente attraktiv zu sein. Wir bieten heute klare Karrierepfade und nutzen modernste Technologien – das macht uns wettbewerbsfähig im War for Talents.

Michael: Was waren die grössten Herausforderungen?

Raymond: Neben dem klassischen Change Management war sicher COVID-19 eine der grössten Herausforderungen. Wir mussten mitten in der Transformation unsere Prioritäten neu setzen und den operativen Betrieb sichern. Das hat uns Flexibilität und Pragmatismus abverlangt.

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Michael: Welche Technologien haben den grössten Impact gebracht?

Raymond: Neben Cloud und SaaS-Lösungen haben wir bewusst auf eine klare Architekturstrategie gesetzt: Buy where possible, build where it differentiates. Wir haben zum Beispiel unsere CRM- und Fondsmanagementsysteme erneuert. Wichtig war uns auch, nicht neue Legacy zu schaffen, sondern mit Weitblick zu handeln.

Michael: Ein Thema, das derzeit viel diskutiert wird, ist digitale Souveränität. Wie wichtig ist das für euch?

Raymond: Sehr wichtig. Gleichzeitig ist es schwierig, US-Technologien komplett zu umgehen, da fast jede Infrastrukturkomponente US-basiert ist. Wir setzen daher auf geografisch verteilte Systeme und maximale Resilienz, um Risiken abzufedern.

Michael: Ihr sitzt ja im Crypto Valley. Nutzt ihr Blockchain?

Raymond: Ja, wir haben einen kleinen, nicht kritischen Prozess mit der Ethereum Blockchain umgesetzt – zur Dokumentenvalidierung. Das hilft uns, Innovation zu zeigen und ist gleichzeitig ein Employer-Branding-Instrument für Tech-Talente.

Michael: Apropos Employer Branding: Wie wichtig ist das Thema für dich?

Raymond: Extrem wichtig. Um Top Engineers zu gewinnen, muss man technologisch vorne dabei sein. Cloud, moderne Tools, gute Karrierepfade – all das macht den Unterschied.

Michael: Raymond, warum ist es dir wichtig, dass erfolgreiche IT vor den Vorhang geholt wird – wie beim Confare Swiss  CIOAWARD?

Raymond: Weil hinter einer erfolgreichen Finanzfirma wie unserer immer auch eine starke IT steht. Der Award ist ein Zeichen der Anerkennung für das ganze Team und zeigt intern wie extern, welchen Beitrag Technologie heute leistet.

Michael: Danke für das spannende Gespräch, Raymond. Ich freue mich, dich beim Confare CIOSUMMIT in Zürich zu sehen. Bis bald!

Hier gibt es das Behind the Badge mit Raymond Schnidrig in voller Länge:

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