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Behind the Badge – Das Interview mit ImpactAward Nominee Georg Oberdammer (CIO, TroGroup): Balance auf der Welle – Fokus, Ausdauer, Veränderung

Stempel, Laser, Digitalisierung: Wie aus einem Hidden Champion ein IT-Innovator wird.
Die TroGroup mit Marken wie Trodat und Trotec zählt zu den großen, wenn auch oft unterschätzten Global Playern aus Österreich. Weltmarktführer bei Stempelprodukten, führend im Bereich Lasertechnologie und zunehmend auch Vorreiter in Sachen Digitalisierung.
Georg Oberdammer, Group CIO und CDO, verfolgt dabei eine klare Vision: IT als Kernkompetenz, nicht nur als Supportfunktion. Mit dem Leitbild „Ahead of the Wave“ (hier nachzulesen) bringt er das Selbstverständnis seiner Organisation auf den Punkt – proaktiv, wertstiftend, strategisch ausgerichtet.
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Zum Start: CIO der TroGroup — eine klassische CIO-Rolle in einem klassischen Hidden Champion aus Österreich. Mittelständisches Unternehmen mit globaler Präsenz.
Genau.
Außer dem Unternehmensnamen TroGroup kennen viele wahrscheinlich die Trodat. Ich würde sagen, jedes österreichische Unternehmen, das, was auf sich hält, hat zumindest ein Produkt von euch im Haus. Vielleicht kannst du uns kurz schildern, was hinter der TroGroup steht?
Genau. Also, die TroGroup besteht aus drei Divisionen.
Die bekannteste ist sicher Trodat, der Weltmarktführer bei Stempelprodukten.
Dann haben wir Trotec, die Lasermaschinen zum Gravieren, Schneiden und Markieren herstellt.
Und die dritte Division ist die Laser Components Division, mit Unternehmen wie Raylase und Luxinar – hier geht es um die Entwicklung von Laserquellen und Steuerungskomponenten, die in verschiedensten Anwendungen verbaut werden.
Welche Rolle spielen denn IT und Digitalisierung dabei?
Eine große Rolle und Gott sei Dank eine immer stärkere. Wir fokussieren uns mit unserer neuen Strategie auf drei sogenannte Value Disziplinen.
Die erste ist Operational Excellence, also die klassische Aufgabe der IT: Prozesse automatisieren, digitalisieren, das Unternehmen effizienter machen.
Die zweite ist Customer Intimacy, also „kenne deine Kunden“. Hier geht es stark um Digital Sales, Webauftritt, E-Commerce.
Und die dritte ist Product Leadership – das heißt, unsere Produkte selbst so innovativ wie möglich zu gestalten.
Gerade in den Lasermaschinen steckt viel Software, UI, künstliche Intelligenz, Data Analytics – also wirklich tiefgehende Digitalisierung bis ins Produkt hinein.
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Das bedeutet, ihr habt mit der IT sogar Impact bis ins Geschäftsmodell hinein. Was war denn dein Anspruch, als du die Rolle übernommen hast?
Der Anspruch war ganz klassisch: IT und Digitalisierung zur Kernkompetenz zu machen. Den Wert, den IT fürs Unternehmen hat, viel stärker herausarbeiten — und das bis in die Geschäftsmodelle hinein.
Ihr habt ein spannendes Leitbild entwickelt: „Ahead of the Wave“. Vielleicht kannst du dazu ein bisschen erzählen?
Das ist ganz am Anfang entstanden. Ich bin vor ca. zwei Jahren ins Unternehmen gekommen, habe mich mit vielen Leuten aus und außerhalb der IT unterhalten.
Das Feedback aus der IT war vor allem: „Wir werden oft zu spät oder gar nicht involviert“ oder „Wir haben zu viele Anforderungen und zu wenig Kapazität.“
Daraus kam der Spruch: „Die Welle überrollt uns.“
Also haben wir gesagt: Der erste Schritt ist, vor die Welle zu kommen.
Daraus ist „Ahead of the Wave“ entstanden. Wir haben Erfolgssäulen definiert: von Standardisierung bis Innovation, bis hin zu einer viel engeren Zusammenarbeit mit dem Business.
Wir haben das auch auf die Unternehmensstrategie gemappt: Wie unterstützt IT den nachhaltigen, profitablen Wachstum der TroGroup?
Wie weit seid ihr auf dem Weg? Seid ihr schon vor der Welle unterwegs?
Ich würde sagen, ja. Das Schöne an dem Bild ist: Die Welle kann immer größer werden.
Wenn sie zu groß wird, müssen wir weiter an uns arbeiten — als IT, aber auch gemeinsam mit dem Business.
Ich glaube, wir sind in den letzten zwei Jahren ein gutes Stück gegangen, aber es liegt auch noch einiges vor uns.
Was macht man mit der gewonnenen Freiheit?
Einerseits investieren wir sie in Innovation. Zum Beispiel gehen wir proaktiv mit Themen wie KI oder Data Analytics auf die Fachbereiche zu. Wir haben dafür ein Center of Excellence for AI & Data Analytics gegründet.
Andererseits investieren wir in die interne Weiterentwicklung – etwa in das stärkere Alignment mit dem Business auf allen Ebenen.
Wir haben IT Business Partner etabliert, die für jede Division als Key Account fungieren, sowie Product Owner in den Teams, die operativ mit den Fachabteilungen an gemeinsamen Produkten arbeiten.
Das Bild mit dem Wellenreiter – hast du eigentlich persönlichen Bezug zum Wassersport?
Gar nicht. Ich bin kein Wellenreiter, kein Surfer, kein Segler. Das kam tatsächlich aus diesem Spruch „Die Welle überholt uns“.
Und es motiviert auch die Kolleg:innen?
Ja, tatsächlich. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Unsere Strategie gibt es natürlich auch in Bullet Points und PowerPoints, aber dieses Bild ist extrem eingängig. Und man kann es ständig weiterdenken – etwa: Der Wellenreiter muss immer das Gleichgewicht halten, also jeden Tag aktiv an der Balance arbeiten.
Wer verdient Ihrer Meinung nach den Confare ImpactAward? Stimmen Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App ab.
Jetzt ist der Wellengang aktuell ja nicht gerade gering. Geopolitik, Kostendruck … wie geht ihr damit um?
Das ist eine massive Herausforderung, vor allem für ein globales Unternehmen wie die TroGroup.
Wir müssen einerseits das „Daily Business“ immer effizienter gestalten, andererseits gleichzeitig neue Applikationen einführen, Mehrwert liefern.
Für mich ist der Schlüssel: Fokus. Gemeinsam mit den Fachbereichen priorisieren, woran wir arbeiten, wo wir nicht arbeiten – das immer wieder abgleichen.
Du hast ja viele Jahre Erfahrung als CIO. Würdest du sagen, die Rolle hat sich stark verändert?
Ja. Für mich persönlich nicht, weil ich schon immer den Anspruch hatte, IT auch ins Geschäftsmodell hineinzutragen. Aber in den Augen des Top Managements hat sich die Rolle massiv verändert.
Früher war IT oft „Kostenfaktor“ — heute ist IT als Kernkompetenz anerkannt, gerade auch durch den Hype um KI.
Deine Superkräfte als CIO?
Fokus. Für mich selbst, für die Mitarbeiter, fürs Unternehmen. Und Ausdauer: Auch bei Rückschlägen langfristig dranbleiben.
Du bist nominiert für den Confare ImpactAward. Was bedeutet die Stimme, die man dir geben kann?
Die Stimme steht dafür, dass IT und Digitalisierung als Wert erkannt werden und dass IT über den Tellerrand hinausgeht.
Ich glaube, mit der IT erfolgreich zu sein, heißt immer auch, das Business zu verändern.


