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Behind the Badge – Das Interview mit ImpactAward Nominee Karsten Rösener (CDO, Warsteiner Brauerei): Warum Digitalisierung beim Vertrauen beginnt

Confare ImpactAward Nominee Karsten Rösener ist CDO bei der Haus Cramer Gruppe, Warsteiner Brauerei und einer, der Digitalisierung nicht als Technikprojekt versteht, sondern als menschliche Aufgabe. Im ersten Gespräch mit ihm (hier im Blog nachzulesen) ging es um Haltung, Verantwortung und den Mut, anders zu führen.
Jetzt haben wir ihn in unserem Live-Format „Behind the Badge“ wiedergetroffen.
Wie gelingt Wandel in einem Traditionsunternehmen? Was passiert, wenn IT, HR und Kultur zusammenspielen? Und wie schafft man es, dass ein ganzes Team KI nicht als Bedrohung, sondern als Chance sieht?
Ein Gespräch über psychologische Sicherheit, Erfolge und die Frage, wie viel HR eigentlich in einem guten CDO steckt. Treffen Sie Karsten Rösener und viele weitere Top IT-Entscheider:innen am 30. September beim Confare CIOSUMMIT in Frankfurt.
Warsteiner ist eine bekannte Traditionsmarke. Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung bei euch?
IT, Digitalisierung und Automatisierung sind tragende Säulen für unsere Zukunft. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern vor allem darum, Daten intelligent zu nutzen, zu vernetzen und Prozesse zu automatisieren. Auch KI ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie.
Du hast mir einmal erzählt, dass in dir ein „HR-Herz“ schlägt. Wie viel HR steckt wirklich in dir?
Wahrscheinlich mehr als die Hälfte! Ich bin überzeugt: Technologie funktioniert nur über den Menschen. Vertrauen, Sicherheit und eine offene Kultur sind entscheidend, damit Veränderungen erfolgreich gelingen. Digitalisierung beginnt bei Menschen, die sich sicher fühlen und Vertrauen haben.
Unser Team ist sehr divers — von 18 bis 66 Jahren, über 30 % Frauenanteil. Das ist herausfordernd, aber auch bereichernd. Unterschiedliche Generationen bringen unterschiedliche Perspektiven, und das schafft Energie.
Du setzt stark auf Transparenz und psychologische Sicherheit. Wie spielt da HR mit?
HR ist für mich kein Gegenspieler, sondern ein Partner. Gerade im Kulturwandel brauchen wir Führungskräfte, die diesen Wandel aktiv mitgestalten. Kulturwandel bedeutet nicht immer, alles in Richtung maximale Freiheit zu entwickeln. Manchmal braucht es auch wieder mehr Struktur. Es geht darum, den richtigen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen sicher und erfolgreich arbeiten können.
IT mit Impact trifft man am besten beim Confare CIOSUMMIT Frankfurt. Melden Sie sich HIER an.
Bei Traditionsunternehmen ist der digitale Wandel oft besonders herausfordernd. Wie schafft ihr das?
Es kommt darauf an. Manchmal gehen wir sehr behutsam vor, um Ängste abzubauen. In anderen Fällen setzen wir bewusst einen klaren Schnitt, um ein starkes Signal zu geben.
Jedes Projekt ist individuell. Es gibt kein Standard-Rezept, keine Schablone. Wichtig ist, den Menschen mitzunehmen und die richtige Balance aus Tempo, Klarheit und Empathie zu finden.
Digitalisierung „nach Maß“ oder wie Du schon mal in unserem Blog formuliert hast: „Human in the Loop“. Wie funktioniert das bei euch konkret?
In Projekten sprechen wir zu 20 % über Inhalte, Budgets und Timelines — und zu 80 % über Menschen. Stakeholder-Management ist entscheidend.
Am Ende entscheidet nicht die beste Technologie über den Erfolg, sondern ob die Menschen sie annehmen und aktiv nutzen. Menschen akzeptieren auch Lösungen, die nicht 100 % perfekt sind, solange sie verstehen, was dahinter steckt, und sich abgeholt fühlen.
Was waren bisher deine größten Erfolge auf diesem Weg?
Einer der größten Erfolge war der Einsatz von Robotic Process Automation. Wir haben es geschafft, Ängste abzubauen und RPA als echte Unterstützung zu etablieren. Die Mitarbeiter waren froh, repetitive Aufgaben abgeben zu können — das schafft Freiraum für wertvollere Arbeit.
Ein weiteres wichtiges Thema ist KI. Zum Beispiel bauen wir aktuell unser IT-Ticketsystem so um, dass künftig bis zu 80 % der Anfragen von einer KI bearbeitet werden. Die Mitarbeiter sehen das nicht als Bedrohung, sondern als Chance, sich auf neue, spannendere Aufgaben zu konzentrieren.
Du bist für den Confare Impact Award nominiert. Warum sollte man für dich und dein Team stimmen?
Die Nominierung allein war für uns schon eine große Ehre. Sie zeigt, dass unsere Arbeit gesehen wird — auch außerhalb unserer Organisation.
Eine Stimme bedeutet Motivation für das gesamte Team. Es ist eine Wertschätzung für die tägliche Arbeit, für das, was wir gemeinsam erreichen. Und es zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg.
Du hast das Thema KI bereits angesprochen. Viele Unternehmen tun sich schwer, KI unternehmensweit zu skalieren. Wie geht ihr dieses Thema an?
Wir haben einen AI-Campus gestartet, an dem 85 % der Teilnehmer aus den Fachbereichen kommen — nicht nur aus der IT. Dort zeigen wir, was KI heute schon kann und was nicht.
Wir bewerten potenzielle Use Cases streng nach ihrem Return on Investment: Innerhalb eines Jahres muss sich der Einsatz rechnen. Außerdem bilden wir über 30 „Botschafter“ aus, die das Thema KI und Prompting unternehmensweit tragen und Kolleg:innen mitnehmen.
Am Ende geht es immer um Menschlichkeit und Mut. Wir wollen Ängste abbauen und Chancen sichtbar machen. KI ist eine Riesenchance, wenn wir sie richtig nutzen.
Wer verdient Ihrer Meinung nach den Confare ImpactAward? Stimmen Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App ab.
Skalieren mit Mut und Menschlichkeit — ein großartiges Schlusswort. Karsten, vielen Dank für das Gespräch. Ich könnte noch stundenlang mit dir weiterreden!
Vielen Dank! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Grüße an die Community!


