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Behind the Badge – Das Interview mit ImpactAward Nominee Steven Rottmann (Senior Vice President IT, ProSiebenSat.1 Media): Ownership statt Titel, Leadership statt Kontrolle

Ownership statt Titel, Leadership statt Kontrolle – bei ProSiebenSat.1 geht die IT neue Wege.
In seinem ersten Bloginterview (→hier nachzulesen) hat Steven Rottmann, Confare ImpactAward Nominee und Senior Vice President IT, erklärt, wie er mit seinem Team Verantwortung neu verteilt, Entscheidungsprozesse vereinfacht und Führung neu denkt.
Im Gespräch zwischen Michael Ghezzo und Steven Rottmann im Live-Format Behind the Badge wird deutlich, was das im Alltag heisst:
Wie schafft man es, dass Führung skalierbar wird? Wie organisiert sich ein Team ohne feste Abteilungen? Und was braucht es, damit Mitarbeitende Entscheidungen selbst treffen können – schnell, wirksam und ohne Umwege?
Ein Gespräch über Vertrauen, klare Zuständigkeiten und die Frage, warum es mehr bringt, wenn Teams selbst steuern, statt auf Ansagen zu warten.
Treffen Sie Steven Rottmann persönlich am CIOSUMMIT Frankfurt! Der Confare ImpactAward wird am Confare CIOSUMMIT Frankfurt am 30. September 2025 verliehen. Holen Sie sich HIER Ihr Ticket und voten Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App.
Auf deinem Badge steht „Vice President IT“ bei ProSiebenSat.1 Media. Was steckt hinter dieser Rolle, was machst du konkret?
Ich verantworte einen Querschnittsbereich innerhalb der IT. Dazu gehören IT-Security, Enterprise Architecture, Quality Assurance, Projektportfolio-Management, aber auch Themen wie Agile Coaching, Scrum Master und die IT-Logistik. Kurz gesagt: ein bunter Mix, der tief in die gesamte IT-Organisation hineinwirkt.
Die Medienwelt ist massiv von der digitalen Transformation betroffen. Eure Wettbewerber sind heute eher Google oder Spotify als klassische Medienhäuser. Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung für euer Geschäftsmodell?
Eine zentrale. IT ist nicht nur Technologie, sondern der Motor für unseren unternehmerischen Erfolg. Ohne IT würde unser Geschäftsmodell schlicht nicht funktionieren. Unser Anspruch ist es, nicht nur Enabler zu sein, sondern strategischer Partner und aktiver Mitgestalter — nur so können wir als Unternehmen erfolgreich bleiben.
Die IT hat lange darum gekämpft, überhaupt als Enabler anerkannt zu werden. Jetzt wollt ihr einen Schritt weitergehen. Was bedeutet das konkret?
Wir müssen das Bild der IT verändern. Oft haftet uns das Image an, langsam zu sein oder nicht immer kundenorientiert zu handeln. Deshalb wollen wir stärker kundenzentrisch denken — sei es für den Endkunden oder den internen „Kunden“.
Unser Ziel ist Co-Creation: gemeinsam mit Nutzern und Stakeholdern Lösungen entwickeln. Natürlich klappt das nicht immer, weil Zeit- und Budgetrestriktionen bestehen. Aber wo es möglich ist, können wir Proof Points setzen und damit das Vertrauen in die IT stärken.
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In unserem Gespräch für den Impact Award hast du „Co-Creation“ und „flexible Arbeitsstrukturen“ betont. Wie habt ihr das geschafft?
Ursprünglich komme ich aus dem digitalen Produktmanagement und habe dort viel über Agilität gelernt. Als ich in die IT wechselte, war das Arbeiten noch eher hierarchisch geprägt. Gleichzeitig gab es Kostendruck, Stellenabbau — ich stand vor der Frage: weitermachen wie bisher oder etwas Neues ausprobieren?
Mit Unterstützung meines Chefs haben wir ein neues Führungsmodell erprobt. Wir haben das klassische Führungsbild zerlegt, Rollen neu definiert und diese Rollen werden nun von den Teams selbst gewählt. Das schafft Ownership und Entwicklungsmöglichkeiten.
Zusätzlich haben wir ein Entscheidungsframework, Circles und eine Experimentierkultur eingeführt. So können sich Teams dynamisch zusammensetzen und wieder auflösen, je nach Aufgabe.
Ein mutiger Weg, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Wie hast du dir dafür den Freiraum geschaffen?
Indem wir kleine Schritte gegangen sind. Wir haben zunächst experimentiert und Vertrauen aufgebaut. Nach und nach haben wir dadurch bewiesen, dass das Modell funktioniert.
Die Ergebnisse sprechen für sich: schnellere Entscheidungen, 20 % mehr Motivation, bessere Ergebnisse — und das alles ohne zusätzliches Budget. Mit diesen Erfolgen wächst das Vertrauen weiter und man kann Schritt für Schritt mutiger werden.
Wenn die IT so neue Wege geht, wie reagieren die Fachbereiche?
Sehr positiv! Viele Bereiche waren interessiert, manche anfangs skeptisch: „Cool, aber bei uns funktioniert das sicher nicht.“
Inzwischen haben aber auch andere Abteilungen einzelne Experimente übernommen. Das Interesse wächst, weil die Veränderungen spürbar positiven Impact erzeugen.
Beim CIOSUMMIT in Wien hast du viele mit deinem Leadership-Ansatz begeistert. Was sind deine zentralen Werte als Führungskraft?
Ganz klar: Ownership, Transparenz, Ergebnisorientierung und Vertrauen.
Ownership heißt für mich, Verantwortung nicht nur zu haben, sondern sie auch wirklich zu wollen. Transparenz ist entscheidend, damit alle die besten Entscheidungen treffen können. Ergebnisorientierung bedeutet: Wir machen das nicht zum Selbstzweck, sondern arbeiten auf klare Ziele hin.
Und ohne Vertrauen funktioniert das alles nicht — Mikromanagement ist in unserem Modell gar nicht mehr möglich.
Du warst früher Berufssoldat. Das wirkt wie ein ganz anderer Führungsstil. Inwiefern prägt dich diese Erfahrung heute?
Sehr stark. Eine Schlüsselerfahrung war ein Gespräch mit einem General, der meinte, das Wichtigste in der Führung sei Menschlichkeit. Damit hatte ich damals nicht gerechnet.
Dazu kommt die sogenannte „Auftragstaktik“ aus der Bundeswehr: den Führungskräften auf allen Ebenen klarzumachen, was das übergeordnete Ziel ist. So können Entscheidungen auch in schwierigen Situationen eigenverantwortlich getroffen werden.
Heute kombiniere ich diese Klarheit mit den modernen Ansätzen der Selbstorganisation — „Best of both worlds“.
Wer verdient Ihrer Meinung nach den Confare ImpactAward? Stimmen Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App ab.
Was wären drei Dinge, die man sofort umsetzen sollte, wenn man einen ähnlichen Weg gehen will?
Erstens: Das richtige Mindset. Führung ist keine Frage von Position, sondern von Vertrauen und Verantwortung.
Zweitens: Klarheit bei Entscheidungen. Definiere genau, wer was wann und wie entscheiden darf — das schafft Freiraum.
Drittens: Experimentieren! Kleine Schritte nehmen die Angst vor Veränderung. So wird Veränderung zur neuen Normalität.
Du bist für den Confare ImpactAward nominiert. Wofür steht deine Nominierung?
Ich sehe die Nominierung stellvertretend für mein ganzes Team. Wir verkörpern ein neues Führungsbild, das auf Vertrauen, Klarheit und Mut basiert. Wir zeigen, dass man mit weniger Hierarchie und mehr Ownership echten Impact erzielen kann.
Du trägst viel Verantwortung, gehst neue Wege. Was motiviert dich?
Der Impact. Wenn Teams über sich hinauswachsen, Kunden begeistert sind und wir unsere Ziele erreichen — das ist für mich der größte Antrieb.
Ich danke dir für dieses inspirierende Gespräch, Steven. Ich freue mich über jede Stimme, die du beim Voting bekommst! Das Voting gibt’s auf Voting App Confare ImpactChallenge – Confare ImpactAward. Alles Gute und bis bald!
Vielen Dank, Michael! Ich freue mich auch. Bis bald!


