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Behind the Badge ImpactAward-Edition mit Jörg Kohlenz (Vorwerk) – Brücken zwischen Mensch, Prozessen und Technologien

Jörg Kohlenz ist Group CIO von Vorwerk, Nominee für den Confare ImpactAward und unser heutiger Gast beim Confare-Interviewformat Behind the Badge. Gemeinsam mit ihm spricht Confare Gründer Michael Ghezzo über die Brückenfunktion des CIOs, wieso das klassische “Demands Abarbeiten” heute nicht mehr funktioniert und vieles mehr.
Michael: Behind the Badge — das ist unser Format, das sich mit den Menschen hinter den IT-Funktionen beschäftigt. Jörg, was steht denn auf deinem Badge?
Jörg: Neben Vorname, Nachname und Vorwerk würde ich am liebsten „Unternehmer“ draufschreiben.
Michael: Unternehmer? Das klingt nach starkem Entrepreneurial Mindset.
Jörg: Genau!
Michael: Auf unseren Badges gibt es ja auch immer diese „Superkräfte“. Was stünde da bei dir?
Jörg: Ich würde sagen, Brückenbauer. Brücken zwischen Business und IT, zwischen Vision und Wirkung — und auch zwischen Mensch, Prozessen und Technologie. Und als zweite Superkraft: absolutes Durchhaltevermögen. Das kommt aus meiner Zeit im Kampfsport. Da sage ich immer: Wer in der ersten Runde schlecht aussieht, hat den Kampf noch lange nicht verloren.
Michael: Sehr stark! Jörg, Vorwerk ist eine bekannte Marke, mit starkem digitalen Fokus auch in den Produkten. Welche Rolle spielt die Group IT, die du leitest?
Jörg: Wir sind im Grunde das zentrale Nervensystem des Konzerns. Wir begleiten die gesamte Wertschöpfungskette: von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Dabei unterstützen wir systemisch, beraten und stellen Plattformen bereit.
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Michael: Du hast mir im Vorgespräch erzählt, wie wichtig dir das enge Zusammenwachsen von Fachbereichen und IT ist. Diese Trennung, die wir jahrelang gepflegt haben, hat für dich kaum noch Bedeutung?
Jörg: Genau. Das klassische Modell — IT liefert Hardware, Software, „arbeitet Demands ab“ — funktioniert heute nicht mehr. Technologie ist komplexer geworden. Wissen über IT steckt längst auch in den Fachbereichen. Damit verschwimmen die Grenzen, und es geht heute mehr darum, gemeinsam Plattformen aufzubauen, Governance zu gestalten und die Fachbereiche zu enablen.
Michael: Was macht das mit einer Organisation, wenn man diesen Shift einleitet?
Jörg: Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt keinen Blueprint. Jede Firma hat ihr eigenes Mindset, ihre eigene Führungskultur. Manche Bereiche sind schon offen und agil, andere weniger. Wichtig ist, dass man mutig vorangeht, auch wenn das Geschäft noch nicht so weit ist. Und ja: Veränderung stößt selten sofort auf Begeisterung. Das gehört dazu.
Michael: Du hast dich selbst als „Unternehmer“ beschrieben. Hilft dir dieser Blick, solche Veränderungen voranzutreiben?
Jörg: Absolut. Unternehmertum heißt zuhören und verstehen. IT ist am Ende auch ein Geschäft: Wir müssen die Bedürfnisse des Business verstehen, unter welchem Druck es steht — im Vertrieb, in der Produktion. Zuhören, verstehen, Brücken bauen — das ist entscheidend.
Wer verdient Ihrer Meinung nach den Confare ImpactAward? Stimmen Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App ab.
Michael: Du hast deine sportlichen Wurzeln erwähnt. Was kann man aus dem Kampfsport ins Business mitnehmen?
Jörg: Im Kampfsport gibt’s meistens drei Runden. Die erste Runde hilft, den Gegner zu verstehen. In der zweiten Runde passt man die Taktik an. In der dritten Runde entscheidet sich der Kampf — da zählen Ausdauer, Nervenstärke, Timing. Diese Denkweise versuche ich meinen Teams mitzugeben: Nicht nach der ersten Runde aufgeben, sondern anpassen, weitermachen.
Michael: Welche Rolle spielt IT dabei, Vorwerk auch aus Kundensicht zu positionieren?
Jörg: Bei uns stehen nicht die Endkunden direkt im Fokus, sondern unsere über 100.000 Beraterinnen und Berater weltweit. Für sie wollen wir maximalen Mehrwert schaffen. Das bedeutet: Ende-zu-Ende denken. Nicht nur ein System liefern, sondern verstehen, welchen Wert es am Ende für die Berater hat.
Michael: Du hast von „Joint Ownership“ und „Value Creation“ gesprochen. Was steckt dahinter?
Jörg: Es geht darum, dass IT und Fachbereich gemeinsam Verantwortung übernehmen und gemeinsam Wert schaffen. Transparenz ist keine Einbahnstraße. Beide Seiten müssen verstehen, warum wir etwas tun. So entsteht echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Michael: Eine schöne Brücke zu deiner Superkraft! Jörg, du bist nominiert für den Confare Impact Award. Man kann dich online täglich mit einer Stimme unterstützen. Wofür steht diese Stimme?
Jörg: Diese Stimme steht für unser Team, für alle, die jeden Tag daran arbeiten, diese Brücken zu bauen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und echten Mehrwert zu schaffen.
Michael: Ich freue mich, dich am 30. September beim CIO Summit in Frankfurt persönlich zu treffen. CIO als Unternehmer — das gefällt mir sehr gut.
Jörg: Vielen Dank, Michael! Ich freue mich auch.


