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Behind the Badge ImpactAward-Edition mit Natalia Olhovik (anonyfy) – Das Blind-Audition-Prinzip bei Bewerbungen

Natalia Olhovik ist Group CTO von anonyfy, Nominee für den Confare ImpactAward und unser heutiger Gast beim Confare-Interviewformat Behind the Badge. Gemeinsam mit ihr spricht Confare Gründer Michael Ghezzo über die technische Umsetzung von anonymen Bewerbungen, wie man Diskriminierung im Bewerbungsprozess vorbeugen kann und vieles mehr.
Michael: Anonyfy ist ja ein technologiegetriebenes Startup. Was ist deine Rolle als CTO?
Natalia: Natalia Olhovik. Ich bin CTO bei Anonyfy. Und daneben: Frau, Mutter, liebender Mensch – und einfach ein Mensch, der sich freut, heute hier zu sein. Meine Aufgabe ist es, unsere Vision in eine technische Lösung zu übersetzen. Ich arbeite mit unseren Gründern daran, welche Features wir entwickeln, wie wir Unternehmen und Talenten helfen können, sich noch besser, echter und authentischer kennenzulernen – ganz ohne Vorurteile.
Michael: Was steckt denn genau hinter Anonyfy?
Natalia: Wir wollen im Bewerbungsprozess alle persönlichen Merkmale, die nichts mit der Qualifikation zu tun haben, bewusst ausblenden: Herkunft, Geschlecht, Alter, Name – all das rückt in den Hintergrund. Es soll nur die Kompetenz zählen.
Michael: Wie läuft so ein Prozess bei euch ab?
Natalia: Zuerst entfernen wir alle personenbezogenen Daten aus den Unterlagen – das ist der einfache Teil. Der besondere Mehrwert kommt später: Unternehmen formulieren vorab Fragen, die allen Bewerber:innen gestellt werden. Diese werden dann bei uns im System mit Zeitlimit beantwortet, schriftlich oder mündlich.
Die mündlichen Antworten werden von uns stimmverzerrt, damit keine Rückschlüsse auf Alter oder Herkunft möglich sind. So bleibt die Persönlichkeit spürbar, aber man vermeidet unbewusste Vorurteile.
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Michael: Also eine Art fairer „Blind Audition“ für Bewerbungen?
Natalia: Genau! Unternehmen sollen sich wirklich auf die Qualifikation konzentrieren können.
Michael: Du hast erwähnt, dass aktuell viele KI-Systeme den Bewerbungsprozess beeinflussen. Wie siehst du diese Entwicklung?
Natalia: Momentan gibt es eine Art Aufrüstung: Bewerber:innen nutzen KI, um Unterlagen perfekt anzupassen, Unternehmen nutzen KI, um alles zu analysieren. Am Ende konkurrieren Systeme gegeneinander, und der Mensch bleibt auf der Strecke. Wir wollen genau das ändern.
Michael: Das heißt, ihr schafft Fairness – für Talente, aber auch für Unternehmen?
Natalia: Absolut. Beide Seiten sollen eine faire Chance haben, einander kennenzulernen – ohne Verzerrung durch Vorurteile.
Michael: Welche Unternehmen profitieren von eurer Lösung?
Natalia: Wir arbeiten mit mittelständischen Unternehmen und KMUs, weil wir deren Prozesse stark standardisieren und automatisieren können. Aber auch für Konzerne ist Anonyfy spannend, etwa bei internen Bewerbungen, wo sich Mitarbeiter:innen vielleicht nicht trauen würden, sich zu bewerben.
Michael: Starke Idee. Ein großes Thema für uns beide ist ja auch Female Empowerment. Warum ist dir das so wichtig?
Natalia: Ich habe vor über 20 Jahren angefangen, in einer Zeit, in der ich oft die einzige Frau im Raum war. Es war schwer, sich zu behaupten, ohne auszubrennen. Ich möchte zeigen: Es geht auch leichter. Und ich möchte dieses Wissen weitergeben, damit andere Frauen nicht die gleichen Hürden nehmen müssen.
Wer verdient Ihrer Meinung nach den Confare ImpactAward? Stimmen Sie täglich für Ihre Favoriten in der Confare ImpactChallenge App ab.
Michael: Du bist auch als Mentorin beim Confare Female IT-Mentoring aktiv. Warum braucht es da auch die Unterstützung von Männern?
Natalia: Weil es ein gesellschaftliches Thema ist, kein reines „Frauending“. Diversität in IT und Digitalisierung betrifft uns alle. Männer können ihre Mitarbeiterinnen unterstützen, sie auf Plattformen wie Eure Female IT Community aufmerksam machen, sie fördern. Es geht darum, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Michael: Du hast erzählt, dass dir Authentizität sehr wichtig ist. Was würdest du als deine Superkräfte bezeichnen?
Natalia: Authentisch sein – echt sein, nach innen und außen. Und: Offenheit für Neues. Ich liebe es, zu lernen, Menschen kennenzulernen, Neues auszuprobieren.
Michael: Natalia, ich freue mich sehr, dich bald beim Confare CIOSUMMIT in Frankfurt persönlich zu treffen. Aktuell läuft ja das Voting für den Impact Award – man kann dich täglich mit einer Stimme unterstützen. Wofür steht deine Stimme?
Natalia: Für mehr Sichtbarkeit von Frauen in IT. Und für Fairness im Recruiting, damit wir alle bessere, gerechtere Chancen haben – Talente wie Unternehmen.


