Claudia Grimm: Zeit zu handeln: Als CIO jetzt aktiv Frauen recruiten, statt nur von Diversity philosophieren

by Yara El-Sabagh

OUT NOW: #ConfareBlog mit Claudia Grimm

Unter dem Motto „Go for IT Girls“ hat sich Claudia Nicoleta Grimm mit ihrer Claudia Grimm Academy vorgenommen, zu Digitaler Bildung und zu mehr Diversity in der IT beizutragen. Als Role Model zeigt Claudia nicht nur, dass Programmieren nicht Männersache ist, sie gibt auch Menschen Mut ihren Weg zu gehen, die an Multipler Sklerose leiden. In Vorträgen und in ihren Social Media Statements zeigt sie deutlich: Multiple Sklerose ist kein K.O. Kriterium in der digitalen Welt.

CreACTe ist das Motto der Confare #CIOSUMMITs 2023 – es ist Zeit den Stand der Transformation nicht mehr an Visionen und Zielen zu messen, sondern an Maßnahmen und Erfolgen. Das gilt bei der Digitalisierung genauso, wie beim Status von Frauen in IT-Abteilungen.

Claudia unterstützt Ziele, die auch uns bei Confare wichtig sind. Im Jahr 2021 feierten wir die Premiere des Confare Female IT-Mentorings im Rahmen des Confare #CIOSUMMIT Wien. Ziel war und ist den Erfahrungsaustausch zwischen erfolgreichen CIOs und Frauen, die Karriereziele in der Unternehmens-IT anstreben, zu fördern. Der Erfolg hat uns Recht gegeben. 2022 gibt es das Confare Female IT-Mentoring erstmals auch in der Schweiz, beim 11. Confare #CIOSUMMIT ZÜRICH und in Deutschland im Rahmen des 3. Confare #CIOSUMMIT Frankfurt.

Mentorinnen und Mentees können sich jetzt anmelden.

Warum ist es eine gute Idee, als Frau eine Karriere in der IT anzustreben?

2021 lag der Frauenanteil in der IT bei gerade mal 18 %. Das sind nur 2 % mehr als im Jahr 2020. Nur rund sieben Prozent der Auszubildenden im Bereich Informatik sind Frauen. Dabei ist die IT nicht nur vielfältig, sondern nie langweilig. Man hat immer die Chance sich selbst oder aber auch im Team weiterzuentwickeln. Somit ist die IT ideal für alle, die gern immer wieder Neues lernen!

Als Informatikerin kann ich guten Gewissens sagen, dass wir Frauen die Arbeit in die IT mindestens genauso gut erledigen wie die Männer, wenn nicht gar besser. Deshalb kann ich persönlich nur dafür sensibilisieren, wenn man als Frau in die IT möchte, dann sollte man das Bitte tun! Unbedingt!

Was würden Sie Recruitern und HR-Abteilungen empfehlen, um Frauen für IT-Berufe besser zu erreichen?

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, ohne „Wenn und Aber. Nicht nur eine gleichberechtigte Bezahlung ist ein Muss, eben auch z.B., dass man ein Teil von Zuhause aus arbeiten kann. Wir leben in einem Jahrzehnt wo es dafür keine Entschuldigungen, Ausreden mehr geben darf.

Frauen sollten gefördert werden z.B. durch Wie spannend, abwechslungsreich ein Job in die IT sein kann, ist potenziellen Bewerberinnen zu wenig bekannt. Von Cloud-Architekt*innen, über Data Scientists, Expert*innen für Künstliche Intelligenz oder Webdesigner*innen, immer mehr und neue, attraktive Berufsbilder entstehen in der IT. Unternehmen sollten sich in Programmen zur Nachwuchsförderung viel mehr engagieren, etwa durch Kooperationen mit Non-Profit-Organisationen, die Veranstaltungen zum Thema “Mädchen und Technik”, wie zum Beispiel den “Girl’s Day” durchführen.

Vielleicht mit einer der wichtigsten Punkt: Frauen aktiv recruiten. Potentielle Mitarbeiterinnen sollten lieber direkt von Arbeitgebern angesprochen werden und nicht abwarten bis diese erstmal Unmengen an Bewerbungen verschicken.

Was sind konkrete Gründe, dass Frauen im Bereich IT-Leadership so unterrepräsentiert sind? Gibt es Hemmnisse, mit denen Sie selbst konfrontiert waren?

Inzwischen gilt als erwiesen, dass Unternehmen ihre Performance verbessern, wenn sie die Anzahl von Frauen in Führungspositionen erhöhen. Deshalb ermutige ich jede Frau, die mir persönlich begegnet, sich zu trauen genau dies zu tun, denn einige wollen Verantwortung übernehmen, fühlen sich zu 100 % für eine Führungsposition bereit, doch tragen sie im Herzen diese unberechtigte Resignation, man sei nicht so gut wie Männer in Führungspositionen.

Natürlich braucht man in gewissen Situationen ein dickes Fell, doch ich habe es nie als eine „Ballast“ oder außergewöhnliche Herausforderung gesehen mich gegen Männer durchzusetzen, denn eines sollte immer klar sein: auf das eigene Wissen kann man vertrauen. Wenn man sein „Handwerk“ gut kann, mit den Trends mitgeht, sich persönlich nicht davor scheut auch mal „Umwege“ zu laufen und das allerschlimmste ist sich an oder mit anderen zu messen.

Klar irgendwo braucht man den Vergleich, aber bitte nicht wenn es um die eigene Kompetenz geht, da sollte es keinen Verhandlungsspielraum geben.

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Welche Massnahmen für Geschlechtergerechtigkeit in den Unternehmen haben sich bewährt?

In dem man Frauen und Männer gleichbehandelt. Für den Anfang ist das schon mal ein sehr großer wichtiger Schritt getan. Denn einen Menschen darauf zu reduzieren, dass er eventuell für ein Unternehmen aus Gründen (wie z.B. eine Schwangerschaft, Erkrankung, etc.) nicht mehr tragbar ist, das ist absolut nicht mehr zeitgemäß und obendrein auch noch diskriminierend.

Doch achtet man darauf, dass im Unternehmen Teams diverser sind, kann das von sehr großem Nutzen für das Unternehmen sein. Genauso wichtig ist die Gleichstellung in Führungspositionen, denn Frauen können dieselbe Arbeit verrichten wie Männer, dieselbe Leistung erbringen, wenn nicht gar ein Tick effizienter sein.

Welchen Nutzen bieten Networking und Mentoring konkret?

Networking ist ein sehr wichtiger Faktor. Denn heutzutage reist man nicht mehr um die halbe Welt um gesehen zu werden, sondern man reist durch verschiedene Netzwerke und stellt sich vor.

Netzwerken hilft beiden Seiten, den Männern damit sie wahrnehmen können Frauen sind gar nicht so inkompetent wie man immer meint, um an die Spitze eines Unternehmens zu sitzen.
Und Frauen können das Networking für sich nutzen, um nach außen in Erscheinung zu treten, sich zu positionieren und selbst andere Frauen zu empowern.

Wo wir schon beim noch wichtigeren Thema wären: das Mentoring. Denn Frauen können ihr Wissen an den nächsten Generationen weitergeben, in dem sie ihre Erfahrungen teilen. Junge Frauen an die Hand zu nehmen ist sogar sehr empfehlenswert, denn so werden Zweifel aus dem Weg geräumt.

Was würden Sie Frauen mit auf den Weg geben, die eine IT-Leadership Karriere vorhaben?

Man sollte an die eigenen Fähigkeiten und Wissen glauben. Nichts auf dieser Welt, kann fundiertes Wissen und ein gelernter Beruf ersetzen. Deshalb ist das A und O, dass man weiß, was man tut, wofür man einsteht, alles andere fügt sich von allein. Wenn man führen möchte, dann ist es ratsam bei sich selbst anzufangen, denn je sortierter, Wissenshungriger man ist um so mehr kann man dem eigenen Unternehmen dienen. Denn nichts ist fataler, als Äpfel zu predigen und Birnen auf den Tisch zu stellen.

Zum Schluss ist die richtige Kommunikation alles! Wenn man nicht konkret weiß wie man Anliegen (ob es die persönlichen oder die unternehmensinternen Anliegen sind) richtig kommuniziert, dann muss man mehr Leistung an den Tag legen, oder durch die eigenen Kompetenzen die MA abholen, doch leichter geht es in einer Führungsposition, wenn man richtig, präzise, charmant kommunizieren kann.

Was kann jeder Einzelne beitragen um Vorurteilen und antiquierten Rollenbildern entgegenzuwirken?

Menschen in einem Topf oder einer Schublade zu stecken, bringt recht wenig, denn jeder Mensch ist einzigartig, keine zwei Menschen sind gleich, nein nicht einmal eineiige Zwillinge.

Deshalb wäre es vor allem den CEOs zu raten, genauer hinzuschauen, denn ein makelloser Lebenslauf ist nicht alles was im Unternehmen zählt. Hat man einmal die Nuss geknackt und nimmt die Personen so wie sie sind, dann besteht auch die Gefahr nicht mehr, falsche Entscheidungen zu treffen.

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