Confare #ImpactChallenge Nominee Dorothée Appel, ABN AMRO Bank N.V.: Digitale Transformation mit Nachhaltigkeit und Verantwortung für Scope 3, Gesellschaft und kommende Generationen

by Yara El-Sabagh

OUT NOW Confare #Blog #Impactchallenge Nominee: Dorothée Appel CIO Personal & Business Banking and Functions bei der ABN AMRO Bank N.V.

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor: Dorothée Appel

Dorothée Appel ist CIO Personal & Business Banking and Functions bei der ABN AMRO Bank N.V.

Dorothée hat einen langen Track Record in der IT-Industrie. Sie ist überzeugt: als CIO trägt man nicht nur Verantwortung gegenüber dem eigenen Unternehmen, sondern auch gegenüber Gesellschaft und kommenden Generationen. Der Anspruch „Wir haben Video-Conferencing eingeführt und damit Geschäftsreisen reduziert!“ ist ihr zu wenig.

Bei der DACH-weiten Confare CIO #Impactchallenge zeichnen wir sie aus, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger. Die Gewinner werden beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt hier an.

Unterstützen Sie mit Ihrer Stimme: Beim täglichen Publikumsvoting zur Confare Impact Challenge können Sie zahlreiche hochkarätige IT-Entscheider mit Impact supporten. Die Gewinner treffen Sie persönlich beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt am 6. Oktober.

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Wie sehr gehen Nachhaltigkeit und Digitale Transformation Hand in Hand?

Dorothée Appel (Doro): Viele erwarten jetzt sicher von mir, dass ich dieser Frage schnell zustimme und dabei zum Beispiel anführe, dass wir in der Zeit der Corona Pandemie durch die Nutzung von Tools wie Microsoft Teams substanziell auf das Fliegen verzichtet konnten und damit nachhaltiger wurden. Leider bin ich mir gleichzeitig bewusst, dass der Begriff der Digitalen Transformation in den letzten 20 Jahren insbesondere von den Beratungsunternehmen mit unterschiedlichsten Bedeutungen belegt wurde. Meist ging es dabei darum, mit Mitteln der Technologie Strukturen und Prozesse agiler zu gestalten und neue innovative Geschäftsmodelle zu implementieren – also darum, günstiger oder schneller als die Konkurrenz zu sein. Diese Perspektive reicht heute aber nicht mehr aus. Über den Einsatz von Technologien müssen wir zukünftig insbesondere dafür sorgen, dass unsere Welt für unsere Kinder und die Kinder unserer Kinder ein guter Ort zum Leben bleibt.

Wieviel soll und darf man sich als CIO mit Fragen befassen, die außerhalb des eigenen Unternehmens wichtig sind? Welche Rolle kann man bei Themen wie Bildung, Gesundheit und Ökologie einnehmen?

Doro: Das Ziel von ABN AMRO ist “Banking for better, for generations to come”. Dieses Ziel ist die Richtschnur für alle unsere Entscheidungen als Bank und damit oberstes Ziel für alle Mitarbeiter des Unternehmens. Ein CIO ist dabei nicht nur für eine interne IT-Service Abteilung verantwortlich, sondern muss auch dafür sorgen, dass die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens jetzt und zukünftig den Erwartungen und Bedürfnissen der Stakeholder und der Gesellschaft im Allgemeinen entsprechen.

Nehmen wir das Thema Betrugsvermeidung als Beispiel. Um den kriminellen Missbrauch des Finanzsystems durch Betrüger zu vermeiden, setzen Banken ausgefeilte Technologien ein. Genauso wichtig ist aber, unsere Kunden ständig über Optionen zur Betrugsvermeidung zu informieren, da Kunden auch persönlich durch Betrüger angegriffen und ausspioniert werden. Wir stellen unseren Kunden u.a. auch Tools wie “GRIP” zur Verfügung, damit sie ihre Finanzen besser selbst verwalten können. Das ist heute ein wichtiges Thema, da Finanzdienstleistungen zukünftig primär digital bzw. aus der Ferne verfügbar sein werden. Über unsere hauseigene Stiftung besuchen jedes Jahr Hunderte unserer Kollegen Grundschulen, um Kinder zu unterrichten. Das Thema Betrugsvermeidung ist uns dabei so wichtig, dass Banken einschließlich ihrer IT-Abteilungen hierzu untereinander und mit der staatlichen Strafverfolgungsbehörde zusammenarbeiten.

Und last but not least: Nachhaltigkeit. Unser Ziel ist es, unsere Kunden beim Übergang zur Nachhaltigkeit zu unterstützen, und das gilt sowohl für unsere Privat- als auch für unsere Firmenkunden. Nachhaltiges Investieren ist weit mehr als ein vorübergehender Trend. Es ist auf dem besten Wege, zum neuen Standard der Finanzbranche zu werden.  Heute fragen viele Kunden häufig zuerst nach nachhaltigen Geldanlagen. Deshalb beraten wir sie sowohl über persönliche Berater als auch über Tools zu nachhaltigen Anlagen und detaillieren dabei auch, welche Kriterien wir dafür anlegen und wie wir diese überprüfen.

Wie sehr ist Nachhaltigkeit des Unternehmens auch CIO Aufgabe? Welche Hebel haben CIOs um ein Unternehmen nachhaltig zu gestalten?

Doro: Als CIO muss man Nachhaltigkeit zur persönlichen Verantwortung machen. Ich kümmere mich dabei mit meinen KollegenDorothée Appel beispielsweise nicht nur darum, dass wir unseren CO2-Fußabdruck über die Migration von unseren „on-premise“ Rechenzentren in die Cloud senken. Unser gesamtes Applikationsportfolio einschließlich des darunter liegenden Technologie Stacks muss zur Reduktion des Energieverbrauches und der Minimierung von CO2 Emissionen Schritt für Schritt weiter optimiert werden. Dazu erarbeiten wir zusammen mit Universitäten wie der VU Amsterdam und unseren strategischen IT-Partnern an fehlenden „Green IT“ Best Practices wie beispielsweise einem “S” Sustainability Flag für Applikationen (analog zu einem C-I-A Flag). Zuletzt liefern wir natürlich auch weiterhin die technischen Lösungen zur Umsetzung einer neuen zunehmend nachhaltigen Geschäftsstrategie des Unternehmens.

Wie sehr kann IT zum Scope 3 Management des Unternehmens beitragen?

Doro: Eine ganze Menge! Scope 3 umfasst bekanntlich alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen. In unserem Unternehmen bemühen wir uns zum Beispiel, den IT-Abfall zu reduzieren. Ich möchte zwei Initiativen hervorheben, die sicherstellen sollen, dass unsere digitalen Geräte verantwortungsvoll produziert und entsorgt werden. Erstens hat jeder neue Laptop und Monitor, der an unsere Mitarbeiter in der ganzen Welt ausgegeben wird, das TCO-Zertifikat erhalten. Zweitens sind wir eine Partnerschaft mit „Closing the Loop (CTL)“ eingegangen, einer Organisation, die sich für “Null IT-Abfall” einsetzt. Wenn wir einen neuen Laptop kaufen oder leasen, zahlen wir eine Abfallgebühr an CTL. CTL verwendet diese Gebühr, um in Ländern wie in Afrika eine entsprechende Menge an Elektronikschrott zu sammeln und zu recyceln, in denen es noch keine Infrastruktur für das Abfallrecycling gibt.

Frauen sind in IT-Führungsrollen immer noch unterrepräsentiert. Mit welchen Hindernissen sind Frauen in ihrem Karriereweg konfrontiert?

Doro: Ich denke, dass die Verwendung des Wortes “Hindernisse” in diesem Zusammenhang falsch ist. Damit unterstellen Sie, dass Frauen in der IT-Branche auf Hindernisse stoßen und deshalb immer noch unterrepräsentiert sind. Aber ich denke, dass der Grund, warum Frauen in der IT zumindest in westeuropäischen Ländern weiterhin noch zahlenmäßig unterliegen, viel mehr mit der Repräsentation oder besser dem Fehlen einer solchen zu tun hat. Wir wissen aus vielen Studien, dass bei der Wahl eines Studiums oder einer beruflichen Laufbahn Rollenvorbilder sehr wichtig sind. Deshalb sollten wir Frauen in der IT sichtbarer werden und jungen Frauen aktiv erzählen, wie interessant die Arbeit in der IT ist.

Welche Handlungsfelder gibt es in Gesellschaft und Unternehmen, um IT-Karrieren für Frauen zu ermöglichen? Was kann man als CIO beitragen?

Doro: Bei ABN AMRO organisiere ich regelmäßig Treffen mit unseren weiblichen Kollegen, um über die Arbeit in der IT zu sprechen. Ich veranstalte diese Treffen zusammen mit meiner CIO-Kollegin (ABN AMRO hat zwei weibliche CIOs). Aktuell sind 50% der Mitglieder des Managements Teams unserer Information & Technologie Abteilung weiblich, ein ermutigendes Signal an unsere Mitarbeiter.

Zusätzlich engagiere ich mich persönlich in Deutschland für das fachübergreifende Karriereprogramm für Frauen des Cusanuswerkes. Ziel dieses Karriereförderprogrammes ist es, langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und hervorragend ausgebildeten, ambitionierten und gesellschaftlich engagierten jungen Frauen durch Vernetzung, Mentoring und Trainings-Kompetenzen, Kontakte und Zutrauen in den eigenen Weg zu vermitteln. Ähnlich gibt es Karriereförderprogramme von anderen Stiftungen.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Dich in der täglichen Praxis?

Doro: Es wird heute viel über das Thema Leadership diskutiert. Ich habe mir vorgenommen, ein „Compassionate Leader“ zu sein und meinen Führungsstil immer weiter in diese Richtung zu entwickeln. Empathie in der Führung schafft eine inklusive Kultur, stärkere Verbindungen zwischen Menschen, verbessert die Zusammenarbeit, erhöht das Vertrauen und stärkt die Loyalität. Auf diesem Weg habe ich viel von einigen meiner niederländischen Kollegen gelernt. „Compassionate Leader“ setzen sich auch für das Allgemeinwohl ein. Persönlich engagiere ich mich neben meiner CIO Aufgabe seit vielen Jahren im privaten Bereich für soziale Projekte, in den letzten 6 Jahren zunehmend in Gambia (Afrika).

Welche Bedeutung hat die Confare CIO #ImpactChallenge für Dich persönlich?

Doro: Ich freue mich sehr auf den Event und den Austausch von Best Practices im Format einer Challenge, d.h. eines Wettbewerbes. Damit gewinnen gute Ideen an Bekanntheitsgrad und an noch mehr Impact. Daneben ergibt sich bei dem Event hoffentlich viel Zeit für persönliche Gespräche.

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