Confare #Impactchallenge Nominee Hansruedi Born: Der Digitalisierungsschub beim Kanton Zürich hält an

by Agnes Hartl

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor:

Hansruedi Born und sein Team haben den Digitalisierungsschub durch die Pandemie genützt. Wer sagt, dass sich die öffentliche Verwaltung nicht rasch an die Möglichkeiten der digitalen Welt anpassen kann? Es werden Glaubenssätze hinterfragt, Widerstände überwunden und Ideen geboren. Ein wunderbares Beispiel für IT-Management mit Impact. Impact, der nicht nur das Unternehmen betrifft, sondern für jeden, auch für die Bürger des Kantons Zürich spürbar ist.

Bei der DACH-weiten Confare CIO #Impactchallenge zeichnen wir sie aus, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger. Die Gewinner werden beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt hier an.

Im Juni 2022 geht es los: Beim täglichen Publikumsvoting zur Confare Impact Challenge können Sie Hansruedi Born und zahlreiche andere hochkarätige IT-Entscheider mit Impact unterstützen. Die Gewinner treffen Sie persönlich beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt am 6. Oktober.

CIOSUMMIT Frankfurt 2022

Was sind die Potenziale der Digitalen Transformation für die öffentliche Hand?

Der Digitalisierungsschub hält im Kanton Zürich auch nach der Pandemie weiter an. Während der Pandemie war die Verwaltung gefordert die eigenen Leistungen, wie z.B. das Abwickeln von Gesuchen für Kurzarbeit, unter stark veränderten Rahmenbedingungen aufrechtzuerhalten und dabei gleichzeitig die Effizienz um Faktoren zu steigern. Unter Einsatz modernster Technologien ist es hier in kürzester Zeit gelungen einen für Bürger und Unternehmen spürbaren Schritt in Richtung Smart Government zu gehen. Damit ist bewiesen, dass es auch in der öffentlichen Hand möglich ist Lösungen mit Realisierungszeiten zu entwickeln, wie sie in der Privatwirtschaft üblich sind. Allerdings hat diese Tatsache auch die Erwartungshaltung von Bürgern und Unternehmen signifikant erhöht und dadurch hat der Druck auf die Verwaltungen stark zugenommen. Obwohl erste Schritte gemacht wurden, sind die Potenziale für eine Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung nach wie vor sehr gross, insbesondere in den Bereichen der datengetriebenen und nutzerzentrierten Verwaltung.

Wie wichtig ist der Einsatz von Public Clouds für den Kanton Zürich mit Blick auf Innovation? Was sind Deine Visionen und Leitbilder dabei?

Reinrassige On-Premise- oder Private-Cloud-Ansätze bedeuten auch im öffentlichen Sektor ein technologisches Abseitsstehen. Eine skalierbare, auf Innovation und Kollaboration ausgerichtet, agile und sichere Applikationslandschaft erfordert den Einsatz moderner Public-Cloud-Services. Den Sonderanforderungen des Datenschutzes und der Informationssicherheit ist dabei ausreichend Rechnung zu tragen. Das ist möglich, denn die Cloud ist in der Zwischenzeit erwachsen geworden.

Der Kanton Zürich leistet hier Pionierarbeit, indem er, nach sorgfältiger Prüfung, als erste grosse öffentliche Verwaltung in der Schweiz den Einsatz von Public Clouds freigeben hat. Mit diesem angestrebten Hybrid-Cloud-Ansatz werden optimale Voraussetzungen geschaffen, um die Digitale Transformation weiter voranzutreiben.

Meine Vision ist es den Kanton Zürich, als wirtschaftlich stärksten Kanton der Schweiz, so zu transformieren, dass er als Katalysator für übergreifende Innovation in einem föderalistischen System wirkt. In meinem Leitbild finden sich hierzu unter anderem Handlungsfelder wie die Nutzung von  Business-Ökosystemen als Serviceinnovations-Hub, der Fokus auf den Menschen im Kontext der Digitalisierung oder der Aufbau und die Weiterentwicklung der Cybersicherheit-Resilienz.

Mit welchen Herausforderungen ist man dabei konfrontiert?

Es gibt diverse Faktoren, die im Bereich Innovation als Spannungsfeld wirken:

  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen über die Staatsebenen hinweg sind als Grundsätze und verbindliche Leitlinien zu respektieren.
  • Der «War for Talents» ist für öffentliche Institutionen im Bereich Arbeitgeberattraktivität eine besondere Herausforderung.
  • Fehlender externer Wettbewerbsdruck muss durch exzellentes Leadership kompensiert werden.
  • Das über Jahre verankerte Silo-Mindset muss transformiert und neu ausgerichtet werden: Von der Verwaltung zur Gestaltung!

Was sind dabei die Erfolgsfaktoren und woran lässt sich der Erfolg messen?

Wer sich verändern will, benötigt ein Ziel für diese Reise: Strategische Klarheit, verstanden und gelebt auf allen Ebenen der Organisation, ist eine Grundvoraussetzung. Dann gilt es starre Strukturen aufzubrechen, das Thema der internen wie externen Zusammenarbeit, also das Erschliessen von Ökosystemen, neu zu denken. Hierzu sind strategische Partnerschaften am richtigen Ort auf- und auszubauen. Die Etablierung der digitalen Grundlagen in den Bereichen Kultur, Fähigkeiten, Organisation und Technologie sind ebenfalls wichtige Bausteine für den Erfolg.

Schlussendlich dreht sich aber alles um den Menschen, aus meiner Sicht der wichtigste Erfolgsfaktor. Wem es gelingt genügend attraktiv für Talente zu sein und zu bleiben, die Welt aus der Perspektive der Kunden zu sehen und für sie entwickeln zu können und dabei auf die richtigen Partner zählen zu dürfen, hat sehr gute Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg geschaffen.

Erfolg lässt sich in der öffentlichen Hand genauso messen wie in der Privatwirtschaft. Da gibt es zum einen die klassischen Instrumente auf der Mikroebene wie Kundenzufriedenheit, Fluktuation, Vergleiche mit Benchmarks oder die Teilnahme an Awards. Zum anderen sind es aber auch Faktoren auf der Makroebene wie Standortattraktivität, Wirtschaftswachstum, Innovationskraft, Angebotsvielfalt im Bereich Bildung und Infrastruktur.

Wie viel Leadership braucht eine solche Transformation? Was ist dein eigener Leadership-Anspruch?

Effiziente und effektive Organisationen in der öffentlichen Hand verfügen im digitalen Zeitalter über eine flache Hierarchie, um Geschwindigkeit aufzunehmen, eine horizontale Ausrichtung, um die vertikalen Silostrukturen aufzubrechen, eine offene auf Kollaboration und Dialog ausgerichtete Führungskultur, sowie autonome, sich selbstorganisierende Organisationseinheiten. Leadership allein reicht also nicht, es benötigt eine Form von «Digital Leadership», die diese Elemente mit denen der der klassischen Bürokratie kombiniert. Die Kompetenzen der mittleren Managementebene sind dabei wichtiger denn je zuvor.

Ein guter Leadership-Anspruch besteht dann, wenn der CIO weder «Super Hero» noch «Big Boss» ist, sondern sich als «Impulsgeber» seinem Geschäft und dessen Zielen unterordnet und als «Reiseleiter» seine Organisation (Business wie IT) an der Hand nimmt, sie fördert und fordert, indem er den nötigen Raum und die Orientierung dazu konstruiert.

Wie viel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Dich in der täglichen Praxis?

In einer Welt, in der eine globale Krise die nächste jagt, ist die gesellschaftliche Verantwortung von Führungskräften Teil der Maxime ihres täglichen Denkens und Handelns. Themen wie Corporate Social Responsibility sind aber für die öffentlichen Hand nicht nur ein Trend. Ganz im Gegenteil, Nachhaltigkeit und Sozialverantwortung bilden den Kern der staatlichen Verfassung. Sie bilden dadurch einen klar definierten Ordnungsrahmen und sind tief verankert in der Unternehmensgenetik einer Organisation im öffentlichen Sektor.

Die IT sehe ich in dieser neuen Welt primär als Teil der Lösung. In meiner Rolle also CIO des Kantons Zürich habe ich das Privileg die gesellschaftliche Verantwortung über die Organisationsgrenze hinweg zu beeinflussen; zum Beispiel über Standards und Vorgaben, die von anderen Institutionen als Benchmark betrachtet und umgesetzt werden. Gleichzeitig fordere ich solche Denkansätze und ein solches Entscheidungsverhalten von meinen Mitarbeitenden aktiv ein, egal auf welcher Stufe.

Welche Bedeutung hat die Confare CIO Impact Challenge für Dich persönlich?

Der #CIOAward als Preis hat für mich in vielerlei Hinsicht eine grosse Bedeutung. Nebst der Anerkennung einer aussergewöhnlichen und bemerkenswerten IT-Team-Leistung und der Bestätigung von gelebtem Leadership, ist es auch ein Dankeschön an alle externen Partner und Stakeholder, die zu dieser Reise beitragen. Gleichzeitig ist es für mich aber auch eine ideale Möglichkeit den öffentlichen Sektor als attraktiven IT-Arbeitgeber neu zu positionieren und das verstaubte Image endgültig abzulegen.

Confare hat sich innert kürzester Zeit zu einer anerkannten CIO-Plattform entwickelt, die mich immer wieder beeindruckt:  Die Qualität der Kontakte und den Umgang und Austausch untereinander empfinde ich als persönliche Bereicherung. Letztendlich ist und bleibt das persönliche Netzwerk unter CIOs, in einer Welt geprägt durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit, einer der Erfolgsfaktoren, um in dieser Rolle erfolgreich sein und bleiben zu können.

CIOs mit Impact bewirken Gutes! Die Gewinner des Confare #ImpactAward
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