Confare #Impactchallenge Nominee Stefan Latuski, CEO IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit: Der rasante digitaler Wandel bei Deutschlands größter Behörde braucht Führung

by Yara El-Sabagh

OUT NOW: #Confare #Blog #Impactchallenge Nominee  – Stefan Latuski

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor: Stefan Latuski

2021 hat Stefan Latuski den Sprung gewagt: von der CIO-Rolle bei Siemens Mobility zur Geschäftsführung beim IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit. In gewisser Weise war es sicherlich ein Kulturschock. In Deutschlands größter Behörde arbeiten mehrere Generationen zusammen. Der Grad an digitaler Erfahrung in der Belegschaft variiert. Es gibt politische Interessenslagen, hohe Anforderungen an Datenschutz und zahlreiche Menschen, die von der erbrachten Leistung des Unternehmens direkt in ihren Lebensumständen betroffen sind. Ziel war es, beim umfassenden Wandel möglichst alle Beteiligten im Unternehmen mitzunehmen. In kurzer Zeit kann Stefan nun schon bemerkenswerte Erfolge vorweisen. Und das ist auch wichtig, denn eine moderne IT der Bundesagentur für Arbeit hat unmittelbaren Einfluss auf die Gesellschaft.

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CIOSUMMIT Frankfurt 2022

Wie sehr hat die Corona-Krise die Bundesagentur für Arbeit und ihre „Kunden“ betroffen?

Wie jedes andere Unternehmen oder Organisation hat uns die Pandemie natürlich maximal betroffen. Wir mussten mehr oder weniger von heute auf Morgen unsere Arbeitsagenturen und Job-Center für den Kundenverkehr schließen. Die Bundesagentur für Arbeit spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht den sozialen Frieden in Deutschland abzusichern. Darauf zu warten, dass die Pandemie vorbeigeht war also keine Option – wir mussten also in sehr kurzer Zeit neue Möglichkeiten schaffen.

Hinzukommt das Thema Kurzarbeitergeld, welches in einer nie dagewesenen Dimension ausgezahlt wird. Vor der Pandemie hatten wir ca. 500 Mitarbeitende bundesweit, die sich um Kurzarbeitergeldanträge gekümmert haben. Während der Hochphase der Pandemie waren es über 11.000 und wir insgesamt weit mehr als 45 Mrd. € ausgezahlt.

Wieviel Social Impact hat die Arbeit in der IT dabei?

Ohne IT funktioniert gar nichts. Dank uns konnten die Mitarbeitenden innerhalb kürzester Zeit ins Home-Office geschickt werden. Wir haben in Rekordzeit eine virtuelle Client Plattform skaliert und ein UCC Tool für alle Mitarbeiter ausgerollt, so dass jeder von zu Hause arbeiten konnte. Zu Hochzeiten hatten wir über 70.000 Mitarbeiter pro Tag im Home-Office – und das in einer Behörde, in der es vor der Pandemie faktisch keine Mobilarbeit (und damit auch gar nicht die technischen Möglichkeiten) gab.

Aber auch unsere Kundenkanäle haben sich geändert: Von der digitalen Antragsstellung über die Videoberatung bis hin zu Smartphone-Apps für verschiedene Dienstleistungen. All das ist in den letzten Jahren entstanden und hat die Interaktion zwischen der BA und unseren Kunden nachhaltig geändert.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Digitalen Transformation bei Behörden?

Im Prinzip die gleichen, wie in der freien Wirtschaft auch. Prozesse und Abläufe müssen digitalisiert bzw. automatisiert werden, es müssen aufbau- und Ablauforganisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die uns dabei helfen, die digitale Transformation möglichst effizient begleiten zu können und vor allem müssen die vielen betroffenen Menschen auf dieser Reise mitgenommen werden. Ich glaube der wesentliche Unterschied in einer Behörde ist der fehlende Druck. Unternehmen müssen digitalisieren und automatisieren, sonst verschwinden sie früher oder später am Markt. Das kann einer Behörde nicht passieren – damit müssen andere Hebel gefunden werden, um die entsprechende Motivation zu erzeugen.

Wenn Du 2021 Revue passieren lässt, sprichst Du mitunter von einer Express-Digitalisierung – Was waren die wichtigsten Meilensteine dabei?

Die letzten 2 Jahre hat die BA in Sachen Digitalisierung einen echten Sprung nach vorne gemacht. Dass lag sicherlich an der Pandemie, denn hier gab es einen Zwang pragmatisch zu handeln und Lösungen mussten einfach gefunden und umgesetzt werden. So sind in dieser Zeit viele tolle Dinge entstanden, wie etwa eine Kunden-App „BA-mobil“, damit Kundinnen und Kunden auch in Pandemiezeiten viele Angelegenheiten ohne Gang in die Arbeitsagentur bequem von zu Hause aus erledigen können. Oder ein Chat-Bot für Kurzarbeitergeld und Grundsicherung für Arbeitsuchende. So werden erste Fragen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber automatisch beantwortet und die Telefonie-Hotline sowie Mitarbeitende entlastet.

Diese Lösungen werden nie in dieser Geschwindigkeit entstanden, wenn wir keine neuen Wege gegangen wären – und genau diesen Pragmatismus müssen wir uns jetzt beibehalten.

Welche Rolle spielt eine stabile und zukunftsorientierte IT-Architektur und Infrastruktur dabei?

Stabilität ist für uns das oberste Gebot. Monat für Monat werden über unserer IT-Systeme mehr als 18 Millionen Überweisungen in Höhe von rund 11 Milliarden Euro an Bürgerinnen und Bürger getätigt – ein großer Beitrag zur Existenzsicherung und Stabilität der Gesellschaft. Ein größerer Systemausfall hätte fatale Folgen für die BA.

Welche Rolle spielst Du als Geschäftsführer dabei? Wieviel Führung braucht eine solche Veränderung?

Veränderung braucht immer Führung. Mitarbeiter schauen nun mal auf Ihre Führungskräfte und achten mitunter sehr genau auf deren Handeln und Tun. Insofern ist es umso wichtiger, dass wir als Management hier mit gutem Beispiel voran gehen – denn nur wenn unseren Worten auf Taten folgen sind wir glaubwürdig.

Welche Perspektiven siehst Du für die Zukunft? Wie geht es weiter?

Stefan Latuski: Das IT-Systemhaus steht ganz am Anfang einer sehr spannenden Reise. Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass wir viel erreichen können – aber auch, dass es noch sehr viel zu tun gibt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt Technology Lead im öffentlichen Sektor zu werden. Dafür haben wir ein Programm aufgesetzt mit dem Titel „UPGRADE – wir.gestalten.gemeinsam“ – mehr als 120 interne Mitarbeitenden arbeiten nun in verschiedenen Handlungsfeldern zusammen und arbeiten an unterschiedlichen Themen wie etwa „Agile Zusammenarbeit“, „Ende zu Ende Automatisierung“ oder der Optimierung unseres Lieferantenmanagements um nur ein paar zu nennen.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Dich in der täglichen Praxis?

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine enorme gesellschaftliche Verantwortung. Dabei kommt der IT bei der Ausführung verschiedener Leistungen vom Arbeitslosengeld über Kurzarbeitergeld bis hin zum Kindergeld und dem verantwortungsvollen Umgang mit Sozialdaten eine besondere Bedeutung zu. Für die Gesellschaft unsichtbar, trägt das IT-Systemhaus der BA die Verantwortung dafür, dass die Leistungserbringung pünktlich und sicher erfolgt. Als Geschäftsführer des IT-Systemhauses fühle ich mich unmittelbar verantwortlich dafür, dass die BA Ihre gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen kann. In der täglichen Praxis bedeutet, dass für mich, dass wir bei allem was wir tun im Hinterkopf behalten müssen, wofür wir dieses tun. IT ist kein Selbstzweck, diese Behörde allerdings auch nicht. Es gilt konsequent die Bedürfnisse unser Bürger und Bürgerinnen in den Mittelpunkt zu stellen.

Welche Bedeutung hat die Confare CIO #ImpactChallenge für Dich persönlich?

Stefan Latuski: Die Confare CIO Impact Challenge ist eine tolle Möglichkeit auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen und damit auch unsere Arbeitgebermarke zu stärken. Darüber hinaus wäre natürlich eine Auszeichnung auch eine tolle Bestätigung für das gesamte Team 😊.

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2 comments

Raphael Vaino 12. August 2022 - 20:59

Stefan rules!

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Michael Ghezzo 17. August 2022 - 10:20

So ist es!

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