Confare #ImpactChallenge Nominee Walter Wolf, Schwarz Gruppe: Mit STACKIT gibt es eine Cloud-Alternative mit Datensouveränität und Kontrolle

by Yara El-Sabagh

Confare #ImpactChallenge Nominee Walter Wolf, Schwarz Gruppe: Mit STACKIT gibt es eine Cloud-Alternative mit Datensouveränität und Kontrolle

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor: Walter Wolf

Mit 550.000 Mitarbeitern in 32 Ländern ist die Schwarz Gruppe eines der weltweit führenden Handelsunternehmen. Zur Gruppe gehören die Marken Lidl und Kaufland. Ganzheitliches Denken und Handeln haben einen hohen Stellenwert im Konzern. Daher ist man mit der Schwarz Produktion in der Lebensmittelherstellung und mit PreZero im Bereich der Umweltdienstleistungen aktiv. Der ganzen Wertschöpfungskreis wird so abgedeckt, von der Produktion über den Handel bis hin zu Entsorgung und Recycling.

Auch die Schwarz IT teilt diesen Anspruch der Ganzheitlichkeit. Die Ankündigung mit STACKIT Cloud-Dienstleistungen auf hohem Niveau für die Gruppe aber auch für andere Unternehmen anzubieten, hat für hohes Aufsehen gesorgt. Das Ziel dabei ist es aber nicht, die internationalen Hyperscaler in ihrem eigenen Geschäftsfeld zu schlagen, sondern auch in der IT einen großen Teil der Wertschöpfungskette abzudecken. Schließlich sind die Leistungen der Schwarz-Gruppe für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil der Versorgungssicherheit im täglichen Leben.

Walter Wolf ist Geschäftsführer der StackIT und erklärt im Confare Blog-Interview, warum es diese Alternative zu den US Hyperscalern im europäischen Markt braucht, wie der Konzern und externe Kunden davon profitieren und was wahre Datensouveränität im Digitalen Zeitalter bedeutet.  

Bei der DACH-weiten Confare CIO #Impactchallenge zeichnen wir sie aus, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger. Die Gewinner werden beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt hier an.

Im Juni 2022 geht es los: Beim täglichen Publikumsvoting zur Confare Impact Challenge können Sie Walter Wolf und zahlreiche andere hochkarätige IT-Entscheider mit Impact unterstützen. Die Gewinner treffen Sie persönlich beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt am 6. Oktober.

CIOSUMMIT Frankfurt 2022

In der Diskussion mit IT-Entscheidern werden Unabhängigkeit, Datensouveränität und Kontrolle immer wieder als wichtige Faktoren bei der Cloud-Strategie genannt. Bietet der von den Hyperscalern dominierte Cloud-Markt das in einem ausreichenden Maße?

Viele IT-Entscheider hatten ihre IT in der Vergangenheit ja quasi in der eigenen Hand: der Großteil der Anwendungen lag auf Servern und Systemen im eigenen Serverraum oder Rechenzentrum, oder wurde bei einem RZ-Betreiber im näheren Umfeld betrieben. Da lebten die IT-Abteilungen noch eine relativ große Unabhängigkeit, Datensouveränität und Kontrolle. Mit der zunehmenden Komplexität und Dynamik im IT-Umfeld, aber auch aufgrund der doch sehr gewachsenen Herausforderungen, IT-Personal für den Support, den Betrieb und die Weiterentwicklung der jeweils eigenen IT zu finden, setzten viele Unternehmen auf die durchaus attraktiven Cloud-basierten Lösungsangebote diverser US Hyperscaler.

Die Cloud-Technologie sorgt dafür, dass jede andere Technologie aus Kundensicht leichter, schneller und zugänglicher ist. Diese Tatsache ist ein bedeutsamer Treiber, der für die Migration von immer mehr Diensten auf Cloud-Plattformen sorgt. Durch das rasante Fortschreiten der Digitalisierung und die zunehmende Dominanz der bekannten US Hyperscaler, ist die europäische Wirtschaft aktuell in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den US Hyperscalern gefangen. Das Bewusstsein dieser Abhängigkeit und die derzeitigen Veränderungen der geopolitischen Weltordnung sorgt für immer mehr Stimmen und Forderungen nach Unabhängigkeit, Datensouveränität und – vor allem – Kontrolle. Das haben auch die US Hyperscaler erkannt und planen, allen voran Microsoft und Google, ein für den europäischen Markt adaptiertes Angebot anzubieten, um mit zusätzlichen Kontroll-mechanismen und Vertragsformen sowohl Souveränität als auch die bekannten Cloud Plattform Vorteile zu offerieren.

Aus unserer Sicht ist das durchaus ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben nicht ausreichend, denn letztendlich kommt die Technologie ja weiterhin von den bisherigen Anbietern, auch wenn deren Cloud in europäischen Rechenzentren betrieben wird.

Um echte Unabhängigkeit, Datensouveränität und volle Kontrolle zu bieten, sehen wir die Notwendigkeit von neuen Plattformen, die einer offenen Architektur folgen und in ihren Grundzügen Anbieterunabhängigkeit und offene Ökosysteme berücksichtigen. Quelloffene Software, also Open Source, spielt dabei eine wesentliche zentrale Rolle. Mit der Entwicklung unserer eigenen Cloud Plattform STACKIT haben wir genau dies berücksichtigt. Unsere STACKIT Cloud folgt konsequent dem Open Source Gedanken. Mit Yaook – das Akronym steht für „Yet another Openstack on Kubernetes“ – haben wir bei STACKIT gemeinsam mit unserem strategischen Partner, der Dresdner Cloud&Heat Technologies GmbH ein quelloffenes Lifecycle Management System für die Bereitstellung von Cloud-Infrastrukturen entwickelt. Dabei geht es um die Vorbereitung und den Betrieb der Softwarekomponenten, die zum Bilden eines OpenStack-Cloud-Clusters nötig sind. Als technologische Basis nutzt Yaook Kubernetes.

Ergänzend befinden wir uns aktuell in der Gründung eines Vereins, der zum Ziel hat, die Entwicklung von Software für digitale Infrastrukturen voranzutreiben. Yaook bildet dabei sozusagen den technischen Grundstock – weitere Projekte werden folgen. Gleichzeitig wollen wir mit dem Verein für die Etablierung eines wohlselektierten Partnernetzwerks sorgen, das gemeinsam am Markt zeigt, wie eine konkrete technologische Materialisierung digitaler Souveränität aussehen kann. Der Verein ist somit auch als Nukleus eines Konsortiums zu sehen, um Kompetenz in Europa für die Schaffung betriebsfähiger Cloud-Infrastrukturen zu bündeln und um gemeinsam diese Kompetenz in Projekten zu verwerten.

Mit STACKIT bieten wir innerhalb der Schwarz Gruppe, aber seit März 2022 auch Unternehmen am externen Markt, definierte und attraktive Infrastruktur- und Plattform-Cloud-Services aus unseren eigenen Rechenzentren in Deutschland an. Damit haben wir die komplette Wertschöpfungstiefe in der eigenen Hand, volle Kontrolle und maximale Datensouveränität: 100% Made in Germany – 100% garantiert!

Was sind die Faktoren, die dazu bewogen haben, STACKIT auch anderen Unternehmen anzubieten?

Datengetriebene Geschäftsmodelle bieten für Unternehmen in vielen verschiedenen Branchen attraktive zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Auch die Schwarz Gruppe kann innovative Geschäftsmodelle zur kommerziellen Nutzung von Daten entwickeln, etwa durch Kundenanalysen und entsprechend zugeschnittenen Angeboten sowie zur Bereitstellung von Datensystemen und Infrastrukturen. Zur möglichst gewinnbringenden Nutzung von Daten ist es notwendig, in den innovativen Modellen spezifische Software- und Hardwareanforderungen von vornherein zu berücksichtigen. Dazu zählen neben den operativen Software-Anwendungen, den Logiken für Datenbanken, passenden Schnittstellen und Prozessvorgaben auch physische Speicher- und Rechenkapazitäten. Als eine wichtige Grundlage für datengetriebene Geschäftsmodelle der Schwarz Gruppe hat die Schwarz IT unter der digitalen Marke STACKIT eine eigene Cloud-Infrastruktur mit definierten Infrastruktur- (IaaS) und Plattform-Services (PaaS) aufgebaut. Mit diesem Schritt verringern wir konsequent unsere Abhängigkeit zu Cloud-Anbietern wie zum Beispiel Microsoft Azure, Google Cloud Plattform (GCP) oder Amazon Web Services (AWS). Sie kann sowohl die Souveränität über die generierten Daten erreichen als auch Kosteneinsparungen erzielen. Bei STACKIT handelt es sich um ein Geschäftsmodell, das zunächst vorrangig zwar intern in der Schwarz Gruppe genutzt, zusätzlich aber seit März 2022 auch externen B2B-Kunden angeboten wird. So werden die vorhandenen Ressourcen noch besser ausgelastet und zusätzliche Umsatzpotenziale für die Schwarz Gruppe generiert. Ergänzend zahlt unserer Meinung nach die Erweiterung des Nutzerkreis über die Schwarz Gruppe hinaus auch auf die Zukunftsfähigkeit und Akzeptanz von STACKIT ein.

Wie kann dieses lokale Cloud-Angebot das Ecosystem von CIOs unterstützen?

Viele Unternehmen stehen – so wie wir vor einiger Zeit – vor der Herausforderung, ihre IT modernisieren zu müssen und es geht heute kein Weg mehr am Einsatz von Cloud Technologien vorbei. Andererseits hat man seine über Jahre gewachsene IT auch nicht über Nacht in die Cloud verlagert. Nicht jede Anwendung, die heute ggfs. noch im Einsatz ist, ist auch „cloud ready“. Hier bedarf es einer strukturierten und gut geplanten Vorgehensweise für den „Weg in die Cloud“. Da wir selbst diese Erfahrungen mit unserer Cloud gemacht haben, dienen wir ideal als Vorbild und können neben unseren STACKIT Services auch unsere Erfahrung und Expertise mit einbringen. Dieses Angebot umfasst in erster Linie das Management von Cloud-Services, aber auch sogenannte „Colocation-Services“, also das Aufstellen von Servern der Kunden (Housing) und deren Netzanbindung in den Rechenzentren der Gruppe. Die Kunden profitieren dabei von einer soliden und sicheren IT-Infrastruktur, größtmöglicher Datensouveränität (DSGVO-Konformität) und attraktiven Preisen. Den so gewonnenen Spielraum können sie nutzen, um sich stärker auf die digitale Transformation ihrer eigenen Geschäftsprozesse zu konzentrieren.

Mit unseren Infrastructure as a Service Diensten stellen wir gemanagte, virtuelle Infrastrukturen wie Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Netzwerkdienste flexibel und bedarfsgerecht bereit und bieten Unternehmen damit u.a. folgende Vorteile:

  • Kosten sparen (u.a. geringe Investitionskosten, Kosten nach Verbrauch entstehen),
  • aus einer großen Bandbreite an Maschinen auswählen und mit modernster Technologie arbeiten können,
  • sich nicht um Upgrades, Betrieb und Wartung kümmern müssen,
  • Belastungsspitzen besser auffangen zu können,
  • Redundanzen aufbauen und durch Skalierung bedarfsgerecht anpassen können.

Unser Plattform as a Service Portfolio baut auf Infrastructure as a Service auf und bietet Entwicklern und Programmierern die Möglichkeit, Anwendungen zu erstellen. Zusätzlich zur bereitgestellten Hardware profitieren diese u.a. davon, dass

  • nichts an Hard- oder Software angepasst werden muss,
  • oftmals keine Lizenzen beschafft werden müssen,
  • Entwicklungszyklen verringert werden können und
  • STACKIT die Umgebung wartet und pflegt, sodass sich Entwickler voll auf ihre Kerntätigkeit fokussieren können.

Wie sehen die Perspektiven und Ausbaustufen für STACKIT aus?

Wir haben mit unseren STACKIT Colocation-, IaaS-, und PaaS-Services ein sehr solides Fundament für die konsequente Digitalisierung auf die Beine gestellt, auf dem entsprechend aufgebaut werden kann. Unser Portfolio ist zum aktuellen Zeitpunkt im Vergleich zu den Hyperscalern sicherlich noch überschaubar, bietet aber die notwendigen Basis-Services, um den Weg in die Cloud erfolgreich zu starten.

Im Rahmen der Weiterentwicklung unseres STACKIT Cloud Portfolios werden aber sukzessive und konsequent weitere Services ins Angebot aufgenommen. Software as a Service ist die nächsthöhere Abstraktionsebene, in welcher Unternehmen komplett verwaltete Anwendungen anbieten, ohne dass sich der Abnehmer über Updates, Wartung und Fehlerbehebungen kümmern muss. STACKIT bietet zum aktuellen Zeitpunkt keine eigenen SaaS-Lösungen an, aber auch hier werden wir in Zukunft das Leistungsangebot erweitern. Mit STACKIT bietet sich die Schwarz IT als idealer Partner des Mittelstands, aber auch für ISV’s (Independent Software Vendoren), die deutsche Kunden bedienen an und grenzt sich damit deutlich von den konkurrierenden, marktdominierenden US-amerikanischen und chinesischen Anbietern ab. Der Eintritt in weitere Markt- und Kundensegmente (z.B. öffentliche Verwaltungen, Gesundheitswesen, etc.) ist in Vorbereitung.

So wurde beispielsweise gemeinsam mit dem im November 2021 gegründeten Startup Health Data Technologies GmbH eine Kooperation vereinbart mit dem Ziel, eine vertrauenswürdige und hochsichere Plattform für Gesundheitsdaten anzubieten. Unsere STACKIT Rechenzentren und STACKIT Cloud Services dienen hierbei als Fundament. Außerdem hat die Schwarz Gruppe mit STACKIT ein Geschäftsmodell eingeführt, das dem eigenen hohen Bedarf an Cloud-Services in der Gruppe und dem großen externen Marktpotenzial gleichermaßen gerecht wird und dabei die Verfügbarkeit der relevanten Ressourcen ausnutzt. Auf dieser Grundlage sind wesentliche Voraussetzungen gegeben, um einen erfolgreichen Betrieb sowie Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zu gewährleisten. Die Ressourcen umfassen nicht allein die Rechenzentrumskapazitäten, sondern auch die vorhandene Expertise von Mitarbeitern im Cloud Computing und den Zugang zum Lieferantennetzwerk der Schwarz Gruppe.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Sie in der täglichen Praxis?

Gerade in der heutigen dynamischen Zeit mit vielen Veränderungen und Herausforderungen unterliegen Unternehmen mehr und mehr gesellschaftsrechtlicher Verantwortung und Anforderungen.

Viele Unternehmen regeln in ihrer Corporate Social Responsibility die soziale und ökologische Verantwortung in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit. Von der eigentlichen Geschäftstätigkeit bis hin zum Verhältnis zu Zulieferern und weiteren Anspruchsgruppen im Gemeinwesen. So machen wir das auch bei uns in der Schwarz Gruppe und das muss man als Führungskraft aktiv berücksichtigen, da man letztendlich ja das Unternehmen repräsentiert und somit Vorbild sein sollte.

Aber auch die Führungskultur an sich hat sich, vor allem im IT Umfeld, extrem gewandelt. Führung ausschließlich über „Command & Control“ funktioniert heute nicht mehr. Um im „War for Workforce“, bzw. „War for Talents“ zu bestehen, muss man sein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber aufstellen und positionieren. Erfolgreiche Unternehmen beschäftigen motivierte und damit erfolgreich Mitarbeiter. Das muss man sich als Führungskraft verdienen und erarbeiten. Hier braucht es ein neues Rollenverständnis als Führungskraft. So muss ich neben meiner herkömmlichen Rolle mit Zielvorgaben und Weisungsbefugnis mittlerweile auch Coach, Motivator, Innovator und viele weitere Rollen einnehmen…

Welche Bedeutung hat die Confare CIO #ImpactChallenge für Sie persönlich?

Die Confare #ImpactChallenge bietet meines Erachtens eine gute Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Unternehmen auszutauschen. Meine Nominierung bedeutet mir sehr viel und ich würde mich freuen, mich hier weiter einzubringen.

CIOs mit Impact bewirken Gutes! Die Gewinner des Confare #ImpactAward
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