Confare LivinIT Trophy Preisträger – Corporate Network Post Neu vernetzt 2.000 Standorte

Mit Corporate Network Post Neu modernisiert die Österreichische Post ihr Unternehmensnetzwerk. SD-WAN, lokale Internet-Breakouts und moderne Firewalls sorgen für mehr Leistung, Sicherheit und Flexibilität.
Für dieses Projekt geben Johann Rohrer aus dem Network Management und Wilfried Pichler, Leiter Network & Endpoint Management, gemeinsam mit ihrem Team Einblicke in die Umsetzung. Gemeinsam sind sie für die Confare LivinIT Trophy nominiert, die beim Confare CIOSUMMIT Salzburg verliehen wird.
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Das bisherige Unternehmensnetzwerk stammte in weiten Teilen aus den frühen 2000er-Jahren. Wo wurden seine Grenzen im Arbeitsalltag der Filialen, Zustellbasen und Postpartner bereits konkret spürbar?
Die Grenzen des bestehenden Netzwerks waren im Arbeitsalltag vieler Standorte deutlich spürbar. Die Infrastruktur stammte in wesentlichen Teilen aus einer Zeit, in der Cloud-Anwendungen und moderne digitale Services noch keine zentrale Rolle spielten. Entsprechend stießen Filialen, Zustellbasen und Postpartner angesichts steigender Anforderungen zunehmend an technische Grenzen.
Hinzu kam, dass die bestehende Architektur nur begrenzte Möglichkeiten für eine flexible Skalierung und die schnelle Anbindung neuer Standorte oder Services bot. Die Abhängigkeit vom Provider erschwerte Anpassungen und erhöhte den administrativen Aufwand.
Für die Mitarbeiter*innen bedeutete das teilweise längere Reaktionszeiten von Anwendungen, einen erhöhten Supportbedarf und eingeschränkte Möglichkeiten, neue digitale Lösungen rasch und flächendeckend einzusetzen.
Mit CN Post Neu schaffen wir daher die Grundlage für eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere Netzwerkplattform, die sowohl den heutigen Anforderungen als auch jenen der nächsten Jahre gerecht wird.
Aktuell bewältigen wir zwischen rund 180.000 und 250.000 gleichzeitige Sessions über unsere SD-WAN-Hubs – mit steigender Tendenz. Die neuen Technologien und unsere eingeplanten Reserven ermöglichen es uns, diese Entwicklung zuverlässig abzubilden.
Die Einreichungen und Nominierungen für die Confare LivinIT Trophy 2027 sind bereits geöffnet: Gestalten Sie die Auszeichnung mit und reichen Sie Ihr Projekt oder Ihr Favoriten-Team jetzt ein.
SD-WAN, lokale Internet-Breakouts und Firewalls an den Standorten bilden die neue Architektur. Welche Überlegungen waren bei der Entscheidung besonders wichtig, und wie bringt ihr höhere Flexibilität mit den Sicherheitsanforderungen der Post zusammen?
Bei der neuen Netzwerkarchitektur standen für uns zwei Ziele im Vordergrund: mehr Flexibilität für die digitale Weiterentwicklung der Österreichischen Post und gleichzeitig ein deutlich höheres Sicherheitsniveau.
Das Corporate Network ist das digitale Nervensystem des Unternehmens. Es verbindet alle wichtigen Standorte, Anwendungen und Geschäftsprozesse miteinander.
Mit SD-WAN können wir schneller auf neue Anforderungen reagieren und Standorte flexibler anbinden. Gleichzeitig sorgen moderne Firewalls an allen Standorten und eine integrierte Sicherheitsarchitektur dafür, dass Daten, Systeme und Geschäftsprozesse bestmöglich geschützt werden.
Bereits heute werden weit über 40.000 Endgeräte bedient – und die Zahl steigt weiter. Die neue Infrastruktur macht das Netzwerk daher nicht nur leistungsfähiger, sondern auch widerstandsfähiger und sicherer.
Damit schaffen wir die technologische Grundlage für die digitale Transformation der Post und stellen sicher, dass geschäftskritische Services auch in Zukunft zuverlässig und sicher betrieben werden können.
Rund 2.100 Standorte werden im laufenden Betrieb umgestellt. Welche Probleme treten bei einem Rollout dieser Größenordnung auf, die sich am Schreibtisch kaum vorhersehen lassen?
Bei einem Rollout über mehr als 2.100 Standorte zeigt sich, dass sich Standorte trotz ähnlicher Grundstrukturen wesentlich voneinander unterscheiden können. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Standorttypen, etwa Postfilialen, Postpartnern, Zustellbasen und SB-Filialen.
Darüber hinaus beeinflussen Faktoren wie das Alter eines Standorts, bauliche Gegebenheiten und räumliche Rahmenbedingungen die Umsetzung vor Ort. Dadurch entstehen mitunter Herausforderungen, die erst während der tatsächlichen Realisierung sichtbar werden.
Auch wenn Prozesse, Logistik und technische Vorbereitung zentral geplant werden, zeigen sich manche Details erst am jeweiligen Standort: vorhandene Installationen, die Zugänglichkeit von Technikbereichen, lokale Anschlussbedingungen oder Abhängigkeiten im laufenden Betrieb. Genau diese Faktoren lassen sich im Vorfeld nur begrenzt einschätzen.
Hinzu kommt, dass die Umstellung im laufenden Betrieb erfolgt – also dort, wo Kund*innen betreut, Sendungen bearbeitet, Systeme genutzt und tägliche Prozesse abgewickelt werden. Störungen müssen daher so gering wie möglich gehalten werden.
Eine flexible Einsatzplanung, schnelle technische Unterstützung im Backend, eine verlässliche Vor-Ort-Installation und die Fähigkeit, auf unerwartete Situationen rasch zu reagieren, sind dabei entscheidend.
Auch die Stabilität des redundanten Dual-SD-WAN-Hub-Setups war ein wesentlicher Faktor im Gesamtaufbau. Die Cluster laufen in zwei getrennten DMZ-Bereichen. Die Uptime des SD-WAN liegt mittlerweile bei knapp 1.000 Tagen.
CN Post Neu ist deshalb nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein organisatorischer Kraftakt. Automatisierung hilft dabei, die Komplexität beherrschbar zu machen. Am Ende braucht es jedoch Menschen mit Erfahrung, Überblick und Teamgeist, damit der Rollout an jedem einzelnen Standort zuverlässig gelingt.
Allein bei den Postpartnern wurden 1.350 Standorte innerhalb von sechs Monaten umgestellt. Welche Abläufe konnten automatisiert werden – und an welchen Stellen bleiben Erfahrung, Koordination und Arbeit vor Ort entscheidend?
Automatisierung war ein zentraler Erfolgsfaktor, um die enorme Anzahl an Standorten effizient und skalierbar abwickeln zu können.
Viele Schritte wurden standardisiert und automatisiert vorbereitet: von der Erstellung der Rollout-Dokumente über die Anlage der Device Models im FortiManager bis hin zu Pre-Configuration-Prozessen, Seriennummern- und Inventardaten, IP-Informationen sowie der Versandlogistik.
Damit wird aus einem hochkomplexen Rollout ein wiederholbarer und steuerbarer Prozess.
Gleichzeitig bleibt Erfahrung unverzichtbar. Vor Ort müssen bestehende Assets geprüft, neue Komponenten fachgerecht installiert und umfassende Funktionstests durchgeführt werden. Auch die Koordination der Einsätze, der Hardwareversand, die Abstimmung mit den Postpartnern und der Backendsupport durch das Netzwerkteam bleiben entscheidend.
Kurz gesagt: Automatisierung schafft Tempo, Qualität und Skalierbarkeit. Der Erfolg entsteht jedoch erst durch das Zusammenspiel aus sauberer Vorbereitung, laufender Koordination und technischer Expertise direkt am Standort. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, auf unerwartete Situationen rasch zu reagieren und passende Lösungen zu finden.
Gala Dinner & Livin IT Trophy – eine Nacht, in der Spitzenleistungen in der IT sichtbar, gefeiert und ausgezeichnet werden.
Viele Standorte erhalten deutlich mehr Bandbreite bei gleichbleibenden Kosten. Wie ist das gelungen, und welche Rolle spielten die neuen Ausschreibungen sowie die geringere Abhängigkeit von einzelnen Providern?
Der steigende Bandbreitenbedarf war einer der zentralen Treiber des Projekts. Viele Standorte arbeiteten bisher mit sehr geringen Bandbreiten, während digitale Anwendungen, Datenverarbeitung und neue Services immer mehr Leistung benötigen.
Durch die neue Architektur und die gezielte Neuausschreibung der WAN- und Internetanbindungen können deutlich leistungsfähigere Anschlüsse von unterschiedlichen Providern bei gleichbleibenden Kosten realisiert werden.
Die Umstellung auf neue oder zusätzliche Standortanbindungen läuft derzeit noch. Bislang wurden bereits an mehr als 1.000 Standorten Verbesserungen umgesetzt.
So entsteht ein klarer Mehrwert: mehr Bandbreite, mehr Sicherheit und mehr Flexibilität, ohne die Kostenstruktur unnötig zu belasten. Für die Österreichische Post ist das ein wichtiger Schritt, um digitale Services in der Fläche stabil und zukunftssicher betreiben zu können.
Woran erkennt ihr heute, dass die neue Infrastruktur den Arbeitsalltag tatsächlich verbessert? Welche Veränderungen zeigen sich bei Stabilität, Supportaufwand, Geschwindigkeit und Nutzung digitaler Anwendungen?
Die Verbesserungen werden dort sichtbar, wo das Netzwerk täglich gebraucht wird: in Postfilialen, Zustellbasen, bei Postpartnern und in SB-Filialen.
Höhere Bandbreiten schaffen die Grundlage dafür, dass Anwendungen schneller reagieren, moderne Tools stabiler genutzt werden können und digitale Prozesse weniger Reibungsverluste verursachen.
Auch im Betrieb zeigt sich der Effekt. Eine modernere, sicherere und stärker standardisierte Infrastruktur reduziert die Komplexität, erleichtert das Monitoring sowie die Optimierung von Konfigurationen und unterstützt das Netzwerkteam dabei, schneller und gezielter zu reagieren.
Für die Mitarbeiter*innen bedeutet das weniger technische Einschränkungen und bessere Voraussetzungen für effizientes Arbeiten in einer sicheren Umgebung.
Bei CN Post Neu wirken viele Menschen mit, deren Arbeit üblicherweise im Hintergrund bleibt. Was würde euch die LIVinIT Trophy bedeuten, und wen aus dem Team möchtet ihr besonders vor den Vorhang holen?
Die LIVinIT Trophy wäre eine besondere Anerkennung für ein Projekt, dessen Wirkung im gesamten Unternehmen spürbar ist, dessen Arbeit aber häufig im Hintergrund stattfindet.
CN Post Neu zeigt, wie moderne IT-Transformation ermöglicht wird: nicht nur durch Technologie, sondern vor allem durch gute Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und den Einsatz zahlreicher Expert*innen.
Vor den Vorhang holen möchten wir deshalb alle Kolleg*innen, die diesen Rollout möglich machen. Dazu gehören die Teams und Verantwortlichen aus den Bereichen Infrastrukturarchitektur und Netzwerk, IT-Vor-Ort-Support, Einkauf, Security, Recht, Provider Management und Projektleitung – ebenso wie die Kolleg*innen an den einzelnen Standorten.
Für uns wäre die Auszeichnung ein klares Zeichen der Wertschätzung für unsere Hidden Champions der Infrastruktur: jene Menschen, die Komplexität beherrschen, Risiken reduzieren und dafür sorgen, dass die digitale Post von morgen im Alltag zuverlässig funktioniert.
Jetzt für das Confare CIOSUMMIT Wien am 17. & 18. März 2027 in der METAStadt anmelden – der zentrale Treffpunkt, an dem die Zukunft der IT im DACH-Raum diskutiert und gestaltet wird.



