
Confare Swiss CIOAWARD Nominee Barbara Berger (Informatik Schaffhausen)– Kultureller Wandel ist der Schlüssel zu nachhaltiger Veränderung
Die Digitalisierung der Verwaltung braucht mehr als nur Technologie – sie braucht Menschen, die gestalten, inspirieren und Brücken bauen. Genau das verkörpert Barbara Berger bei der Informatik Schaffhausen.
Mit ihrem Anspruch, die IT nicht als reine Betriebsorganisation zu verstehen, sondern als aktiven Business Partner, hat sie gemeinsam mit ihrem Team einen Kulturwandel angestoßen. Transparenz, Wertschätzung und Nähe zu den Kund:innen stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie moderne Arbeitswelten und innovative Services.
Ihre Nominierung für den Confare Swiss CIOAWARD ist eine Anerkennung für diesen Weg – und für den Mut, Wandel sichtbar zu machen und gemeinsam mit Mitarbeitenden und Stakeholdern voranzutreiben.
Erlebe am 10. September im Marriott Zürich, wie die führenden CIOs des DACH-Raums ausgezeichnet werden – und lass dich von den digitalen Erfolgsgeschichten inspirieren, die die Zukunft prägen.
Wie gelingt es Dir, Wandel in einer öffentlichen Organisation nicht nur technisch, sondern auch kulturell zu verankern?
Der kulturelle Wandel ist für mich der Schlüssel zur nachhaltigen Veränderung. Deshalb war es mir besonders wichtig, dass der Wandel nicht nur auf der technischen Ebene stattfindet, sondern erlebbar wird. Mitarbeitende wie auch Kund:innen müssen spüren, dass sich die ITSH wandelt. Deshalb habe ich bei der Neuausrichtung der ITSH gezielt auf kulturelle Impulse gesetzt. Der Wechsel in neue Büroräumlichkeiten war nicht nur funktional gedacht, sondern sollte einen „kulturellen Boost“ bringen. Die Gestaltung nach dem Prinzip von New Work ermöglicht moderne Zusammenarbeit und unterstützt den Wandel zum Business Partner, den ich gemeinsam mit meinen Geschäftstleitungs-Kolleg:innen vorantreibe.
Wie spiegeln sich diese Bemühungen in der äusseren Wahrnehmung wider?
Ein weiteres Element war die Entwicklung einer neuen Corporate Identity, mit einem neuen Design, einem starken Claim „Love it. Feel it. Make it.“ und einer Website, die unsere Haltung widerspiegelt. Auch intern habe ich auf Wertearbeit gesetzt: Transparenz, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Begeisterung prägen unsere tägliche Arbeit. Sie sind in unseren Führungsgrundsätzen und der Teamkultur verankert und bilden die Basis für eine offene Feedbackkultur, in der Fehler als Lernchancen verstanden werden. Auch für unsere Kund:innen wird der Wandel erlebbar, wenn Probleme schneller gelöst werden, wenn sie direkt an der IT Tech Bar Unterstützung bekommen oder wenn ihre Rückmeldungen gehört und berücksichtigt werden. Im Rahmen der Customer Centricity-Initiative wurden Kunden-Personas und eine Customer Journey entwickelt, um den Kontakt mit der ITSH für alle Kund:innen zu einem positiveren Erlebnis zu gestalten.
Was hat Dich persönlich an der Vision fasziniert, aus einer klassischen Betriebsorganisation einen echten Business Partner zu formen?
Mich faszinierte die Möglichkeit, aktiv zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens beizutragen und das nicht nur unterstützend, sondern als Mitgestalterin. Die Vorstellung gemeinsam mit den Kund:innen die digitale Transformation in der Verwaltung voranzutreiben, hat mich begeistert. Es geht um Zusammenarbeit auf Augenhöhe und das macht richtig Spass.
Jetzt für den Confare CIOSUMMIT Wien am 25.–26. März 2026 in der METAStadt anmelden – und Teil des wichtigsten IT-Entscheider-Treffpunkts im DACH-Raum werden.
Warum braucht Transformation manchmal auch ein Gesicht?
Damit der Wandel nicht nur auf dem Papier beschlossen ist, sondern auch gesehen und gefühlt wird. Um der Rolle des „Business Partners“ ein Gesicht zu geben, habe ich die Persona „Konstanze Partner“ entwickelt. Sie steht für Haltung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe und macht die neue Rolle für die Mitarbeitenden der ITSH greifbar. Kultureller Wandel braucht ein Gesicht, eine Geschichte und den Mut, auch unbequeme Themen anzusprechen.
Der Neustart als ITSH war mehr als ein Rebranding – was macht den Unterschied heute im Alltag für Mitarbeitende und Stakeholder?
Aus meiner Sicht liegt der entscheidende Unterschied darin, dass mit dem Neustart als ITSH nicht nur ein neuer Name eingeführt wurde, sondern ein grundlegender Wandel in Haltung, Struktur und Zusammenarbeit stattfindet. Der Unterschied zeigt sich im Alltag durch eine klarere Ausrichtung, mehr Serviceorientierung und eine offenere Kommunikation. Die ITSH agiert heute als strategischer Partner, nicht nur als technische Dienstleisterin. Für Stakeholder zeigt sich der Unterschied vor allem in der verbesserten Transparenz und der aktiven Einbindung in Serviceverbesserungen und Entscheidungsprozesse. Einige Veränderungen brauchen Zeit, und noch nicht alles funktioniert reibungslos. Aber der Weg ist klar, und die Richtung stimmt. Für mich ist spürbar, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln, Schritt für Schritt.
Was bedeutet für Dich moderne Führung in einer Organisation, die sich zwischen Verwaltungslogik und Innovationsanspruch bewegt?
Moderne Führung in diesem Kontext bedeutet für mich, Brücken zwischen Stabilität und Wandel zu bauen, zwischen Prozessen und Menschen, zwischen Anspruch und Realität. Das heisst für mich konkret:
Vertrauen statt Kontrolle: Führung soll Rahmen und Richtung geben, aber auch Freiräume schaffen. Gerade in einer Organisation wie die ITSH ist es wichtig, dass Mitarbeitende Verantwortung übernehmen können.
Kommunikation auf Augenhöhe: Moderne Führung bedeutet für mich, transparent zu kommunizieren, zuzuhören und unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen. Das schafft Vertrauen und fördert eine gemeinsame Haltung.
Mut zur Veränderung: Innovation braucht Experimentierfreude, aber auch ein realistisches Verständnis für die Rahmenbedingungen der Verwaltung. Gute Führung erkennt, wo Spielräume sind, und nutzt diese klug, ohne die Organisation zu überfordern.
Kulturentwicklung als Führungsaufgabe: Führung ist heute mehr als das Managen von Aufgaben. Es geht darum, eine Kultur zu fördern, in der Lernen, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung selbstverständlich sind auch über Bereichsgrenzen hinweg.
Das Confare Female IT-Mentoring in Frankfurt eröffnet Mentees die einmalige Chance, sich von erfahrenen IT-Führungskräften persönlich coachen und inspirieren zu lassen.
Wie bringst Du neue Arbeitswelten, moderne Identität und Sinnstiftung unter einen gemeinsamen Hut?
Neue Arbeitswelten, moderne Identität und Sinnstiftung sind keine getrennten Themen, sie greifen ineinander und prägen, wie wir heute arbeiten und miteinander umgehen. Der gemeinsame Hut ist für mich eine Führungskultur, die all das zusammenhält: Sie schafft Räume für Entwicklung, fördert Dialog und gibt Orientierung.
Welche Lehren nimmst Du aus dem politischen Prozess rund um die Neugründung für zukünftige Veränderungsvorhaben mit?
Für mich war der politische Prozess rund um die Neugründung der ITSH eine Reise mit Hochs und Tiefs. Was ich daraus mitnehme, sind vor allem die Erkenntnisse, dass Veränderung Geduld braucht, Widerstände Teil des Prozesses sind und es vor allem Menschen in der Verwaltung und Politik braucht, die den Wandel mittragen und überzeugt sind, dass er gelingt.
Warum ist es wichtig, erfolgreiche IT vor den Vorhang zu holen? Und was bedeutet der Confare CIOAWARD für dich persönlich?
Ich erlebe jeden Tag, wie viel Engagement, Fachwissen und Teamarbeit in der ITSH stecken und wie oft das im Hintergrund bleibt. Dabei ist genau diese Arbeit entscheidend dafür, dass die Verwaltung funktioniert und dass die Digitalisierung vorankommt. Der Confare CIOAWARD bedeutet mir persönlich sehr viel. Er ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein Zeichen dafür, dass unsere Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Eine Hommage an all die Kolleg:innen und Mitarbeitenden, die mitdenken, mitgestalten und den Wandel aktiv vorantreiben, denn ihr Engagement macht den Unterschied, Tag für Tag.


