Confare Swiss CIOAWARD Nominee Vidor Kapy – IT vom Betreiber zum Co-Geschäftsgestalter

by Leon Ghezzo

Confare Swiss CIOAWARD Nominee Vidor Kapy (Bühler)– IT vom Betreiber zum Co-Geschäftsgestalter

Bei Bühler ist IT längst nicht mehr nur eine unterstützende Funktion – sie ist heute fester Bestandteil des Produkts, des Kundenerlebnisses und der gesamten Wertschöpfungskette. CIO Vidor Kapy hat diesen Wandel konsequent vorangetrieben. Seine Digitalstrategie verbindet digitale Kundenerlebnisse mit operativer Exzellenz und schafft so einen spürbaren Mehrwert: Maschinen, Anlagen und IoT-Daten greifen nahtlos ineinander, globale Prozesse sind harmonisiert, Entscheidungen basieren auf Daten, und die Ergebnisse lassen sich messen – in Produktivität, Qualität, Energieeffizienz und Umsatz.

Für Vidor Kapy ist klar: Digitalisierung entfaltet ihre volle Wirkung nur dann, wenn interne Abläufe und Kundenlösungen perfekt zusammenspielen. Mit klaren Standards, agilen Strukturen und dem Fokus auf messbare Resultate macht er die IT bei Bühler zu einem strategischen Werttreiber. Genau dieser Ansatz macht ihn zu einem der spannendsten CIOs im DACH-Raum – und zu einem würdigen Kandidaten für den Confare Swiss CIOAWARD.

Erlebe am 9. September 2026 im Marriott Zürich, wie die führenden CIOs des DACH-Raums ausgezeichnet werden – und lass dich von den digitalen Erfolgsgeschichten inspirieren, die die Zukunft prägen.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung in eurer Branche?

Digital Customer Experience

  • Unsere Kundenlösungen bestehen aus Maschinen und Anlagen, die digital über Steuerungen bedient und orchestriert werden. Mit der Digitalisierung haben wir die Lösungen der Geschäftsbereiche harmonisiert und standardisiert – von der Programmverwaltung, über eine einheitliche User Experience mit gemeinsamen Bibliotheken, bis hin zu abgestimmten Funktionen und Plattformen.
  • Über IoT (Bühler Insights) verknüpfen wir Anlagen mit Back-End-Daten und leiten daraus mittels Algorithmen konkrete Handlungsempfehlungen zur Steigerung von Produktivität, Qualität und Energieeffizienz ab.
  • Im Kundenportal erhalten Kunden alle relevanten Informationen zu Maschinen und Anlagen und können Services einfach bestellen. Bereits heute erzielen wir über dieses Portal mehr als 150 Mio. CHF Umsatz, bei hoher Prozessautomatisierung.
  • Zudem stellen wir Software zur Planung und Durchführung der Instandhaltung bereit.
  • Die IT hat die Standardisierung, Entwicklung und den stabilen Betrieb dieser Lösungen massgeblich ermöglicht.

Digital Business Excellence

  • Unsere globalen End-to-End-Prozesse wurden über die letzten 20 Jahre Geschäftsbereich übergreifend harmonisiert und auf globalen Applikationsplattformen standardisiert – mit dem Ziel, interne Abläufe effizienter und effektiver zu gestalten.
  • Da wir Kundennutzen im globalen Kollektiv schaffen, ist es entscheidend, dass Mitarbeitende weltweit mit denselben Prozessen, Applikationen und Daten optimal zusammenarbeiten.

Flankierende Enabler

  • Cyber Security (inkl. Product Security), Enterprise Architecture (inkl. Data und AI Strategie), sowie skalierbare IT-Infrastruktur- und Workplace-Lösungen (inkl. Cloud) bilden die Basis. Diese Grundlagen liegen in der Verantwortung der IT und befähigen sowohl die internen Prozesse als auch die Kunden-Lösungen.
  • Während IT in unserer Branche teils als Kostenfaktor gilt, ist sie bei Bühler mittlerweile ein Werttreiber für Kunden- und Prozesslösungen.

Mit welcher Ausgangslage bist du als CIO gestartet – und welches Zielbild hattest du vor Augen?

Die Ausgangslage war solid: global etablierte Geschäftsprozesse und Applikationen, sowie eine internationale IT-Organisation mit den wichtigsten Standorten in der Schweiz und Indien. 2023 befanden wir uns im Strategiezyklus 2020–2025, daher bestand kein Bedarf für eine grundlegende Neuausrichtung, sondern für fokussierte Umsetzung und Wertrealisierung. Meine Schwerpunkte waren:

  • Konsolidierung der Maschinensteuerungen von 22 Lösungen auf eine Plattform mit standardisierter User Experience.
  • Weiterentwicklung der IoT-Lösung bei gleichzeitiger Reduktion von Entwicklungs- und Betriebskosten um 30%.
  • Höhere Effizienz in der Prozessdigitalisierung durch Agilität.
  • Nach der S/4HANA-Conversion die Benefits konsequent realisieren.
  • Unterstützung der Service-Transformation mit neuen Prozessen, Applikationen und Daten.
  • Weiterentwicklung der Engineering-Plattformen für das Anlagengeschäft gemäss neuen Anforderungen.
  • Globale Digitalisierung der HR-Prozesse.
  • Cyber Security: IT Service Continuity Management auf das nächste Level heben.
  • Infrastruktur: Ergänzung durch eine Cloud-First-Strategie und entsprechender organisatorischen Ausrichtung.
  • Neuausrichtung der Organisation in Indien (Leadership-Prinzipien, Kultur und Werte, Prozesse und Verantwortlichkeiten).
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Was bedeutet das für deine Rolle als CIO und die Positionierung der IT?

  • Vom Betreiber zum Co-Geschäftsgestalter: Verantwortung nicht nur für Stabilität, sondern messbare Beiträge zu Umsatz, Effizienz und Nachhaltigkeit.
  • Produkt-Mindset: IT liefert Produkte und Services mit klaren Roadmaps, Increments, SLAs und eindeutigen Product Ownern.
  • Aktive Portfoliosteuerung: Balancing von Run, Grow, Transform entlang der Unternehmensstrategie – mit klar definierten Outcomes.
  • Governance als Enabler: Klare Standards und Guardrails, die Innovation ermöglichen statt blockieren.

Welche Rolle spielt der externe Kunde in eurer IT-Strategie?

Alle IT-Lösungen zielen auf Kundennutzen oder deutlichen Unternehmensmehrwert. Wir verbinden Kundendigitalisierung und interne Digitalisierung bewusst, auch wenn mehrere organisatorische Einheiten involviert sind. Kundenlösungen entfalten ihren vollen Wert, wenn sie bei Bedarf mit internen Systemen integriert sind. Effizienzgewinne in internen Prozessen wirken direkt beim Kunden: schnellere Abarbeitung, höhere Qualität, einfachere Zusammenarbeit und geringere Kosten. Der Kundenmehrwert steht im Zentrum unserer Digitalstrategie.

Wie gestaltet ihr die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen?

Strategische Initiativen werden auf Geschäftsleitungsebene mittels Lean Portfolio Management priorisiert und mit SAFe über Agile Release Trains, Epics und Features quartalsweise geplant.

  • IT stellt Governance gemäss SAFe, sowie Product Owner, System Architects, Scrum Master und Development-Teams.
  • Das Business stellt Business Owner und Product Manager.
  • Seit der Einführung der agilen Arbeitsweise über die letzten zwei Jahre sind Transparenz und Fokus deutlich gestiegen. Die IT ist keine Blackbox mehr – das Business sitzt im Driver’s Seat und steuert Prioritäten und Ressourcen für die relevanten Increments.

Was sind deine drei wichtigsten Tipps für junge Menschen, die CIO werden wollen?

  1. Business first: Nicht technologieverliebt Innovationen einführen, sondern Geschäftsmodell und betriebswirtschaftliche Hebel verstehen – und mit digitalen Möglichkeiten nachhaltig Wert schaffen.
  2. Strategiekompetenz: Drei Felder tief verstehen – Unternehmensstrategie, externe Makrotrends (z. B. Geopolitik, Regulierung) und Technologien/Trends mit potenziell disruptiver Wirkung.
  3. Leadership & Impact: Freude am Gestalten, Stakeholder ausrichten und die Organisation wirksam führen. Dafür essenziell: vernetztes Denken, Kollaboration, klare Kommunikation, sehr gutes Verständnis für Business und IT, Führungsstärke und Empathie.

Warum ist es wichtig, erfolgreiche IT vor den Vorhang zu holen? Was bedeutet der Confare CIOAWARD für dich?

Ohne IT könnte heute kaum ein Unternehmen einen Arbeitstag bewältigen. Umso wichtiger ist es, die richtigen Lösungen zu designen und resilient zu betreiben – als aktiven Erfolgsfaktor, nicht als Backoffice-Funktion. Wir haben bei Bühler in den letzten Jahren viel erreicht und müssen uns mit den Ergebnissen nicht verstecken. Teile unserer Digitalstrategie und unseres Vorgehens werden in der Branche bereits adaptiert. Der Confare CIOAWARD würde Bühler und unsere Strategie sichtbarer machen – das ist hilfreich für Partnerschaften und die Gewinnung von Fachkräften. Persönlich wäre es eine grosse Ehre und eine Anerkennung für die harte Arbeit des gesamten Teams.

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