Daniel Fiechter, CIO Vitra: Warum IT mehr Raum für Kreativität braucht

by Cansu Karacan

Daniel Fiechter, CIO Vitra: Warum IT mehr Raum für Kreativität braucht

Was heisst es heute für CIOs, Kreativität nicht nur für sich zu beanspruchen, sondern sie im Unternehmen überhaupt erst möglich zu machen? Wie gelingt es, Begeisterung auszulösen, statt nur für Zustimmung zu werben? Genau diesen Fragen widmet sich der Confare CIOSUMMIT 2026 am 25. und 26. März in Wien – unter dem Motto: „Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.“

Für Daniel Fiechter, CIO von Vitra und Confare Swiss CIOAWARD Preisträger, ist Kreativität nichts Abgehobenes, sondern das Resultat guter Grundlagenarbeit, klarer Verantwortung und Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Im Gespräch mit Michael Ghezzo spricht er darüber, warum unternehmerisches Denken für CIOs unverzichtbar geworden ist, wie IT Begeisterung stiften kann und weshalb lebendige Netzwerke oft mehr Wirkung haben als formale Strukturen.

Michael Ghezzo:
Daniel, die CIO-Aufgabe ist heute extrem breit: Von Systempflege bis zur Gestaltung der digitalen Zukunft. Wo bleibt da noch Raum für Kreativität?

Daniel Fiechter:
Der Spielraum für Kreativität ist da, aber man muss ihn sich aktiv schaffen. Die klassischen Aufgaben – Betrieb, Infrastruktur, Applikationsmanagement – laufen natürlich weiter. Aber gerade, weil die IT heute viel stärker in neue Geschäftsmodelle und Produktangebote eingebunden ist, öffnet sich Raum für kreative Lösungen.
Man darf dabei nicht unterschätzen: Kreativität benötigt auch andere Menschen, andere Rollen im Team. Nur, wenn die Hausaufgaben im Griff sind, entsteht dieser kreative Raum. Dann macht die Arbeit richtig Spass.

Michael Ghezzo: 
Transformation ist wichtig – das ist allen klar. Aber wie gelingt es, Begeisterung auszulösen und nicht nur Überzeugungsarbeit zu leisten?

Daniel Fiechter:
Das Fundament ist simpel: Die Grundaufgaben müssen reibungslos laufen. Wenn Tools nicht funktionieren oder Laptops langsam sind, leidet die gesamte Experience.

Begeisterung entsteht dann, wenn wir als IT wirklich Ermöglicher sind. Wenn wir schnell etwas Neues aufsetzen, proaktiv neue Ideen einbringen, statt immer nur als Verhinderer dazustehen. Und vor allem, wenn unsere Arbeit messbar das Kundenerlebnis verbessert – das ist für mich der grösste Hebel für echte Begeisterung.

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Genau diese Rolle der IT als Ermöglicher steht auch beim Confare CIOSUMMIT Wien im Mittelpunkt. Wer dort mit anderen CIOs ins Gespräch kommt, merkt schnell, wie stark gemeinsame Erfahrungen und praxisnahe Einblicke die eigene Arbeit voranbringen. HIER ANMELDEN.

Michael Ghezzo:
Wie viel unternehmerisches Denken braucht ein CIO heute?

Daniel Fiechter:
Ich glaube, die bessere Frage ist: Wie viel kann man sich leisten, nicht unternehmerisch zu denken? CIOs müssen heute nicht nur technologische Optionen verstehen, sondern auch deren wirtschaftliche Tragweite bewerten. Unternehmerischer Spirit bedeutet, neuartige Wege zu gehen, Verantwortung zu übernehmen, nicht konform zu denken – das ist heute unerlässlich, um Wandel zu gestalten.

Michael Ghezzo:
Wie gelingt es dir, über Abteilungsgrenzen hinweg Wirkung zu erzielen?

Daniel Fiechter:
Indem ich mich nicht auf Hierarchie verlasse, sondern auf Netzwerke. Kein IT-Projekt bleibt isoliert – es ist immer interdisziplinär. Wir müssen die richtigen Leute an einen Tisch bringen, aber auch selbst präsent sein: proaktiv, strategisch, mitgestaltend.

Gute IT passiert nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Dialog mit dem Fachbereich. Und dieser Dialog muss auch vom Fachbereich mitgetragen werden. Zusammenarbeit ist keine Einbahnstrasse.

Michael Ghezzo:
Du bist Preisträger des Confare CIOAWARD und kennst den CIOSUMMIT gut. Was bedeutet das für dich fachlich, menschlich, persönlich?

Daniel Fiechter:
Der CIOAWARD ist eine grosse Anerkennung, aber noch wichtiger ist das, was drumherum passiert. Der CIOSUMMIT ist eine unglaublich dichte Plattform: In einem kompakten Tag bekommt man verschiedenste Perspektiven, neue Ideen – auch Themen, die man selbst vielleicht gar nicht gesucht hat, die aber weiterbringen.

Vor allem aber ist es eine echte Community. Ich weiss: Wenn ich ein Thema habe, finde ich in der Confare CIO-Community immer jemanden, mit dem ich mich auf Augenhöhe austauschen kann. Dieser Kontakt ist nicht auf den Tag des Summits beschränkt, sondern trägt durchs ganze Jahr. Und das ist für mich vielleicht der wertvollste Aspekt am Ganzen.

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