Wirtschaftstrends 2026 – Das haben CIOs und Rallye-Fahrer gemeinsam

by Bianca Bogad-Frey

Jochen Borenich - Das haben CIOs und Rallye-Fahrer gemeinsam – Wirtschaftstrends 2026

Jochen Borenich ist Geschäftsführer bei JBX-Tech und Advisor of the Board bei KPMG Austria. 2025 war sein Artikel zu den Herausforderungen des Jahres auf Platz zwei unserer meistgelesenen Blog-Beiträge des Jahres. Das Follow-Up für das Jahr 2026 sehen Sie jetzt. Es geht um den Mehrwert der IT in wirtschaftlich angespannten Zeiten, was CIOs mit Rallye-Fahrern gemeinsam haben und vieles mehr.

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Wie nimmst Du die aktuelle wirtschaftliche Lage wahr, und welche Auswirkungen hat sie konkret auf Investitionen, Prioritäten und Erwartungshaltungen in der Unternehmens-IT?

Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird vielfach als angespannt und von Unsicherheit geprägt wahrgenommen, unter anderem durch geopolitische Spannungen, geringes Wirtschaftswachstum und aktuellen Kostensteigerungen vor allem im Bereich der Chips.

Unternehmen investieren heute, wo ein klarer wirtschaftlicher Mehrwert erkennbar ist. Im Fokus stehen vor allem IT-Lösungen, die Kosten senken, Prozesse effizienter machen oder bestehende Ressourcen besser nutzen, etwa durch Automatisierung & AI.

Darüber hinaus steht Stabilität und Sicherheit im Vordergrund. Themen wie Cybersecurity und Business Continuity gewinnen an Bedeutung, da Unternehmen widerstandsfähiger werden müssen.

Die Erwartungshaltung an die IT ist es, messbare Beiträge zur Wettbewerbsfähigkeit zu liefern und sie wird zunehmend als strategischer Partner gesehen.

Die geopolitische Unsicherheit der letzten Jahre hat viele Abhängigkeiten sichtbar gemacht. Was braucht, damit Europa daraus einen nachhaltigen Innovations- und Digitalisierungsschub entwickelt?

Aus meiner Sicht braucht Europa vor allem mehr digitale Souveränität, um aus geopolitischen Abhängigkeiten einen nachhaltigen Innovations‑ und Digitalisierungsschub zu entwickeln. Uns sollte jedoch bewusst sein, dass eine technologische Autarkie, also eine vollständige Unabhängigkeit also vom Chip bis zur Applikation unrealistisch ist. Jedoch sollten wir nach technologischer Autonomie streben, also die Fähigkeit, über technologische Entwicklungen selbst zu bestimmen und unabhängig von externen Akteuren handlungsfähig zu bleiben. Dabei sollten wir internationale Kooperation nutzen, die idealerweise auf einen gegenseitigen Nutzen und somit auch gegenseitigen Abhängigkeiten beruhen.

Die Ausgangsbasis dafür sind gezielte Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien, Beschaffungsprozesse die lokale Wertschöpfung berücksichtigen, sowie eine stärkere europäische Zusammenarbeit, um gemeinsame skalierbare Lösungen zu schaffen.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung heute dabei, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen?

IT und Digitalisierung sind heute kein reines Technologiethema mehr, sondern ein entscheidender Hebel zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen.

Nehmen wir beispielsweise das Gesundheitswesen, da wir hier sowohl die gesellschaftlichen als auch die wirtschaftlichen Aspekte unmittelbar erkennen können: Durch digitale Technologien können Diagnosen deutlich genauer und früher gestellt werden. Gleichzeitig ermöglichen digitale Systeme somit eine individualisierte Medizin, bei der Behandlungen und Therapien gezielt auf einzelne Patientinnen und Patienten abgestimmt werden.

Auch in der Medikamentenentwicklung oder DNA-Analyse ist die Digitalisierung von großer Bedeutung: Durch Simulationen, und KI können Wirkstoffe schneller erforscht, getestet und weiterentwickelt werden. Was vor allem in der Krebsforschung, bei seltenen Krankheiten und in der personalisierten Therapie große Fortschritte bringt.

Insgesamt trägt die Digitalisierung zur „Demokratisierung“ des Gesundheitssystems bei, um es effizienter, präziser und patientenorientierter zu gestalten.

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Gibt es technologische Entwicklungen, die 2026 den Markt tatsächlich prägen werden?

Digitale Souveränität rückt stark in den Fokus, da Unternehmen und Staaten unabhängiger von außereuropäischen Plattformen, Cloud‑Anbietern und Schlüsseltechnologien werden wollen.

Damit eng verbunden ist Cybersecurity, die sich von einer IT‑Aufgabe zu einem strategischen Management‑ und Vertrauensfaktor entwickelt.

Künstliche Intelligenz wird 2026 zunehmend produktiv eingesetzt und zum Wettbewerbsfaktor, insbesondere durch Assistenzsysteme aber auch verstärkt durch AI-Agenten.

Gleichzeitig gewinnt Quantum Computing an strategischer Bedeutung – weniger im breiten Einsatz, aber als Zukunftstechnologie mit großem Potenzial für Kryptografie und komplexe Optimierungsprobleme.

Zwischen Legacy-Systemen und moderner KI-Welt, Stabilität und Transformation, Innovationsdruck und Cybersecurity: Welche Orientierung gibt es für CIOs, um in diesem Spannungsfeld Prioritäten setzen zu können?

Ich möchte hier den Vergleich mit einem Rallyefahrer anstellen: Ein guter Rallyefahrer muss Gas geben und bremsen gleichzeitig – je nach Strecke, Situation und Risiko. Genauso müssen wir heute Innovation vorantreiben und gleichzeitig Stabilität und Sicherheit gewährleisten.

Künstliche Intelligenz und neue Technologien stehen für das Gas geben – sie bringen Geschwindigkeit, Effizienz und Wettbewerbsvorteile. Cybersecurity, Resilienz und Governance sind die Bremse – nicht um Innovation zu verhindern, sondern um Kontrolle und Sicherheit zu behalten. Die Orientierung entsteht, wenn wir jede Entscheidung entlang von Business‑Nutzen, Risiko und strategischer Wirkung treffen.

 

 

Was bedeutet das Motto der Confare CIOSUMMITs 2026 – Digitale Schöpfung: Create. Inspire. Own. – für Dich persönlich

Für mich steht „Digitale Schöpfung: Create. Inspire. Own.“ für den bewussten Schritt vom reinen Technologieeinsatz hin zu digitaler Verantwortung und echtem Gestaltungswillen. Es bedeutet, Innovation mit Mut voranzutreiben und Technologie bewusst so einzusetzen, dass Mehrwert entsteht – für Unternehmen, für die Gesellschaft und für den Menschen. Gleichzeitig heißt es Verantwortung zu übernehmen: für Sicherheit, für Vertrauen und für technologische Souveränität in einer komplexen und volatilen Welt.

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