Den IT-Elfenbeinturm einreißen – Gemeinsam. Besser. Transformieren

by Bianca Bogad-Frey

Alexander Hochmeier (FACC): Den IT-Elfenbeinturm einreißen – Gemeinsam. Besser. Transformieren

Alexander Hochmeier - Den IT-Elfenbeinturm einreißen – Gemeinsam. Besser. Transformieren

Im heutigen Confare Bloginterview: Alexander Hochmeier, Vice President IT / Security & Digitalization bei FACC. Mit ihm sprechen wir über die Komplexität einfach wirkender Themen wie die 80:20-Regel, Investment in die IT und vieles mehr. Erfahren Sie, wie Sie auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten einen klaren Kopf bewahren.

Warum fällt es vielen Unternehmen so schwer, zwischen sinnvollem Konsolidieren und gefährlichem Sparen zu unterscheiden?

Wenn es immer so einfach wäre, klar ausrechnen zu können, welches Investment etwas bringt – wie viel und wie schnell. Ist es aber nicht.

Was bringt denn eine Modernisierung eines ERP? Was bringt der Aufbau einer Enterprise-Datenplattform als Fundament für Analytics, KI und Co? Oftmals investieren wir in der IT in Zukunftsfähigkeit. Das ist oft etwas Langfristiges. Etwas, das Zeit braucht, bis es sich entfalten kann. Das Vorprojekte braucht.
Was habe ich von der Datenplattform, wenn die Stammdaten in den Vorsystemen noch nicht passen? Wie lange dauert das Aufräumen? Wie sehen zukünftige Use Cases aus – und was bringen sie? Wie soll ich das sagen, wenn ich sie vielleicht noch gar nicht kenne?

Das heißt, am Ende investiert man in eine Vision, in eine Perspektive – wenn man an sie glaubt und wenn ihr so eine hohe Priorität gegeben wird, dass sie das Ringen um knappe Budgets überlebt. Das ist oft nicht einfach, wenn andere Vorhaben aus dem operativen Alltag einen klaren ROI bringen.
Es geht um Vertrauen. Es geht um Glaubenssätze. Es menschelt. Das ist gut – aber oft nicht einfach.

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Wie kann IT helfen, Standortnachteile oder wirtschaftliche Schwächen durch Effizienz und Qualität zu kompensieren?

IT alleine greift zu kurz. Es braucht das Miteinander von klassischer IT, Digitalisierung, Automatisierung sowie der Reorganisation von Organisationen und Prozessen – all das braucht es, damit eine echte Transformation gelingen kann.
Wirken diese Aspekte zusammen, kann gemeinsam der Mode of Operations einer Organisation so verändert werden, dass Standortnachteile kompensiert und Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft gesichert werden.
Forget about IT ivory towers… Gemeinsam. Besser. Transformieren.

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit „More from less“ tatsächlich funktioniert?

Reduktion auf das Wesentliche. 80:20… Sagt sich einfach. Ist es aber nicht.
Ich denke, hier kann Krise oder Katerstimmung hilfreich sein – gibt es weniger zu verteilen, ist das auch die Chance schlechthin. Da kann man nicht mehr 17 Sachen gleichzeitig machen. Man hat nicht mehr die Mittel dazu.

Die Kunst ist es dann, die verbleibenden Mittel sinnvoll zu verteilen. Natürlich einige Initiativen oder Projekte mit kurz- bzw. mittelfristigem ROI. Aber dann auch zwei, drei Initiativen, die wirklich dem Übermorgen gewidmet sind.
Die ROI-Bringer für das wirtschaftliche Überleben jetzt. Die Langfristthemen für den Erfolg der Zukunft.
Je nach Unternehmen und Lage mag der Anteil variieren, aber sagen wir mal: zwei Drittel für das Heute und Morgen, ein Drittel für das Übermorgen.

Wann ist es sinnvoll, Strukturen zu konsolidieren – und wann braucht es stattdessen den Mut zum Neubau?

Das Business von heute muss das Wachstum von morgen ermöglichen.
Wirft das Heute nichts mehr ab, dann muss man radikal umbauen – sonst kann man in die Zukunft nicht mehr investieren.
Wenn man nicht bis zu einer Krise wartet, entwickelt man die Strukturen von heute evolutionär weiter, um aus dem heutigen Business den Aufbau des Business von morgen zu ermöglichen.

Sprich: Das Core Business finanziert das New Business.
Ob das Neue irgendwann das Alte verdrängt, selbst zum neuen Core wird und der Kreislauf von vorne beginnt – das kommt auf die Branche an.

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Welche Rolle spielt Kommunikation – intern wie extern –, um den Wert von IT-Investitionen nachvollziehbar zu machen?

Kein Change ohne Kommunikation. Transparenz ist der Schlüssel zum Erfolg.
Da stellt sich halt die Frage: Können wir das selber? Wir ITler?
Auch hier gilt: Let us join forces. Better. Together.

Wie viel Mut braucht es, in wirtschaftlich engen Zeiten an Digitalisierung und Transformation festzuhalten?

Ach, Mut… Ist es mutig, an morgen zu denken?
Aus meiner Sicht ist es alternativlos. Wenn wir nicht nach vorne schauen und unseren Mode of Operations ändern, dann braucht uns übermorgen niemand mehr.
Sich nicht zu transformieren ist aus meiner Sicht Selbstaufgabe.

„Digitale Schöpfung – Create. Inspire. Own.“ – beschreibt das für dich den Weg aus der reinen Kostenlogik?

Kosten und wirtschaftliches Denken sind immer wichtig.
Aber für mich geht es an vorderster Stelle um Resilienz – heute und morgen. Um Innovationskraft. Um Zukunftsfähigkeit.
Und dafür braucht es den Dreiklang aus vielfältigen Menschen, Technologien und Prozessen.

Richtig dirigiert ergibt das eine wundervolle Melodie, die Aufbruchstimmung erzeugt.
Und im Hintergrund läuft gerade die Titelmelodie von Star Wars
In diesem Sinne – möge die Macht mit uns sein!

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