Der CIO ermöglicht neue Geschäftsfelder – nicht als „Befehlsempfänger“, sondern als kompetenter Partner für das Business

by Michael Ghezzo

Nach dem Studium in St. Gallen erlernte Urs Monstein das Bankengeschäft und die IT bei der UBS. Bei der Übernahme der UBS Privatbank durch die Bank Julius Bär war seine Aufgabe die IT-Integration der beiden Häuser. Heute, als Global Head of IT kommt ihm sein fundiertes Banking-Know-how zu Gute und macht ihn zu einem der Top-CIOs 2013 und zu einem der Nominierten für den SWISS CIO AWARD 2013.

Wie hat sich das Rollenbild des klassischen IT-Managers verändert?

UM: War die IT bis anhin in der Rolle eines IT Providers dafür verantwortlich, Technologie und Funktionalitäten entsprechend den Anforderungen des Business bereitzustellen, so wandelt sich diese Rolle heute mehr und mehr über einen Service Dienstleister zu einem strategischen Business Partner. In dieser Rolle wird von der IT nicht nur erwartet, mittels technischer Unterstützung die Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Vielmehr wird von der IT heute erwartet, dass sie dem Business auch neue Geschäftsfelder eröffnen (bspw. durch die Bereitstellung neuer Kanäle) oder die Grundlage zu einer effizienteren Bedürfnisbefriedigung unserer Kunden sicherstellen kann.  Damit einhergehend wandelt sich auch die Rolle des IT Managers vom „Befehlsempfänger“ zum gleichberechtigten Business Partner.

Welche Qualifikationen, abseits der technischen, benötigt der IT-Manager heute?

UM: Der IT-Manager muss nebst den Management Aufgaben in der Lage sein, durch ein ausgezeichnetes Business Verständnis die Bedürfnisse seiner Kunden zu antizipieren, Strategien zu entwerfen, Risiken abzuschätzen und Gesamtzusammenhänge zu erkennen. Dies verlangt von ihm nebst analytischen Fähigkeiten eine hohe  Flexibilität sowie die notwendige soziale Kompetenz, um sich in seine Business Partner versetzen zu können. Bei all diesen Aufgaben ist das persönliche Netzwerk von grossem Nutzen. Das reine IT-Wissen ist in den Hintergrund getreten und wird heute von technisch versierten Mitarbeitern abgedeckt.

Was muss der CIO tun, um den Business-Anforderungen gerecht zu werden, bzw. die Unternehmensziele zu unterstützen?

UM: Die persönliche Identifizierung mit dem Unternehmen, wie auch das Verstehen der Unternehmens- Strategien sind für den Erfolg unabdingbar. Er muss in der Lage sein Strategien aufzubrechen in Ziele und Prioritäten, um damit businessseitige Optimierungen mit Hilfe der IT zeitgerecht zu realisieren. 

Aktuelle Trends und neuartige Entwicklungen müssen in den gesamt Kontext des Unternehmens gestellt werden um daraus Veränderungen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Warum ist der CIO Award wichtig?

UM: Der CIO Award ist eine Anerkennung an alle IT Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr mit überdurchschnittlichem Einsatz und einer ausgeprägten Kundenorientierung alles unternommen haben, um die ambitiösen Ziele der Bank sicherzustellen. Dabei unterstützt der CIO Award, diese Leistung der IT auch gegen außen erkennbar zu machen.

Der CIO AWARD wird am 19. September im Zürcher Lake Side statt. Letztes Jahr hat der Informatikchef von PostFinance, Enrico Lardelli, den Preis gewonnen. Die hochkarätige Jury hat aus “zahlreichen Einreichungen” die fünf besten nominiert. Die Nominierten sind: Jean-Claude Flury, CIO von Siegfried; Urs Monstein, CIO der Bank Julius Bär; Beat Gass, CIO der Basellandschaftlichen Kantonalbank; Frédéric Wohlwend, CIO der Merck Group sowie Peter Meyerhans, CIO von Drees & Sommer.

An der Veranstaltung werden außerdem IT-Manager aus Unternehmen wie Merck, UBS, PostFinance, Blizzard und Nobel Biocare aus ihrer Praxis berichten. Aus den USA wird Stephen Little, CIO des Drucker-Riesen Xerox, erwartet. An der Veranstaltung unter dem Motto “Business Changes, Change Your Business.” werden rund 100 IT-Entscheiderinnen und Entscheider teilnehmen. Weitere Informationen gibt es auf www.ciosummit.ch

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