7 Schritte, um als CIO den Digitalisierungsschub Corona für nachhaltige Veränderung zu nutzen

by Barbara Schweinberger

Neue Möglichkeiten erkennen und Potenziale realisieren.

Die Pandemie und die damit verbundene Krise treffen manche Unternehmen mehr und andere weniger. Was jedoch alle verbindet, sind Veränderungen der Art und Weise, wie man im Unternehmen zusammenarbeitet. Home-Office, Cloud und damit verbundene digitale Innovationen haben in Windeseile Einzug gehalten. Es war oftmals ein Kraftakt, hat aber auch gezeigt, dass interne IT-Abteilungen gut für diese Herausforderung aufgestellt waren, schon frühzeitig richtige strategische Schwerpunkte gesetzt hatten und in der Krise ein Überlebensfaktor waren. Als CIO gilt es nun, den damit einhergehenden Schwung in ein neues digitales Zeitalter zu nutzen, um auch in Zukunft flexibler, agiler sowie digitaler zu agieren – und zwar über Abteilungsgrenzen hinaus.

Auf Einladung von Confare Gründer und #CIOAWARD Initiator Michael Ghezzo haben wir im Rahmen des Confare CIO ThinkTanks mit namhaften Schweizer IT-Chefs darüber gesprochen, was die wichtigsten Schritte sind, damit der Digitalisierungsschub Corona kein Strohfeuer bleibt, sondern eine nachhaltige Veränderung bringt.

Michael Ghezzo

Michael Ghezzo
Confare

Es stehen zahlreiche weitreichende Herausforderungen an, zu deren Bewältigung die interne IT viel beizutragen hat. Klassische Handlungsreflexe, die IT-Kosten in den Fokus zu stellen und möglichst hier Einsparungen zu erzielen, sind daher bedenklich. Für CIOs ist es daher umso wichtiger, dass man Möglichkeiten aufzeigt, lieber durch IT anstatt an der IT zu sparen, oder am besten gleich neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen.

Diskutiert haben mit uns Dietmar Bettio (Alpiq), Reinhard Böhme (Loomis International), Jean-Claude Flury (V-Zug), Ricardo Nebot (EMMI), Martin Schellenberg (Schutz und Rettung Zürich), Remo Schmidli (Zürcher Kantonalbank) sowie Andreas Toggwyler, Jan Leitermann und Tom Schmidt vom Confare Swiss CIOAWARD Partner EY.

Die 7 Schritte, um den Digitalisierungsschub Corona für nachhaltige Veränderung zu nutzen:

  1. Mehr Handlungsspielraum: Die positiven Erfahrungen aus der Krise mit IT und Digitalisierung brechen vorhandene Grenzen auf und eröffnen neue Möglichkeiten.

Cloud, Remote-Office, mobiles Arbeiten … für manche bisher undenkbare Themen, mussten aus der dringenden Situation heraus schnell umgesetzt werden. Dadurch änderte sich die Haltung gegenüber der IT und Digitalen Innovationen. Wenn die IT jetzt Opportunitäten aufzeigt und argumentieren kann, dann findet sie auch Gehör. Die allgemeinen Erwartungen an die IT-Abteilungen sind mit dem Entstehen dieses Handlungsspielraumes gestiegen. Diesen Erwartungen gilt es gerecht zu werden. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese bis an die Grenzen auszunutzen und das Potenzial zu aktivieren.

  1. From Zero to Hero – Mit aktiver Kommunikation und Positionierung den errungenen Status erhalten und ausbauen.

Laut Confare Umfragen hatte die IT durch die Corona-Krise einen unvorstellbaren Imageboost! Jetzt ist es wichtig, die gewonnenen Möglichkeiten in Energie für neue Projekte und Durchhaltevermögen für bereits bestehende umzuwandeln. Dabei steht klare und offene Kommunikation an erster Stelle!

Jetzt wird zugehört: Die Chance, die IT im Unternehmensfokus neu zu positionieren, darf nicht unterschätzt werden. So lässt sich sicherstellen, dass die IT bei wichtigen Fragen mit am Tisch sitzt und Gehör bei Geschäftsführung und Mitarbeitern findet.

Factsheet Cyber Security Update 2021
  1. Cybersecurity ist businesskritisch – Die interne IT spielt dabei eine wichtige Rolle.

Durch die Digitalisierung der unterschiedlichen Bereiche ist die Awareness der dort lauernden Gefahren gestiegen. Durch einen proaktiven Zugang ist die IT der wichtigste Anlaufpunkt für die Fachabteilung. Cybersecurity funktioniert nur Hand in Hand. Mit reinen Vorgaben, Richtlinien und Schulungen kommt man nicht mehr aus. Da time-to-market und Geschwindigkeit im Digitalen Business zählt, werden technische Hindernisse eher umgangen, wenn sie dem Geschäftserfolg im Wege stehen. Es gilt gemeinsame Ziele zu formulieren und nicht gegeneinander zu arbeiten.

Weitere Infos zu Cybersecurity und Ihrem Weg dorthin finden Sie in unserem Cybersecurity Infocenter – powered by T-Systems Alpine.

  1. Business-IT Integration – Die Trennung von Business und IT ist nicht mehr zeitgemäß.

Die Schweizer CIOs des Confare Swiss CIO ThinkTanks sind sich einig: Business und IT sind im Digitalen Zeitalter untrennbar! Die IT entwickelt sich von einer Support-Funktion zu einer konkreten Geschäftschance. Doch dieser Ansatz darf nicht nur in der Theorie bestehen, sondern muss sich auch in der Praxis im Unternehmen niederschlagen. Die Kommunikation zwischen den Abteilungen rückt in den Fokus.

  1. Raus aus den Silos – IT muss Brücken schlagen und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

IT braucht mehr Business-Verständnis, Business mehr IT-Verständnis. Das gegenseitige „Verstehen“ kann man mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Ansätzen fördern. Beispielsweise tragen Co-Locations dazu bei, die Abteilungen näher und somit in Kontakt zu bringen. Weniger getrenntes und mehr gemeinsames Arbeiten leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Agilität, Flexibilität und Resilienz. Dazu braucht es auch gemeinsames Team-Building und ein gemeinsames Interesse am Unternehmenserfolg. Vor allem Team- und Abteilungsleiter sind hierbei gefragt, um klare Verhältnisse und somit auch das gegenseitige Vertrauen unter den jeweiligen Fachbereichen zu stärken.

  1. Empathie und Dialogfähigkeit – Jetzt heißt es, in die Menschen zu investieren.

Es sind Menschen, die Zusammenarbeit möglich machen, es sind Menschen, die kommunizieren, es sind Menschen, die Chancen ergreifen. Es ist nun Aufgabe von Führungskräften, Mitarbeiter weiterzuentwickeln und ein Klima zu erzeugen, das auf Empathie und Kollaboration beruht. Nur gemeinsam ist man erfolgreich! Es ist die Verantwortung des CIOs, diese Werte aktiv vorzuleben.

  1. Medienkompetenz und Data-Literacy – Die digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter stärken.

Die Fähigkeit, mit Daten und IT-Werkzeugen sinnvoll umzugehen, ist relevanter denn je. Die IT sollte allgemein dazu beitragen, diese Kompetenzen weiterzuentwickeln und auszubauen. So macht man Chancen sichtbar, verringert den Widerstand gegen Innovationen und schafft die Basis für die Kommunikation.

Confare #CIOSUMMIT Zürich 2021

Es sind große Chancen, die sich nun bieten, aber auch intensive Veränderungen und Herausforderungen, die damit verbunden sind. Umso wichtiger ist der Erfahrungsaustausch in der IT-Community. Daher steht das wichtigste IT-Management Forum mit der Verleihung des Confare Swiss #CIOAward, das 10. Confare #CIOSUMMIT Zürich mit IT-Entscheidern aus dem DACH Raum, unter dem Motto „The Power of We – Die Macht der Community“ – Anmeldungen sind für IT-Manager kostenfrei und auf www.confare.at weiterhin möglich.

10 most important KPIs for the CIO – compiled by Manfred Troger for Confare

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Thomas Laszlo 27. Mai 2021 - 11:04

Dabei spielt sich sehr viel auf der Kommunikations- und Emotionsebene ab. Es geht also mehr um die Nutzung von Kompetenzen in diesen Bereichen. Hilfreich zur Bewältigung dieser Schritte sind daher:

1) Kommunikation auf Augenhöhe
Um sich selbst die Möglichkeit zu geben, mit anderen Kollegen konfliktfrei (heißt nicht diskussionsfrei!) zu kommunizieren, braucht es die Kompetenz des “Halten der Neutralität”. Jeder Mensch ist einzigartig, mit seiner einzigartigen Lebensgeschichte. Daher ist es nicht möglich, eigene Erfahrungen mit jenen anderer gleichzusetzen. Das Schubladen-Denken ist das erste was man ablegen sollte

2) Zeit nehmen und zuhören
Unter Stress ist es fast unmöglich Empathie zu entwickeln und richtig zuzuhören. Echte Menschliche Interaktion braucht Zeit für und Fokus auf das Gegenüber. Speziell als Führungskraft: Weniger technisch-administrative Tätigkeiten, sondern explizit Zeit reservieren für die Mitarbeiter und Gespräche mit den Fachbereichen und der GF auf persönlich-fachlicher Ebene!

3) Die richtigen Fragen stellen
Um an die richtigen Informationen zu kommen und das Business als IT zu verstehen, braucht es die richtigen Fragen.
Das Wort “Warum” gleich mal streichen und alle Fragen möglichst offen stellen. Fragen, die immer wieder Wunder wirken sind:
“Um was zu erreichen?”, “Was würde es dir ermöglichen, wenn xyz verändert wird, oder wir es ab jetzt soundso machen?”

4) Lösungsorientiert arbeiten
Das Problem ist “Geschichte”. An der aktuellen Situation kann man nichts mehr ändern. Aber ich kann die Zukunft verändern. Ewig zu diskutieren, was oder wer Schuld hat an einer Situation bringt niemand auch nur einen Schritt näher an die Lösung!

5) Storytelling nutzen
Tech-Sprech funktioniert noch immer nicht – auch wenn wir es uns alle wünschen würden 🙂
Die besten Erfolge erzielt man, wenn man die eigene Lösung in eine Geschichte verpackt. Euer Gegenüber hat eigene “Ziele” und “Bedürfnisse”. Wenn diese adressiert werden, entsteht automatisch eine Verbindung in den Gedanken. In der Regel hilft es, eine Geschichte für die Fachbereiche oder die GF zu kreieren, die die Sicht der Endkunden oder internen Mitarbeiter übernimmt und eines ihrer Probleme löst. Eine ideale Geschichte erwähnt keinen einzigen Technik-Begriff, sondern Handlungen und Gefühle.

Als Coach und Mentor für IT-Führungskräfte arbeite ich mit CIOs genau daran, die Methoden zu lernen und richtig anzuwenden.

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