So machen Führungskräfte die Unternehmenskultur kaputt – Ergebnisse des Confare CIO Think Tanks

by Annecilla Sampt

von  Michael Ghezzo: Das Ende des Jahres ist nahe und bevor der Vorweihnachtsstress so richtig losgeht haben wir in Anschluss an unsere Konferenz „Innovative CIO“ unseren CIO Think Tank AUT zusammengerufen, um ein Thema zu besprechen, das mehr und mehr ins Licht der Diskussion gerät, und zu dem es auch weiterhin viele offene Fragen und nur wenige taugliche Antworten gibt:
46 % der CIOs sagen in Umfragen von Gartner, dass Kultur ihr größter Hemmschuh ist, um den neuen Markt- und Wettbewerbsanforderungen erfolgreich zu begegnen.

Unternehmenskultur ist entscheidend dafür, …

… ob man aus Fehlern lernen kann und sich weiterentwickelt.

… wie motiviert Mitarbeiter bereit sind, sich an Innovationen zu beteiligen und sich kreativ einzubringen.

… wie sehr es gelingt Talente zu finden und als Mitarbeiter zu halten.

CIO Summit 2019 - Talente bewegen

Aber was ist eigentlich diese ominöse Unternehmenskultur. Eine etwas flapsige aber treffende Antwort auf diese Frage: „Kultur ist, was passiert, wenn der Chef den Raum verlässt.“

Denn Führungskultur in etablierten Unternehmen ist oft stark hierarchisch geprägt. Fehler werden bestraft und dadurch eher vertuscht, anstatt als Ausgangspunkt für Verbesserungen genutzt zu werden. Veränderung und Innovation werden als Bedrohung wahrgenommen.

Wieder haben sich (und ich sage das sehr dankbar und in dem Bewusstsein, dass es heute kein größeres Zeichen der Wertschätzung gibt, als jemanden Zeit zu schenken) zahlreiche hochkarätige Vertreter unseres CIO Netzwerkes zusammen gefunden, um eine spannende Diskussion zu führen, sich auszutauschen und Ideen mit der Community zu teilen.

BeitrgasbildUm dem Phänomen Unternehmenskultur ein wenig auf die Spur zu kommen, diskutieren wir als erstes eine etwas prekäre Frage: Wie stellt man sicher, dass die Unternehmenskultur auf jeden Fall NICHT den Anforderungen unserer Zeit und unserer Mitarbeiter gerecht wird?

Ein wenig unheimlich – auf diese Frage fallen uns gleich eine ganze Menge Antworten ein.

Zum Beispiel im Bereich Führung und Management:

  • Verhindern wir doch einfach jegliche Eigeninitiative!
  • Sorgen wir mit Micromanagement statt strategischem Weitblick dafür, dass das Korsett noch enger wird.

Lass uns autoritär, dafür undurchsichtig agieren. Hidden Agendas, Information Hiding, Bossing und das gute alte „Wasser predigen, Wein trinken“ sind dafür sinnvolle Werkzeuge, gewürzt mit etwas Politik und Ungerechtigkeit.

Aber auch mit der richtigen Arbeitsumgebung können wir ordentlich zum Vergiften der Firmenkultur beitragen:

  • Technologie von gestern, Großraumbüros ohne Deckung oder miniaturisierte Mitarbeiter-Stallungen helfen, die Mitarbeiter noch mehr zu demotivieren.
  • Neuste Technologie ohne Einschulung und Support funktionieren aber auch.
  • Nicht zu vergessen, der gute alte 9 to 5 Job ohne Abwechslung und Kundenkontakt oder der 12 Stunden Tag ohne Chance auf ein Privatleben.

Oder lassen wir die Menschen in unseren Unternehmen einfach an ihren Tätigkeiten verzweifeln:

  • Aktionismus, Innovation fordern aber nicht fördern ist ein Anfang.
  • Projekte starten ohne dafür zu sorgen, dass sie abgeschlossen werden können.

Die spannenden Tätigkeiten an Externe vergeben, die langweilige Routine intern abdienen lassen, wo man längst automatisieren könnte, das lässt selbst dem Motiviertesten den Mut sinken.

Wer jetzt noch nicht aufgegeben hat, wird mit Kommunikation fertig gemacht:

  • Dafür lässt man es am besten an jeglicher Wertschätzung fehlen.
  • Man kommuniziert unklar, möglichst formal oder wenn geht gar nicht.
  • Man behält Information für sich oder streut falsche Informationen.
  • Konflikte kann man, wenn man sie nicht ignorieren will, auch gleich ein wenig anheizen.

Denn, was die Werte betrifft, hat man am besten ganz strikte:

  • Fehler werden geahndet, sonst könnte man ja daraus lernen und das würde die Hierarchie untergraben.
  • Freiraum, Perspektive und Wertschätzung sind was für Weicheier. Wir zahlen ja auch Lohnsteuer und nicht Vergnügungssteuer.

Die No-Gos für eine zukunftstaugliche Unternehmenskultur haben wir in einer recht unterhaltsamen Diskussion rasch gefunden. So schlimm geht es ja hoffentlich in keinen realen Unternehmen zu, oder? Trotzdem geht in den nächsten Jahren darum, die Unternehmenskultur weiter zu entwickeln, offen zu sein, für den hohen Grad an Veränderlichkeit, fit für den Innovationsdruck und attraktiv für Talente.

Doch Kultur verändert sich nicht auf Knopfdruck. Es bedarf bewusster Schritte in diese Richtung, mitunter auch kleiner Schritte, die nach und nach Einfluss auf die Menschen und damit auf die Firmenkultur nehmen und Veränderung bewirken.

Daher gehen wir frohen Mutes zum nächsten Schritt unseres Think Tank Meetings. Wir wollen voneinander lernen und auch der Community Stoff bieten, um vom vorhandenen Wissen zu profitieren. Meine Frage an die Teilnehmer:

Welche Culture Hacks habt ihr ausprobiert? Culture Hacks sind jene kleinen Maßnahmen, die Augen, Herzen und Hirne öffnen (im übertragenen Sinn) und Veränderung möglich machen.

Und da sehr viel gesammelte Erfahrung im Raum zu finden ist, haben wir auch einige Ideen sammeln können. Und das sind die Culture Hacks der Confare CIO Think Tank empfehlen kann. Für fast alle gilt:

  • Aufwand in der Umsetzung: wenig.
  • Veränderung des Verhaltens: in kürzester Zeit.

Ergebnis: Eine positive Veränderung für alle.

Think Tank 1
Think Tank 2
Think Tank 3

Persönlich treffen Sie die hochkarätige Besetzung des CIO Think Tanks beim CIO SUMMIT 2019 am 3. und 4. April in Wien. Wir freuen uns auf Sie!

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