Gartner Symposium: Technologietrends, das Ende des Human in the Loop – und Jo Malone als überraschendes Vorbild

by Bianca Bogad-Frey

Michael Ghezzo (Confare): Gartner Symposium: Technologietrends, das Ende des Human in the Loop – und Jo Malone als überraschendes Vorbild

Gartner Symposium- Technologietrends, das Ende des Human in the Loop – und Jo Malone als überraschendes Vorbild

Das Gartner Symposium 2025 startet mit klaren Signalen: überhöhte Erwartungen an KI, eine Neubewertung des „Human in the Loop“ und Technologietrends, die Unternehmen massiv verändern werden. Confare Gründer Michael Ghezzo berichtet vom Eröffnungstag – und von einem ungewöhnlichen Highlight, das ausgerechnet von Jo Malone kam.

Der goldene Mittelweg

Wir sind am Gipfel der überhöhten Erwartungen, wenn es um AI geht – das zeigt gleich eine der ersten Folien der Opening Keynote des Gartner Symposium 2025. Dem traditionellen Gartner Hype Cycle folgend liegt damit das Tal der Enttäuschungen vor uns. Eine große Chance für CIOs, meinen die Gartner-Analysten Gabriela Vogel und Rob O’Donohue im gewohnt klar strukturierten Eröffnungsvortrag.

Gartner skizziert drei Wege, die Unternehmenslenkern nun offenstehen:

  • Der Weg der überhöhten Erwartungen, dem weder Technik noch Menschen gerecht werden können.
  • Der Weg des geringen Vertrauens, der Chancen ungenutzt lässt.
  • Der „goldene Mittelweg“, der durch Upskilling, Leadership und Governance entsteht.
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AI – Ausgeklügelt oder frühreif?

CIOs prägen in dieser Phase maßgeblich, wie AI-Readiness in Wirtschaft, Unternehmen und Gesellschaft entsteht. Sie können die Treiber der Transformation sein.

Dabei schwingt eine Forderung mit, die im Kontext der digitalen Transformation längst zentral ist: Technologie nicht nur für Effizienz und Effektivität zu nutzen, sondern für die Gestaltung des Geschäfts von morgen. Zwei Faktoren entscheiden darüber, ob das gelingt: der Reifegrad der Technologie und der Reifegrad der Menschen, die sie anwenden. Balance ist entscheidend.

Mir wird dabei deutlich, wie sehr die Karten heute neu gemischt werden. Technologie entwickelt sich schneller, als wir planen können. Was heute als richtiger Weg gilt, kann sich morgen bereits als Irrweg entpuppen. Die Speaker zitierten in diesem Zusammenhang das „Age of Enshitification“. Der Begriff beschreibt, wie digitale Plattformen mit zunehmender Kommerzialisierung an Wert verlieren: Anfangs maximieren sie den Nutzen für Anwender, später priorisieren sie Geschäftsmodelle – und am Höhepunkt ihrer Macht profitieren schließlich weder Businesskunden noch Nutzer wirklich davon. Sichtbar ist diese Entwicklung bei Social Media, bei Suchmaschinen, beim Cloud Computing – und zunehmend auch bei AI-Plattformen.

Für CIOs wird es entscheidend sein, Organisationen so auszurichten, dass sie mit den Schwächen und Grenzen der KI – Ungenauigkeiten, ethischen Herausforderungen, Skalierungsproblemen – produktiv umgehen können.

Out of the Loop

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Das wird umso wichtiger, weil der vielzitierte Human in the Loop an Grenzen stößt. In vielen Szenarien würde der Mensch den eigentlichen Produktivitätsgewinn der KI eher bremsen als unterstützen. Eine klare und wichtige Ansage – sie macht deutlich, dass wir unseren Umgang mit KI grundsätzlich neu definieren müssen.

Auch die IT selbst steht vor einer Neuausrichtung. AI wird in allen Bereichen einer modernen IT-Organisation eine Schlüsselrolle einnehmen. Ich freue mich darauf, dieses Thema bald gemeinsam mit Manfred Immitzer (PorscheInformatik) und Thomas Baach (Allianz Technology) beim kommenden Confare CIOSUMMIT in Wien zu diskutieren.

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Zu viel, zu schnell und doch zu wenig

Dass KI in Barcelona omnipräsent ist, überrascht nicht. Interessant ist eher die Stimmung: Man spürt eine gewisse Sättigung – ein Gefühl von „zu viel auf einmal“. Viele sagen offen, dass der Begriff schneller wächst als die tatsächlichen Anwendungen. Kein Widerspruch zur Technologie, eher der Wunsch nach Substanz statt Dauerpräsenz.

Ein weiterer Fixpunkt des Programms war die Hitliste der strategischen Technologietrends, präsentiert von Tori Paulman und Soyeb Barot. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit wirken Vorhersagen kühn, aber die Trends sind nachvollziehbar:

  • Travel Blog Foto Gartner Symposium 2025AI Supercomputing Platforms – architektonisches Fundament für LLM-Lasten
  • AI-native Development Platforms – Softwareentwicklung mit AI als Kern
  • Domain-spezifische LLMs – sprechen die Sprache ihrer Anwender
  • Multiagent Systems – koordinierte Teams von AI-Agenten
  • Physical AI – KI in IoT- und OT-Umgebungen
  • Preemptive Cybersecurity – Eingreifen, bevor ein Vorfall entsteht
  • Geopatriation – regionale AI-Hegemonien als Basis digitaler Souveränität
  • Digital Provenance – Schutz von Rechten und IP im KI-Zeitalter

Der Mensch macht die Musik

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Und trotz aller AI-Dominanz bleibt eines unverändert: Auf Events steht der Mensch im Zentrum. Ich habe viele Vertreter unserer CIO- und IT-Community getroffen – in den Gängen, in der Ausstellung oder bei der inzwischen legendären T-Systems-Strandbar. Unter ihnen unsere CIOAWARD- und ImpactAward-Preisträger Astrid Zöchling, Christian Hürter, Peter Lenz und viele weitere. Ebenso Partner wie Michael Brenzel (StackIT Workplace) oder Christian Kienzl (Amber Tech Solutions).

Ein Parfümhersteller mit einer Nase für Inspiration

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Zum Schluss gab es noch einen Women-in-Technology Fireside Chat.

Für uns – mit der Confare Female IT-Community – ein wichtiges Thema. Der Interviewgast war niemand Geringerer als die Parfum-Unternehmerin Jo Malone. Es war spannend, mehr über ihre unternehmerische Laufbahn zu hören: eine Karriere voller Neuanfänge, Rückschläge und bemerkenswerter Konsequenz.

Interessant war auch ihr Blick auf Kreativität: wie sie Düfte nicht als Produkt denkt, sondern als Bild, als Stimmung, als Erzählung. Und wie sehr große Erfolge oft aus Momenten entstehen, in denen andere längst aufgegeben hätten. Für unsere Community war das ein unerwarteter, aber prägnanter Perspektivwechsel – eine Erinnerung, dass unternehmerischer Erfolg selten durch Zufall entsteht, sondern durch Ausdauer, Klarheit und die Bereitschaft, Risiken zu tragen.

Ich hoffe, dieser kleine Eindruck vom Gartner Symposium ist für euch interessant – für jene, die dabei waren, als Rückblick, und für jene, die nicht hier sein konnten, als Einblick. Jetzt suche ich mir ein Schwimmbad und verarbeite den heutigen Tag mit ein paar Längen.

In den nächsten Tagen gibt es weitere Eindrücke vom größten europäischen CIO-Treffen.

Meinen Beitrag zum besonderen Verhältnis Barcelonas zu IT und Innovation – mit einigen historischen Gedanken – findet ihr HIER.

Ich freue mich auf euer Feedback und eure Gedanken.

– Michael

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