Geschwindigkeit entsteht aus Business und IT – Confare ImpactAward Nominee Felix Frank

In dieser Blogbeitrag-Reihe sprechen wir mit den Nominees des Confare ImpactAward – der Auszeichnung für IT-Entscheider:innen, die die IT in das Rampenlicht rückt. Unser heutiger Gast: CIO bei Sodexo – Felix Frank. Er sieht das Potenzial der IT – wie das Zusammenspiel aus IT und Business Geschwindigkeit bedeuten kann und nicht nur Brandherde kurzfristig gelöscht werden.
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Warum wird die Zusammenarbeit zwischen Business und IT heute zum entscheidenden Erfolgsfaktor?
Weil Wertschöpfung heute dort entsteht, wo Kundenerwartungen, Prozesse, Daten und Technologie konsequent zusammengeführt werden. Unsere Märkte verändern sich schnell: Kunden erwarten integrierte und personalisierte Services. Alle Anbieter bewegen sich Richtung produkt- und digital-getriebener Modelle. AI, Daten und Automatisierung verändern Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle fundamental.
Für Sodexo bedeutet das: IT muss gemeinsam mit dem Business priorisieren, gestalten und Wirkung nachweisen – denn viele Initiativen zahlen direkt auf finanzielle Steuerungsgrößen (Umsatz, Marge, Effizienz, Verwaltungskosten) ein. Das spiegelt sich auch in unserer aktuellen Ausrichtung wider, in der fachliche Verantwortung für das Gesamtgeschäft und ein konkreter Wertbeitrag ausdrücklich verankert sind.
Und ganz pragmatisch: Wenn Business und IT gemeinsam entscheiden, welche Prozesse standardisiert, welche Daten harmonisiert, und welche Produkte skaliert werden, entsteht Geschwindigkeit. So wird Technologie zum echten Wettbewerbsfaktor statt zur ständigen „Feuerwehr“.
Wie schafft man es als IT, bei AI- und Digitalisierungsinitiativen im gesamten Unternehmen eine aktive Rolle zu spielen?
Indem IT die Rolle eines Orchestrators übernimmt: Wir setzen klare Leitplanken (Steuerung, Sicherheit, Datenkontrolle), stellen wiederverwendbare Plattformen und Produkte bereit und sorgen dafür, dass Anwendungsfälle vom Pilot in die Breite kommen. Genau hier setzt bei Sodexo AI als Befähigung und nicht Automatisierung um ihrer selbst willen an. Dabei geht es immer um eine kontrollierte, zweckorientierte Einführung neuer Lösungen.
Konkret funktioniert das über ein Portfolio-Denken entlang der Wertströme (z. B. B2C/B2O/B2B) sowie über hohe Datenqualität und gezielte Veränderungsarbeit als integrale Bestandteile der Strategie. Damit werden AI- und Digital-Tools nicht zu Insellösungen, sondern zu einem unternehmensweiten Entwicklungs- und Aktivierungsprogramm.
Wichtig ist zudem die „letzte Meile“: Befähigung der Fachbereiche (Sales/Marketing/Ops). Unsere Erfahrung zeigt, dass hier über den Erfolg entschieden wird. Zentrale Teams entwickeln Inhalte und Produkte, lokale Teams sorgen für Adoption, Kontext und Umsetzung.
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Welche Bedeutung hat eine zentrale Datenbasis für Innovation und Unternehmenssteuerung?
Eine zentrale Datenbasis ist der Unterschied zwischen Meinung und Steuerbarkeit. In der TDDI-Logik ist Datenzentriertheit ein Kernpfeiler – mit dem Ziel, Datenpotenziale über eine gemeinsame Sprache zu heben sowie Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit zu erhöhen.
Gerade in dezentralen Strukturen (viele Systeme, unterschiedliche Prozessvarianten) sehen wir ohne zentrale Basis typische Bremsen: Daten liegen auf verschiedenen Ebenen, sind nicht cross-funktional nutzbar (z. B. Transaktionsdaten), Integrationen sind teuer, der manuelle Aufwand steigt. Eine zentrale Datenbasis ist deshalb nicht „Nice-to-have“, sondern die Voraussetzung, um Innovation systematisch zu nutzen, von KPI-Dashboards bis zu zentralen Datenplattformen.
Für Unternehmenssteuerung heißt das: Wir können Performance transparent machen (Operations, Gästezufriedenheit, Nachhaltigkeit etc.) und Entscheidungen schneller und konsistenter treffen, intern wie mit Kunden.
Wie entsteht aus Daten konkret geschäftlicher Mehrwert?
Mehrwert entsteht, wenn Daten systematisch in Entscheidungen und Ausführung zurückfließen: Transparenz → Insight → Handlung → Ergebnis. Wir beginnen mit Daten und legen AI-Analytik darüber, damit Teams z. B. Verbraucherverhalten analysieren, Performance-Lücken erkennen, Personalplanung kalibrieren, Bestellung optimieren und Verbesserungen identifizieren können – ohne Datenwissenschaftler sein zu müssen.
Ein Beispiel ist 4Site: eine Analytics-Plattform, die Forecasting und operative Dashboards kombiniert und hilft, Arbeit zu dimensionieren, Abfall zu reduzieren, Menüs und Preise zu justieren und Daten der Betriebe in Aktionen zu übersetzen.
Wichtig ist dabei die Klammer zur finanziellen Wirkung: In der unserer Logik werden Initiativen explizit entlang der zentralen finanziellen Ergebnisgrößen verortet – Umsatz, Verbesserung der Profitabilität, Verwaltungskosten-Effizienz – und damit wird Datenarbeit messbar und priorisierbar.
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Wie verändert AI aktuell die Arbeit moderner IT-Abteilungen?
AI verschiebt den Schwerpunkt von IT-Arbeit in drei Dimensionen:
- Produktivität & Automatisierung in Delivery/Run: AI hilft, Aufgaben zu automatisieren, Ausführung zu beschleunigen und Sichtbarkeit zu erhöhen – vorausgesetzt Prozesse sind klar definiert. Dadurch entsteht ein positiver Kreislauf: Kapazität wird frei und kann in Wachstum und Verbesserung reinvestiert werden.
- Governance & Responsible AI werden zum festen Bestandteil von IT. Klar ist, nicht „jede neue AI-Lösung“ darf einfach genutzt werden , insbesondere, weil geklärt sein muss, wo Daten liegen und dass Tools zu den Vorgaben des Unternehmens passen.
- IT wird stärker zum Enablement-Partner: AI ist ein Werkzeug, das Menschen unterstützt („smarter, schneller, mehr Wirkung“), das Mitarbeitende entlastet und das Kunden-/Gast-Erlebnis verbessert – unter bewusster Kontrolle und Zweckorientierung.
Welche Rolle spielen Unternehmenskultur und Weiterbildung in der Transformation?
Technologie lässt sich nur fest verankern, wenn Menschen mitgehen. Deshalb sind Veränderungsarbeit sowie Talente und Austauschformate fest in der Digital-, KI- und Innovationsstrategie verankert – nicht als HR-Thema, sondern als Grundlage für erfolgreiche Umsetzung.
Sodexo stellt dafür Ressourcen bereit: Der AI-Hub bietet Orientierung, Tools, Risikoeinschätzungen und Hilfestellungen sowie Zugang zu Trainings. Das ist entscheidend, um AI souverän, sicher und wirksam in den Alltag zu integrieren. Auf Team-Ebene ist die kulturelle Zielrichtung sehr konkret : weniger Zeit ins Fixen der Basics investieren, mehr Zeit für Innovation – kombiniert mit klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Umsetzungsstärke.
Was bedeutet für Sie eine IT-Abteilung, die Innovation aktiv vorantreibt?
Eine innovationsaktive IT ist für mich keine „Ideenfabrik“, sondern ein System, das Wert in Serie erzeugt:
- Sie schafft Freiräume, indem sie Standard-IT Aufgaben effizienter macht (z. B. durch Auslagerung) und gezielt in digitale Lösungen, Daten und AI investiert.
- Sie arbeitet entlang der geschäftlicher Werthebel (Wachstum, Marge, Effizienz) und verknüpft Innovation mit messbaren Ergebnissen und konsequenter Erfolgskontrolle.
- Sie bringt die Zusammenarbeit eng in die operative Praxis – etwa durch Kundendatenanalysen, Erkenntnisse aus Daten, digitale Aktivierung und den gezielten Einsatz von Technologie und Daten zur Steigerung der Geschäftsentwicklung. Kurz: Innovation heißt, mutig zu investieren, aber zugleich diszipliniert zu skalieren – damit aus Pilotprojekten echte Plattformfähigkeiten werden.
Wie viel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft – und was bedeutet das für dich in der täglichen Praxis?
Ich sehe gesellschaftliche Verantwortung als Teil moderner IT-Führung, weil Technologie Wirkung über Unternehmensgrenzen hinaus entfaltet. Das beginnt bei den Grundlagen: Risiko- und Kontrollfähigkeit stärken, Transparenz erhöhen und verantwortungsvolle Standards etablieren. Diese Stoßrichtung ist auch in unseren Transformationslogiken sichtbar.
Im AI-Kontext ist das noch unmittelbarer: Sodexo formuliert klar, dass AI helfen kann, Menschen zu entlasten, Kunden zu begeistern und sogar den Planeten zu schützen – aber nur, wenn wir in Kontrolle bleiben und AI zweckorientiert einsetzen. Für mich bedeutet das im Alltag: Verantwortung von Beginn an mitdenken und Ergebnisse nachvollziehbar machen – für Geschäft, Mitarbeitende und Stakeholder.
Welche Bedeutung hat der Confare ImpactAward für dich persönlich?
Der Confare ImpactAward ist für mich vor allem Anerkennung durch die Community. Entscheidend ist, dass hier IT dort gewürdigt wird, wo sie messbaren Beitrag für Organisation, Gesellschaft und Zusammenarbeit leistet.
Persönlich sehe ich darin eine Chance, die Rolle von IT so zu zeigen, wie wir sie bei Sodexo verstehen: als Wachstums- und Effizienzhebel – und als Führung, die Menschen befähigt, statt nur Systeme zu betreiben.
Ganz pragmatisch ist der Award auch eine Plattform: um Best Practices sichtbar zu machen, andere zu inspirieren und Partnerschaften zu fördern – damit wir gemeinsam schneller vom Buzzword zur skalierbaren Wirkung kommen.


