Hans Greiner, Cisco: Es gibt keine magische Formel für das hybride Arbeiten

by Anthony Torno

Als Unternehmen im Event-Umfeld hat uns Corona schwer getroffen. Auf einmal konnten Meetings nur mehr digital durchgeführt werden. Networking fand in Video-Konferenzen statt. Live-Events waren als Gesundheitsrisiko verpönt. Für uns der Startpunkt eines neuen Event-Formats. Mit unseren Confare Digital CIO ThinkTanks ist es uns gelungen, die Vernetzung und den so dringend benötigten Austausch von CIOs und CDOs vital und digital zu gestalten. „Wie ihr das mit so einer minimalen technischen Infrastruktur geschafft habt, ist echt erstaunlich!“ meinte Alexander Braumann von Cisco beim Lokalaugenschein. Inzwischen ist das anders. Mit Unterstützung der Confare CIO-Community und der Expertise der Cisco-Experten arbeiten wir nun mit State Of The Art Webex-Endgeräten, wie der phänomenalen Webex Desk Pro, und organisieren unsere eigenen Webcasts mit Hilfe der Webex Event-Plattform und Webex-Apps. Ein gelungenes Beispiel für eine neue, hybride Arbeitswelt, meint Hans Greiner, Geschäftsführer von Cisco in Österreich.

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Welche Auswirkungen haben die Erfahrungen rund um die Coronakrise für die IT-Strategie?

Hans Greiner: Die letzten zwei Jahre haben uns gezeigt: Alles, was digital gemacht werden kann, muss auch digital gemacht werden. Wo Verantwortliche bisher gesagt haben, „das geht nicht!“, haben wir gesehen: Das geht ja doch. Stichwort: hybrides Arbeiten. Letztendlich ist Corona ein Digitalisierungsbeschleuniger. Jetzt gilt es, kurzfristige Entscheidungen in langfristige IT- und Digitalisierungsstrategien zu überführen. Zentrale Schlüsselfragen sind nun: Kann meine IT-Strategie mit dem rasanten Tempo der digitalen Transformation in und um mein Unternehmen herum langfristig mithalten? Seit der Pandemie haben Unternehmen ihre digitale Transformation massiv beschleunigt. Wir beobachten eine starke Nachfrage nach Konnektivitäts-, Sicherheits- und Collaboration-Lösungen. Und auch Lösungen rund um Business-Resilienz – also Krisensicherheit – werden gebraucht. Es hat sich gezeigt: Organisationen, die in Sachen Digitalisierung nicht erst bei null anfangen mussten, konnten mit der Krise besser umgehen. Ich hoffe, dass diese Erkenntnis in vielen Betrieben die Entscheidung für langfristige IT- und Digitalisierungsstrategien erleichtert und deren Umsetzung vorantreibt.

Die neue Arbeitswelt ist hybrid – Welche Anforderungen ergeben sich daraus an die IT-Infrastruktur?

Hans Greiner: Unsere neue Arbeitswelt erfordert IT-Lösungen, die Collaboration, Sicherheit, Netzwerke sowie Cloud umfassen und eine IT-Infrastruktur, die agiler, effizienter und sicherer ist als zuvor. Gefordert sind dabei alle Aspekte der IT – von einer leistungsstarken Bandbreite, ausreichender Firewall-Kapazität bis hin zum hohen Datenschutz. Fest steht: Was vor der Pandemie normal war, ist jetzt nicht mehr gut genug. Arbeitsweisen und IT-Infrastrukturen müssen für Arbeitnehmer:innen geschaffen werden und sich an ihre Bedürfnisse anpassen – nicht umgekehrt. Damit Hybrid Work gelingt, müssen Organisationen hybride und inklusive Arbeitsräume schaffen, Strukturen und Prozesse flexibel gestalten und die dazu notwendige Technologie bereitstellen. Denn hybride Meetings sind zukünftig nicht mehr wegzudenken – wie auch unsere Cisco Hybrid-Work-Studie gezeigt hat: 63,8 % der Österreicher:innen wollen sich künftig aussuchen können, ob sie vor Ort oder online an Meetings teilnehmen – ohne aufgrund ihrer Entscheidung benachteiligt zu werden. Wir erwarten, dass in Zukunft an fast allen Meetings (98 %) mindestens eine Person remote teilnehmen wird. Collaboration-Tools mit modernen und interaktiven Funktionen können dabei helfen, hybride Meetings produktiver, abwechslungsreicher und angenehmer zu gestalten und wirken zudem integrativ. Sie ermöglichen allen Teilnehmer:innen das gleiche Meeting-Erlebnis, egal ob diese im Konferenzzimmer oder am Küchentisch sitzen. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte der Erwerbstätigen den privaten Internetzugang im Homeoffice nutzt. Der flächendeckende Ausbau von digitalen Infrastrukturen – allen voran der Glasfaserausbau – ist demnach eine Grundvoraussetzung für Hybrid Work. Wir müssen sicherstellen, dass auch wirklich jede:r über einen sicheren, bezahlbaren und schnellen Internet-Breitbandzugang verfügt – egal wo diese Person zuhause ist.

Was bedeutet Remote-Working für Führungskräfte? Was braucht es für die erfolgreiche Arbeit von IT-Teams?

Hans Greiner: Selbst für die erfahrensten Unternehmen und Führungskräfte stellt Remote Leadership eine Herausforderung dar. Doch mit viel Motivation, Empathie und der richtigen Einstellung können Führungskräfte auch hybride IT-Teams erfolgreich führen – davon bin ich überzeugt. Hybrid Work erfordert ein neues Leadership Mindset: Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen überdenken, wie sie Performance messen, ihre Teams motivieren und ihre Arbeit organisieren. Dazu bedarf es auch eines gesonderten Trainings für Führungskräfte. Cisco-Manager:innen werden beispielsweise speziell auf Remote Leadership geschult – das ist mir ein großes Anliegen. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit müssen Führungskräfte die Verantwortung für ihr Team noch stärker wahrnehmen und eine offene Kommunikation fördern, um eine vertrauensvolle Unternehmenskultur zu schaffen, die von allen Mitarbeitenden gelebt wird. Denn eine vertrauensvolle Kultur ist ein Schlüsselfaktor für Hybrid Work. Letztendlich steht oder fällt Hybrid Work nicht nur mit der Technologie, sondern vor allem auch mit dem Mindset. Führungskräfte müssen erkennen: Hybrid Work stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Sichere und inklusive hybride Arbeitsräume müssen geschaffen werden – für alle und überall. Hier gilt es sicherzustellen, dass sich jede:r Mitarbeiter:in im Meeting gleichermaßen einbezogen fühlt, egal ob im Büro, im Home Office oder im Kaffeehaus gearbeitet wird.

Wo sind die nächsten Schritte? Welche Perspektiven gibt es für das hybride Arbeiten?

Hans Greiner: Viele Unternehmen suchen gerade nach einer magischen Formel für die Zukunft der Arbeit. Gleich vorweg: Es gibt keine. Hybrid Work kann in vielen Nuancen funktionieren. Es gilt, individuell zu entscheiden, zu experimentieren und positiv in die neue Flexibilität zu starten. Es gilt, Feedback zu hören, Strukturen, Prozesse und Kultur anzupassen, damit Mitarbeitende nicht in ein zwar hybrides, aber starres Arbeitsmodell gezwungen werden. Es gilt, das Modell für sie zu schaffen. Die Basis dafür ist eine vertrauensvolle Unternehmenskultur, die vom gesamten Team gelebt wird. Und eine flexible IT-Infrastruktur, die dies unterstützt. Denn eines ist sicher: Hybrid Work ist das Arbeitsmodell der Zukunft – allein in Österreich wünschen sich 43 % der Menschen über alle Branchen hinweg eine dauerhafte Hybrid-Work-Lösung.

Welche Rolle spielen Datenschutz und Cybersecurity dabei?

Hans Greiner: Eine sehr wichtige Rolle – denn durch Hybrid Work verschwindet der Firmenperimeter. Unternehmen sind aufgrund der vermehrten Arbeit in Home Office und Co. einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Böswillige Fernzugriffsversuche haben während der Pandemie um das 2,4-fache zugenommen – eine große Herausforderung für die IT. Arbeitsumgebungen außerhalb des Büros sind besonders anspruchsvoll hinsichtlich ihrer Absicherung gegen Cyber-Attacken. Das erfordert den Einsatz wirkungsvoller und dennoch nutzerfreundlicher Sicherheitstechnologien auf Netzwerkebene. Cybersecurity entsteht, wenn Mitarbeitende, Prozesse und Technologien darauf ausgerichtet sind: mit Intelligenz und Automatisierung im Netzwerk sowie voller Transparenz über alle Vorgänge. Unternehmen müssen ihre IT-Sicherheitsstrategie neu ausrichten und auf Lösungen setzen, die höchste Ansprüche erfüllen. Ein Antivirus-Schutz und eine Firewall mit E-Mail-Gateway sind in der hybriden Arbeitswelt nicht mehr ausreichend. Es braucht eine Zero-Trust-Architektur, mittels Multi-Faktor-Authentifizierung gut abgesicherte Endgeräte sowie sichere VPN-Verbindungen und schützende Secure Internet Gateways. Klar ist: Hybrid Work fordert ein Umdenken bei IT-Teams und eine neue Sicherheitskultur, die von allen Mitarbeitenden getragen wird.

Was können Cisco und Webex Devices dazu beitragen?

Hans Greiner: Sicherheit und Datenschutz sind für Cisco von zentraler Bedeutung. Der Schutz von Kundendaten hat höchste Priorität und wir investieren kontinuierlich in die Einhaltung nationaler und internationaler Sicherheits- und Datenschutzstandards. Webex verfolgt einen 360-Grad-Ansatz für die Sicherheit unserer datenverarbeitenden Systeme, einschließlich starker Verschlüsselung, Geräte- und Browserschutz sowie Aufbewahrung und Archivierung gemäß anwendbarem Recht und den Vorgaben unserer Kund:innen. Nur authentifizierte Benutzer:innen können Nachrichten und Dateien in Webex-Meeting-Räumen einsehen. Sicherheit und Datenschutz berücksichtigen wir bereits von Beginn der Entwicklung an. Technische Voraussetzungen müssen grundsätzlich vorhanden sein und nicht erst nachträglich hinzugefügt werden. Der Cisco Secure Development Lifecycle (CSDL) folgt einer Secure-by-Design-Philosophie und implementiert diese von der Produktidee über den Betrieb bis hin zum Ende der Nutzungsdauer.

Über Cisco
Cisco (NASDAQ: CSCO) ist das weltweit führende Technologie-Unternehmen, welches das Internet ermöglicht. Cisco eröffnet neue Möglichkeiten für Applikationen, die Datensicherheit, die Transformation der Infrastruktur sowie die Befähigung von Teams für eine globale und inklusive Zukunft. Erfahren Sie mehr unter www.newsroom.cisco.com und folgen Sie uns auf Twitter unter @Cisco.

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