Es gibt Webcasts, die Fachliches vermitteln – und solche, die ein Gefühl dafür geben, wohin sich eine ganze Branche bewegt.
Der Confare Digital CIO ThinkTank „Zwischen Legacy und Leadership“ war eher Letzteres.
Hier gibt es den Webcast als On Demand Video zum nachsehen.
Selten zeigt sich so klar:
Die Finanzindustrie steckt mitten in einer tektonischen Verschiebung.
Künstliche Intelligenz, digitale Kundenerwartungen und neue Geschäftsmodelle treffen auf jahrzehntealte Systeme, Regulierung und Organisationslogiken.
Was gestern stabil war, reicht heute nicht mehr – und morgen schon gar nicht.
Der rote Faden: Technologien sind nicht das Problem
Die Einstiegsgespräche mit den CIOs machen schnell deutlich:
Die Zukunft der Finanzbranche entscheidet sich nicht an Tools oder Technologien.
Sondern an Architektur, Haltung und Mut.
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Regulierung als Treiber – nicht als Ausrede
Bernd Preuschoff von CodeCamp:N beschreibt die Transformation seines Unternehmens klarer als viele Strategiepapiere:
„Wir innovieren nicht trotz, sondern wegen der Regulierung.“
In einer Branche, die Vertrauen verkauft, entsteht Innovation nicht dort, wo man Regeln umgeht – sondern wo man sie neu interpretiert.
Seine Botschaft ist unbequem und gleichzeitig befreiend:
Ohne saubere Prozesse und Daten bleibt KI ein Experiment. Mit ihnen wird sie zum Hebel.
Wenn eine Bank beginnt, ganzheitlich zu denken
Andreas Stadler von der Hypo Tirol Bank holt die Diskussion in die Lebensrealität der Kund:innen zurück.
Banking endet nicht bei der Finanzierung.
Es beginnt bei der Lebenssituation – der Wohnungssuche, dem ersten Kind, der Unternehmensgründung.
Die technische Herausforderung besteht nicht darin, Tools einzuführen.
Sondern das Wissen der Bank mit dem Alltag der Menschen zu verbinden und die eigene Organisation dafür bereit zu machen.
Vor allem jene Teile, für die Digitalisierung nicht selbstverständlich ist.
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Transformation heißt nicht „neu bauen“, sondern „endlich abbauen“
Bei MS Reinsurance hat CIO Benedikt Schmid in wenigen Jahren etwas geschafft, woran viele scheitern:
Er hat die Altlast nicht verwaltet, sondern beseitigt.
Cloud-Native. API-first. Moderne Datenplattformen.
Aber vor allem: Konsequentes Reduzieren technischer Schulden.
„Agilität entsteht dort, wo Technik nicht mehr bremst.“
Sein Ansatz wirkt unspektakulär – bis man versteht, dass er die Basis für alles Weitere legt: KI, Automatisierung, neue Geschäftsmodelle.
Geschwindigkeit wird zur Währung
Raymond Schnidrig von der Partners Group beschreibt das, was in vielen Organisationen unausgesprochen im Raum steht:
Wer technologische Chancen nutzen will, braucht Geschwindigkeit – nicht als Buzzword, sondern als Arbeitsmodus.
CIOs stehen dabei zwischen zwei Kräften:
dem Anspruch der Organisation, sicher und regelkonform zu sein,
und dem Druck der Märkte, immer schneller zu werden.
Die Antwort liegt nicht im „entweder oder“, sondern in der Kunst beider Welten.
Schnidrigs Ansatz: Modernisieren, wo es wirkt. Abschalten, wo es stört. Und Teams so bauen, dass sie liefern können.
Was im Hintergrund zählt – und selten erzählt wird
Andreas Tosch von Nutanix lenkt den Blick auf das Fundament:
Nicht die glänzenden KI-Use-Cases, sondern die unsichtbare Infrastruktur entscheidet darüber, ob Innovation skaliert.
Datenhoheit, Resilienz, flexible Architekturen und klare Governance – erst wenn das steht, können Fachbereiche experimentieren, ohne Chaos zu erzeugen.
Nutanix versteht sich dabei nicht als Anbieter von Modellen, sondern als Plattform, die Ordnung, Skalierbarkeit und Sicherheit herstellt.
Worum es am Ende wirklich geht
Dieser ThinkTank hat eines gezeigt:
Die Finanzbranche verändert sich nicht durch große Ankündigungen.
Sie verändert sich durch viele kleine, mutige Schritte in den Maschinenräumen der Organisationen:
durch CIOs, die Daten neu denken,
durch Teams, die sich nicht länger hinter Prozessen verstecken,
durch Führungskräfte, die Kultur ernst nehmen,
durch Architekturen, die Altlasten nicht mitschleppen.
Es ist kein lauter Wandel.
Aber ein entschlossener.
Und er hat längst begonnen.



