Sind Ihre IT-Kosten wirklich zu hoch? 3 Kriterien um als CEO den CIO zu beurteilen

by Annecilla Sampt

Dr. Stefan Bergsmann von Horvath & Partner unterstützt Unternehmen dabei, zukunftsorientierte Technologieentscheidungen zu treffen und das IT-Budget optimal einzusetzen. Im Bloginterview haben wir ihn gefragt, ob sich IT-Manager vor einer Schatten-IT fürchten müssen, wofür man heute Geld ausgeben sollte und was einen #TopCIO ausmacht.

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Welche Fragen sollte sich ein CIO mit Blick auf ein sein Budget und die IT-Kosten stellen?

Meme CIO Summit 2019 - Stefan Bergsmann 1IT-Kosten stehen leider immer noch viel zu oft im unternehmensinternen Schussfeld, und es herrscht immer noch vielfach die Meinung vor, dass die IT-Kosten zu hoch sind und sinken müssen. Aus meiner Sicht ist das der falsche Weg. CIOs müssen sich vielmehr fragen, wieviel ihres IT-Budgets sie für Commodities wie Infrastruktur, Endgeräte etc. ausgeben und wieviel für Digitalisierung und Automatisierung. Nur der erste Teil muss sinken und die Kostendegression beim technischen Fortschritt widerspiegeln. Der zweite Part sollte steigen, um bei der Digitalisierung mithalten und sie für das Unternehmen nutzen zu können. Es geht also nicht mehr nur um ein Budget sondern – analog zur two-speed-IT – um zwei Budgetteile, die differenziert betrachtet werden müssen. Wenn wir davon ausgehen, dass in manchen Bereichen Mitarbeiter in den nächsten Jahren im Ausmaß von 70-90% durch die Digitalisierung ersetzt werden, so heißt das, dass die korrespondierenden Personalbudgets abzüglich eines Effizienzgewinns ins IT-Budget wandern. Die IT-Budgets, bzw. richtiger die Digitalisierungsbudgets, werden damit künftig einer der wichtigsten Budgetpositionen in den Unternehmen werden.

IT wird dank Digitalisierung wichtiger, auch die Budgets steigen. Allerdings gibt es auch eine Menge Technologiefelder, für die man Geld ausgeben kann. Welche Vorgehensweise empfehlen Sie IT-Managern um Investitionsentscheidungen richtig zu treffen?

Es ist heute aus meiner Sicht unmöglich zu wissen, welche Technologien morgen die erfolgreichen sein werden. Sicher, Blockchain, Robotics und AI sind aktuell in aller Munde und haben viel Potenzial. Die Entwicklung ist aber so dynamisch, dass auch das keine gesetzten Themen sind. Wir erinnern uns noch alle, dass wir in den 90ern dachten, die CD-ROM wäre die Speichertechnologie für die Ewigkeit und heute kennen die Kids das nur mehr aus dem Museum. Man kann daher nur das machen, was sich in einer Phase solcher Unsicherheiten immer empfiehlt: Lernen und diversifizieren. Ich würde IT-Managern empfehlen, mit den derzeit erfolgversprechenden Technologien erste Piloten und Projekte zu starten, um zu lernen, Know How aufzubauen und zu sehen, die die eigene Organisation mit solchen neuen Technologien umgeht und besser werden kann. Dieses Wissen wird den Vorsprung ausmachen, der digitale Gewinner von digitalen Verlieren trennen wird. Ich würde ihnen aber auch raten, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern ein digitales Technologieportfolio aufzubauen, das sie je nach Entwicklung der Technologien weiterentwickeln können. Das wahrt die Chancen und mindert die Risiken.

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Auch die Fachabteilungen haben inzwischen Budgets für Soft- und Hardware. Inwieweit ist diese „Schatten-IT“ ein Problem? Wie sollte man als CIO damit umgehen?

Meme CIO Summit 2019 - Stefan Bergsmann 2Die Schatten-IT war immer ein Problem für CIOs und wird – soweit es eigene Lösungen betrifft – auch weiterhin eines bleiben. So sehr es wichtig ist, dass die Fachbereiche für sich überlegen, was Digitalisierung für sie bedeutet und wo sie daraus Chancen für Effizienzgewinne oder neue Geschäftsmodelle sehen, so sehr sollte dies doch immer in Abstimmung und mit Information und Einbindung der IT erfolgen. Sonst könnte es sein, dass im Zuge der Digitalisierung ein noch viel größerer technologischer Fleckerlteppich entsteht, mit allen Nachteilen in Bezug auf Komplexität, Betrieb, Kosten und Sicherheit. Anders ist das einzig in den Fällen, wo Fachbereiche komplett auf Services aus der Cloud zugreifen. Das ist dann eher mit einem Outsourcing von Arbeitsschritten vergleichbar. Auch da gibt es meist Fragen der Datenintegration und der Datensicherheit, die Frage der Technologiewahl sehe ich da aber weniger kritisch. Insofern sollte der CIO bei internen digitalen Services, Projekten und Apps eine klare Governance ausüben, was die Technologien betrifft. Für komplett aus der Cloud bezogene Services sollte er Vorgaben zu Datensicherheit und Datenintegration in den betreffenden Verträgen sicherstellen.

Technologie ist inzwischen einer der Haupterfolgsfaktoren für ein Unternehmen. Wie kann ein CEO beurteilen, ob der CIO einen tollen Job macht? Was sind die 3 wichtigsten Kriterien nach denen ein Geschäftsführer seine IT prüfen sollte?

Das hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren sehr gewandelt: Früher war ein guter CIO einer, der den Betrieb stabil hielt, das IT-Budget eingehalten hat und seine Projekte im Griff hatte. War das der Fall, so wusste der CEO, dass sein CIO einen guten Job macht. Heute ist das eindeutig zu wenig.
Was heute zählt ist:

  • Vision im Sinne eines Anspruchs, die Chancen aus der Digitalisierung für das Unternehmen zu nutzen – das ist es auch, was einen CIO zum CDO macht.
  • Fokus im Sinne einer Konzentration auf erste konkrete digitale Umsetzungserfolge anstatt eines agilen Sammelsuriums nie endender Initiativen.
  • Business Impact im Sinne eines konkreten Nutzens aus der Digitalisierung für das Geschäft und die Fachbereiche, der dann Lust auf mehr macht.

Das wären die drei Kriterien, nach denen ich als CEO heute meinen CIO beurteilen würde.

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1 comment

IT controlling Fan 2. August 2018 - 12:11

Schön erklärt. Falls man sich da unsicher ist oder einfach auch zu wenig Erfahrung hat, kann man sich ja im Notfall an einen Partner wenden, der sich mit IT Controlling auskennt. So lässt sich auch ein Teil der Arbeiten outsourcen.

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