„Jedes Unternehmen wird zum Softwareunternehmen“ – Mario Reismüller, CA Technologies, über Modern Software Factory, APIs und die Zukunft als Softwarehersteller

by Katharina Konstacky-Degasperi

Die Welt ändert sich – auch für Softwarehersteller! Den Wandel nicht abwarten zu müssen, sondern mitzugestalten, war der Hintergrund, dass ein international erfolgreiches Softwareunternehmen wie CA Technologies sein Produktportfolio verändert. Mit der Modern Software Factory bietet das Unternehmen seinen Kunden die Möglichkeit rasch auf neue Wettbewerbsanforderungen zu reagieren und die Digitale Transformation erfolgreich umzusetzen. Im Rahmen der CA Praxiswoche stellt das Unternehmen bei 5 Webinaren erfolgreiche Beispiele für Digitale Transformation vor. Im Vorfeld haben wir Mario Reismüller, Country Manager bei CA Technologies Österreich gefragt, was die Digitalisierung für ein modernes Softwarehaus bedeutet und wie die Zusammenarbeit mit den Kunden in Zukunft aussehen wird.

Die CA Praxiswoche vom 16. bis zum 20. Oktober 2017 bietet an 5 Tagen 5 digitale Erfolgsgeschichten. Jetzt anmelden!

Wie verändern sich die Anforderungen an Unternehmenssoftware im Digitalen Zeitalter?

Jedes Unternehmen – egal in welcher Branche – muss heute ein Softwareunternehmen sein, wenn es in Zukunft weiterbestehen will.

Unternehmen, die sich diesen Veränderungen und Herausforderungen erfolgreich stellen, haben eines gemeinsam: ihre Lösungen oder Services bringen den Kunden einen Mehrwert. Sie stellen den Kunden ins Zentrum, optimieren die digitale Customer Journey vom Produktdesign durch den gesamten Lebenszyklus der Customer Experience und bemühen sich stets um Verbesserungen.

Diesen Mehrwert erreichen Unternehmen nur, wenn sie im ständigen Dialog mit ihren Kunden sind. Denn dann wissen sie zum Beispiel wie es um die Performance, Stabilität und Usability ihrer Applikationen steht und können das Feedback zur kontinuierlichen Verbesserung nützen.

Unternehmenssoftware sollte daher das Experimentieren erleichtern und die rasche und sichere Umsetzung innovativer Lösungen ermöglichen.

Welche Auswirkungen hat Software auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens?

Technologie hat sich noch nie so rasant weiterentwickelt wie heute und die Geschwindigkeit wird sich noch steigern. Unternehmen müssen sich daher die Frage stellen, wie sie in Zukunft durch Software wettbewerbsfähig bleiben.

Ich bin davon überzeugt, dass Software ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb der Unternehmen sein wird. Der Amazon-Gründer Jeff Bezos hat dies schon 2012 erkannt und mit dieser Software-Strategie wurde der Online-Buchhändler zum weltweit größten Anbieter für Cloud-Services.

Auch Unternehmen in Österreich setzten auf Software um ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern: Siemens entwickelt sich zum Softwarekonzern, die Erste Bank bezeichnet Amazon als ihren Konkurrenten und Zumtobel will zum „Google der Lichtindustrie“ werden.

Im Digitalen Zeitalter müssen sich Unternehmen öffnen, damit Kunden, Mitarbeiter und Partner auf benötigte Daten und Services zugreifen können. Zusätzlich werden bis 2020 rund 21 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Was sind die technischen Voraussetzungen dafür?

Die Barrieren zwischen dem Unternehmen und der Außenwelt sind gefallen – connect everything with everything! Über das Internet der Dinge ist der Vernetzung keine Grenze gesetzt. Dienste wie Google Maps oder Facebook ermöglichen anderen Apps den Zugang zu ihrer Plattform. Daraus entstehen neue Dienste: Apps und Webseiten zeigen Wege mit Google Maps an, Fluggesellschaften bieten neben Flügen auch Hotel- und Mietwagenangebote. Und Staaten und Regierungen öffnen sich: über E-Government-Dienste können Bürger Steuererklärung, Abgaben oder Wählerregistrierung selbst erledigen.

APIs spielen dabei eine entscheidende Rolle: Application Programming Interfaces auf Deutsch Programmierschnittstellen, ermöglichen den Austausch von Daten und Inhalten zwischen Software und Hardware oder verschiedenen Webseiten, Programmen und Anbietern. APIs ermöglichen daher auch Dritten den Zugang zu internen Daten.

Dieser Austausch der Daten muss schnell, einfach und sicher funktionieren und dazu braucht es ein effektives API-Management:

  • Strategie:
    Zeit nehmen um Prioritäten und Ziele klar zu definieren – auch im Hinblick auf nachhaltige Geschäftsergebnisse.
  • Erkenntnisse:
    Gewinner werden jene Unternehmen sein, die Erkenntnisse aus diesen Daten ziehen und sie so einsetzen, dass sie ihren Kunden Mehrwerte durch zusätzliche Services bieten.
  • Sicherheit:
    Unternehmen müssen die interagierenden Menschen, Anwendungen und Geräte immer im Blick haben und stets wissen, was vor sich geht. Das ist möglich, wenn jedem Endpunkt im System eine eindeutige, gleichbleibende Identität zugewiesen wird: Anhand dieser Identitäten können IT-Abteilungen alle Zugriffe, Prozesse und Datenübertragungen genau nachverfolgen und Identitäten und Zugriffsrechte verwalten.
  • Infrastruktur:
    Die Grundlage eines erfolgreichen API-Programms sind Tools und Prozesse, die Entwicklung, Testing, Veröffentlichung und Management von APIs über den gesamten Lebenszyklus hinweg ermöglichen. Eine robuste Infrastruktur reduziert Kosten und Time-to-Market und hilft dabei, Herausforderungen bei der Entwicklung zu meistern.
  • Unternehmenskultur:
    Die Veröffentlichung und Verwaltung externer APIs und die Zusammenarbeit mit externen Entwicklern erfordert neue und andere Fähigkeiten und Denkweisen. Aus- und Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende ein Klima das Experimentieren und Fehler erlaubt, erleichtern Innovationen.

Was sind die 4 wichtigsten Kriterien für Zukunftsfähigkeit von Software?

Agilität:
Die Kunden wollen Schnelligkeit und rasche Anpassungsfähigkeit –  bei Design, Entwicklung bis zum Betrieb. Das ermöglicht skalierbare Anwendungen, die leichter zu erstellen und zu warten sind, spart Entwicklungskosten und bringt kürzere Markteinführungszeiten.

Automatisierung:
Laut einer Umfrage von Automic, das seit heuer zu CA Technologies gehört, ist das Arbeitsaufkommen vieler IT-Fachkräfte in den letzten Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Die meisten Unternehmen kompensierten diese Mehrarbeit durch Automatisierung (81%). In unserer Webinar-Reihe erklärt Spar ICS [Link Webinar] anschaulich wie sie die Verarbeitung von täglich 100.000 Prozessen automatisierten. Automatisierung verschafft IT-Leitern mehr Zeit und Ressourcen für strategische Projekte.

Security:
Application Economy und Internet der Dinge haben ein komplexes Netzwerk aus Identitäten geschaffen, das die Trennlinie zwischen Innen und Außen im Unternehmen auflöst: traditionelle Sicherheitslösungen reichen nicht mehr.
Zutritts- und Authentifizierungslösung erhöhen die Sicherheit, aber die Benutzerfreundlichkeit für Mitarbeiter und Kunden darf nicht darunter leiden. Ein User besitzt heute durchschnittlich dreizehn Passwörter und greift auf sechs bis zehn Applikationen und Webseiten mit Logins pro Tag zu. Die Akzeptanz für die eingesetzten Lösungen steigt, wenn bei IT Entwicklung und Betrieb berücksichtigt wird, dass Sicherheitsmechanismen von Kunden und Anwendern nicht oder kaum wahrgenommen werden sollen.

Insights:
Messdaten und Analysen müssen in den gesamten Softwareprozess integriert sein. Mit intelligenten Analysen können erfasste Daten in Insights – oder auch Erkenntnisse – umgewandelt werden. Wie, wann und wie oft nutzen Kunden eine App? Wo behindern Performance-Probleme? Wo steigen Kunden aus und warum? Durch das kontinuierliche überwachen, messen und analysieren der Application Performance und Kundeninteraktionen lassen sich wertvolle Einblicke erzielen, die sich zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen ausbauen lassen.

Was bedeutet das für einen Software Anbieter wie CA und sein Produktportfolio?

Es geht nicht mehr darum ob sich Unternehmen digital transformieren sollen, sondern um das wie. Mit unserem Konzept der “Modern Software Factory” wollen wir beantworten wie man durch Software einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen kann. In der Theorie ist mit derzeitigen Software-Technologies bereits vieles möglich, umgesetzt in die Praxis noch nicht so vieles. Diese Lücke möchten wir mit unserem Ansatz schließen.

Es umfasst die Kernbereiche:

  • Agilität für schnellere Markteinführungszeiten
  • Automatisierung für höhere Geschwindigkeit mit zuverlässiger Qualität
  • Security für sicheren, reibungslosen Zugang
  • Insights für kontinuierliche Verbesserung dank aus Daten gewonnener Erkenntnisse

Dabei spielt es keine Rolle, wo sich Unternehmen auf ihrer digitalen Reise gerade befinden: ob in der Planung, der Entwicklung oder in der Umsetzung noch ob mobil, in der privaten oder öffentlichen Cloud oder der Mainframe-Umgebung. In der “Modern Software Factory” können neue, einzigartige Kundenerlebnisse geschaffen werden: Dort werden sie erfunden, gebaut, getestet, kontinuierlich verbessert und danach schnell und vor allem sicher ausgeliefert.

Die CA Praxiswoche vom 16. bis zum 20. Oktober 2017 bietet an 5 Tagen 5 digitale Erfolgsgeschichten. Jetzt anmelden!

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