Automatisierung kennt keine Unternehmensgrenzen – UKF CIO Jens Schulze über die Zukunft der IT-Infrastruktur

by Fernando Ducoing

Beim Universitätsklinikum Frankfurt am Main hat man sich Forschung und Lehre auf der Grundlage einer exzellenten Krankenversorgung als Ziel gesetzt. IT spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im September 2019 ist Jens Schulze als CIO angetreten, um neben der anstehenden SAP 4/Hana Migration auch eine Modernisierung der IT-Infrastruktur und eine optimale Gestaltung der IT-unterstützen Prozesse anzugehen, so dass mehr Zeit für die Patienten und die Kernaufgaben des Unternehmens zur Verfügung stehen. Im Interview wollten wir von ihm wissen, was eine zukunftsorientierte IT-Infrastruktur ausmacht, welche Rolle Cloud dabei spielt und auf welche Technologien er als CIO im Moment besonders schaut.

Welche Rolle spielt IT-Infrastruktur für den Erfolg eines Unternehmens in einer Digitalen Welt?

Die IT-Infrastruktur ist das Fundament bzw. Rückgrat der digitalen Welt in einem jeden Unternehmen und zugleich auch Unternehmensübergreifend. In dieser IT-Infrastruktur ist das Endgerät ein Mittel zum Zweck, die Brücke für den Menschen in die digitale Welt. Die IT-Infrastruktur muss in jedem Unternehmen so selbstverständlich wie die Stromversorgung sein und auch die IT-Ausstattung der Gebäude und Räume muss genauso vorhanden sein, wie heutzutage die Raumbeleuchtung. Resultierend, es gibt keine digitale Welt ohne eine IT-Infrastruktur, denn die IT-Infrastruktur ist die zentrale Verknüpfung in der digitalen Welt.

Was macht die Zukunftsfähigkeit einer Unternehmens-IT-Infrastruktur wirklich aus? Was ist entscheidend um auch künftigen Business-Anforderungen gerecht zu werden?

Das allerwichtigste zur Zukunftsfähigkeit ist eine Fokussierung auf die Geschäftsprozesse des Unternehmens, daran angelehnt ist dann die Nutzung der Technologien in der IT-Infrastruktur im jeweiligen Kontext des Use case entscheidend. Die Use case – Betrachtung im jeweiligen Technologie-Kontext ist in Anbetracht der Informationssicherheit und des Datenschutzes von Relevanz. In der aktuellen dynamischen Welt ist die Skalierbarkeit ein Erfolgsmerkmal. Die Skalierbarkeit bezieht sich hier sowohl auf die Technologie und ebenfalls auf eine kurzfristige ggf. langfristige Nutzung von externen fachlichem Know-how über Dienstleister (dies gerade bei Überraschungen wie Cyber-Attacken). Gerade wenn es um Verfügbarkeiten geht, dann sind Redundanzen über interne und/ oder externe Strukturen entscheidend für ein Unternehmen. Die Kombinierbarkeit der nachfolgend aufgeführten Zukunftstechnologien schenkt uns ungeahnte Möglichkeiten für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmens-IT-Infrastruktur.

Jens Schulze: Jens Schulze über die Zukunft der IT-InfrastrukturZukunftstechnologien einer modernen IT-Infrastruktur sind:

  • Cloud Computing,
  • Edge Computing,
  • 3D-Druck,
  • Internet of Things (IoT),
  • Künstliche Intelligenz (KI),
  • Robotik,
  • 5G,
  • Blockchain.

Was sind die Kriterien um in Zeiten, in denen sich Technologie rasend schnell verändert, Investitionsentscheidungen zu treffen?

Wesentlich ist es, die Zukunft im Blick zu haben und dabei die oben genannten Zukunftstechnologien mit zu berücksichtigen und auch hier unabdingbar die Fokussierung auf die Geschäftsprozesse. Vor den finalen Entscheidungen sind Proof of Concept (PoC) – Phasen sehr ratsam, hierbei kann man die Machbarkeit zur Investitionsentscheidung prüfen. Aufgrund des technologisch rasend schnellen Wandels sind kurze Laufzeiten ein gutes Kriterium, um für die Zukunft flexibel zu sein. Mit Blick auf die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit sind Pay per Use – Varianten zu empfehlen, weil man die zukünftige Entwicklung nie angemessen einschätzen und im Voraus planen kann.

Wo sind die wichtigsten Handlungsfelder in einer IT-Infrastruktur wenn es um Automatisierung geht?

Automatisierung kennt keine Unternehmensgrenzen, somit muss auch eine IT-Infrastruktur allseits Anknüpfungspunkte bzw. Erweiterungsmöglichkeiten bieten. Aus aktueller Sicht ist die Nutzung der Künstlichen Intelligenz ein Erfolgsfaktor in der Automatisierung von IT-Infrastrukturen, weil darüber z.B. proaktiv fehlerträchtige Ereignisse in einer IT-Infrastruktur erkannt und somit behoben werden können, so dass die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur nicht beeinträchtigt ist. Voraussetzung für diese Künstliche Intelligenz sind z.B. Daten der IT-Infrastruktur, die verfügbar sein müssen. Auch die Robotik gehört zur Automatisierung in bzw. mit IT-Infrastrukturen hinzu, hier ist zwischen physischer- und virtueller Robotik zu unterscheiden. Automatisierung mittels physischer Robotik bezieht sich auf Hardware und Maschinen, die in den Prozessen genutzt werden. Die Automatisierung mittels virtueller Robotik betrifft den Einsatz von Softwareroboter (z.B. Bots). Auch der 3D-Druck und das Internet of Things können im jeweiligen Kontext z.B. im Rahmen von Produktionen ein enormer Hebel zur Automatisierung sein. Kombiniert man bspw. Robotik mit 5G oder Internet of Things mit 5G, so ergeben sich daraus für das jeweilige Unternehmen wiederum individuelle Handlungsfelder zur Automatisierung. Wir erreichen mit der Kombination von Technologien ungeahnte Möglichkeiten bei der Automatisierung.

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14./15. April 2021

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Wie sieht der IT-Betrieb der Zukunft aus?

Die zuvor angeführten beispielhaften Darstellungen zeigen uns, dass der IT-Betrieb in Zukunft, abhängig von den genutzten Technologien, sehr unterschiedlich aussehen wird. Daraus lässt sich bereits jetzt ableiten, dass der IT-Betrieb in Zukunft das externe fachliche Know-how der Dienstleister benötigt, weil es schwierig werden wird, das nötige vielseitig fundierte Know-how zu den jeweiligen Technologien im eigenen Unternehmen vorzuhalten. Dem zufolge muss in Zukunft beim IT-Betrieb die Fokussierung auf die Kernthemen gerichtet werden, die für das jeweilige Unternehmen von besonderer Bedeutung sind. Dadurch erlangt die Dienstleistersteuerung über Service-Owner im Unternehmen zukünftig eine herausragende Tragweite.

Wie schafft man die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovationsfähigkeit?

Es gibt drei Grundsätze die man hier heranziehen kann:

  • Wright’sche Gesetz – die Kosten sinken mit steigender Menge
  • Kurzweil’s Gesetz – Gesetz des sich beschleunigenden Nutzens (Verbreitung des Wissens in rasanter Geschwindigkeit)
  • Moore’sche Gesetz – die Leistungsfähigkeit der Prozessoren nehmen über die Zeit exponentiell zu

Setzt man diese drei Grundsätze in seinen Betrachtungskontext, so hat man eine gute Grundlage zur Findung der Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovationsfähigkeit.

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