Kein Plan B: Warum IT mehr Leidenschaft als Lebenslauf ist

by Cansu Karacan

NEU im ConfareBlog
Alexandra Valta-Bohacek – Kein Plan B: Warum IT mehr Leidenschaft als Lebenslauf ist

„Ich hatte keine Ahnung, was da auf den Konsolen passiert – aber ich wusste: Das will ich auch!“
Was mit Neugier begann, wurde zu einer beeindruckenden Karriere in der IT-Security. Alexandra Valta-Bohacek ist heute Lead IT Security Operations bei der MM Group und setzt sich als Mentorin beim Confare Female IT-Mentoring in Salzburg für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der IT ein. Ihre Story inspiriert – nicht nur technikbegeisterte Frauen.

Schon in unserem gemeinsamen Gespräch mit Alexandra, waren ihr Spirit und Ihre Energie sehr spürbar. “If you feel scared when it comes to digitization, take a leap of faith and breathe life into all zeros and ones!” – dieser Satz ist bei Alexandra nicht nur plakativ, sie haucht unserer IT-Welt, als Wirbelwind, wirklich Leben ein.

Deine Ausbildungen bieten aus meiner Sicht eine wunderbare Basis um in der IT zu arbeiten. Skizzierst Du den Start ins Berufsleben, Deinen Spirit damals, bis zu dem Punkt, als Du in die IT gestartet bist.

Mein beruflicher Weg begann mit einer Lehre als Großhandelskauffrau im Bereich Lüftungs,- und Brandschutztechnik. Nach Absolvierung habe ich mich dazu entschieden das Unternehmen zu wechseln und startete einen Bürojob in einem Unternehmen für Solartechnik. Es waren zu diesem Zeitpunkt Unternehmen mit einem technischen Touch auf meinem Radar. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass ich 1999 bei einem alternativen Telefonanbieter gelandet bin. Gestartet an der Rezeption, jedoch folgte schon nach kurzer Zeit der Wechsel ins Customer Care. Dort hatte ich erste Berührungspunkte mit den damaligen Technik-Teams.

Hier hatte es dann auch „zooooommm“ gemacht. Ich hatte keine Ahnung worüber meine Kollegen sich unterhielten, konnte den Inhalten wenig folgen. Verstanden habe ich genauso wenig, was sie auf ihren Konsolen zauberten. Ich empfand nur, dass es cool klingt, genauso cool aussah und ich das auch können wollte.

Aus diesen Gründen, habe ich das damalige Management dieser Teams gefragt, ob ich in die Technik wechseln kann. Mein Argument war, dass ich enormes Interesse an dem Thema mitbringen kann und die Tatsache, es um alles in der Welt lernen zu wollen. Ich habe nach dieser Chance gefragt, habe sie bekommen und auch genutzt.

Nichts zu verstehen und keine Ahnung davon zu haben, war demnach mein Einstieg in die IT.

Du hast bei A1 und NTT auf Dienstleister Seite unheimlich viel gelernt und ich würde sagen eine unglaubliche Grundlage und Wissen erarbeitet. Was war Deine Entwicklung in der Technik?

Die ersten Schritte meiner Reise machte ich mit Telefonie. Ich habe mit analogen Leitungen begonnen, im Anschluss kamen ISDN und Multis dazu. Als IP immer mehr Thema wurde, wechselte mein Interesse und war auch für dieses Fachgebiet Feuer und Flamme. Allerdings habe ich hier sehr schnell gemerkt, dass die Privatkunden Hotline nicht unbedingt mit meinen Stärken zusammen passte.

Unlängst wurde mir eine sehr gute Frage gestellt; „Wenn du dir drei Stärken, die du aktuell nicht besitzt, aussuchen könntest – welche wären das?“. Hier brauchte ich nicht lange überlegen und meine sekundenschnelle Antwort lautete  „Geduld“ Ich habe in manchem nicht das ausreichende Maß an Geduld, welche ich gerne hätte. Damals schon und das änderte sich bis heute nicht.

Das war auch der Grund für meine Weiterentwicklung in das Large und Enterprise Customer Umfeld als Network Engineer. Hier hatte ich letzten Endes E2E Verantwortung von der Planung, über die Implementierung und auch für den Betrieb unserer Kunden.

Alles in allem war ich etwa 17 Jahre als Engineer in diesem Umfeld auf Dienstleister Seite tätig. Ein großer Vorteil war natürlich die Vielzahl an unterschiedlichen Kunden, Implementationen und Komplexitäten. Deshalb war es mir möglich, unheimlich viel zu lernen und ich konnte viel Erfahrung sammeln. Fehler gehörten genauso dazu. Ich erinnere mich noch an einige Situationen auf meinem Weg, wo mein Adrenalin dann sehr schnell, innerhalb von Millisekunden, einen anderen Level hatte. Genauso habe ich mit jedem dieser Fehler gelernt und bin daran gewachsen. Ich möchte keinen einzigen dieser „Schreckmomente“ missen.

Danach kam die Phase, in der Du Teamführung übernommen hast und Leadership in den Fokus gerückt ist. Was war Deine Herangehensweise?

Neben meinem technischen Interesse war ich schon immer an Kommunikation und Leadership interessiert. Den Anfang machte ich mit dem Buch „Fish“ welches mir mein Papa damals schenkte. Das war mein zweiter „Zooooommm“ Moment. Ich denke auch, dass mir gerade diese Kombination von Anfang an überall sehr geholfen hat.

Mit dem Wechsel, nach all dieser Zeit zum Leadership, habe ich eine andere Sicht auf die Technik, Daily Business und natürlich auch Management bekommen. Das Verständnis darüber hat mir sehr viel geholfen, wenn es um neue Services, den Umgang mit Eskalationen und Kunden,- sowie Management-Gespräche ging. „Know your Business“ ist hier eine Kernaussage, welche ich für mich mitgenommen habe und über all die Jahre immer an meiner Seite habe.

Auch wurde ich in der Vergangenheit mit der klassischen Frage „Wo siehst du dich in fünf Jahren?“ konfrontiert. Für mich war klar, dass ich zu diesem Zeitpunkt, absoluter Experte in Network/Security sein wollte. Mein damaliges Management hatte jedoch damals schon anderes in mir gesehen. Über dieses Gespräch habe ich noch lange nachgedacht, reflektiert und bin meinem Ziel weiter gefolgt.

Etwa 3-4 Jahre nach dieser Frage, war mein Interesse für Leadership geweckt. Wie auch schon damals ging ich zu meinem Management, mit der Herangehensweise wie zu Beginn meiner Laufbahn. „Ich würde das gerne machen – kann ich?“ Gleiches Management, welches mir zuvor die fünf Jahres Frage stellte, war nun euphorischer. Damals wurde wirklich etwas in mir gesehen, das ich zu der Zeit nicht auf meinem Plan hatte.

Genauso wie einige Jahre davor, habe ich die Chance dazu erhalten und diese wieder genutzt. Ich hatte damals einige auserwählte Mentoren und mich sehr viel mit Ihnen ausgetauscht. Jede Art einer Shadowing Möglichkeit oder auch internen Trainings dazu habe ich genutzt. Und, wie immer auf meinem Weg, habe ich Fehler gemacht und vieles draus gelernt.

Meine Herangehensweise war: Einfach fragen, beginnen und mit Herz und Leidenschaft dabei sein. Es ist gut, wenn man sich in einem Thema Wissen und Erfahrung aufgebaut hat, dennoch oder gerade deshalb, in einem anderen Thema wieder von Null an beginnt. Nur so entwickeln wir uns kontinuierlich weiter.

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Du hast in Deinem beruflichen Umfeld mit Technik und Menschen zu tun, eigentlich die perfekte Kombination. Meinst Du, dass Kommunikation ein wesentlicher Faktor ist, um Mensch und Technik zu verbinden? Du hast so schön gesagt: „Je mehr Du lernst, umso mehr weißt Du, was Du nicht weißt.“ Wie hilft man sich da gegenseitig?

„Je mehr Du lernst, umso mehr weißt Du, was Du nicht weißt“ – ist, gerade in unserer Branche, so aussagekräftig. Das Thema ist so vielschichtig, in sich verstrickt mit so vielen Veränderungen, Abhängigkeiten und Möglichkeiten behaftet. Beschäftigt man sich mit einem neuen Thema, entstehen zehn weitere Abzweigungen dazu und mit diesen gilt es, sich ebenfalls zu beschäftigen. Anfangs befinden sich dann auch zehn Anfänge in der Hand und es ist schwer, den Überblick zu behalten. Die Menge an Informationen kann erschlagend sein. „Dran bleiben“ macht hier den großen Unterschied. Nach einiger Zeit flechten sich diese zehn einzelnen Fäden zu einem großen Seil zusammen, es beginnt Sinn zu machen und verständlich zu werden.

Die gegenseitige Hilfe besteht hier aus Kommunikation. Vieles erfragen und dazu zu stehen, mit einem Thema noch keine tieferen Berührungspunkte gehabt zu haben. Diese gegenseitige Unterstützung halte ich für essentiell und sehr wertvoll. Auch bringen diese Gespräche verschiedene Ansichten, Wissen und Level zusammen. Ich muss gewisse Zusammenhänge oder Funktionsweisen verstehen und frage durchaus auch einmal mehr nach. Offene Kommunikation, Austausch und gemeinsames Lernen bedeuten für mich gemeinsames Wachstum.

Du bist im IT Management, hast aber auch unglaublich viel Fachwissen! Ist es aus Deiner Sicht schwerer, sich als Frau durchzusetzen?

In meiner Laufbahn, habe ich die Erfahrung gemacht, als Frau fachlich mehr gechallenged zu werden.

Allerdings war das vermehrt zu Beginn und auch hier war die Zeit damals, um ehrlich zu sein, noch eine andere. Persönlich habe ich es immer als Herausforderung gesehen und habe diese angenommen. Aus meiner Sicht finde ich, dass zu vieles auch persönlich genommen wird. Lernt man einmal, eine gewisse Distanz hier einzubringen, dann sind viele Gespräche unter einem anderen Scheinwerfer.

Ich habe es nicht als besonders schwierig empfunden, mich als Frau durchzusetzen, ganz im Gegenteil. Eigentlich finde ich, dass mir manche Herausforderungen leicht gefallen sind. Frauen und Männer funktionieren anders, genauso wie Menschen an sich schon divers sind. So ist es, denke ich auch hier. Eine Art der Kommunikation oder Herangehensweise über alle Menschen und alle Befindlichkeiten zu stülpen funktioniert nicht. Unterschiede im Umgang, Kommunikation und Denkweisen erleichtern sehr vieles. Und ja, manchmal ist es auch notwendig einen Schritt retour zu gehen und einen neuen Anlauf zu nehmen.

Die IT-Branche durchläuft in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung: Sie wird flexibler, zukunftsorientierter und zunehmend weiblicher. Trotz dieser Fortschritte sind Frauen in der IT nach wie vor unterrepräsentiert – insbesondere in Führungspositionen. Was ist Deine Erfahrung und Einschätzung dazu?

Gerade auf IT Konferenzen ist es stark sichtbar, dass wesentlich mehr Frauen Zugang in die IT gefunden haben.  Das Interesse daran hat bei Frauen Einzug erhalten und über diese Tendenz freue ich mich sehr.

Persönlich habe ich viele Frauen in IT Führungspositionen kennenlernen dürfen. Vor sehr vielen Jahren war dies noch nicht in dieser Art und Weise sichtbar.

Eine Führungsposition in der IT ist generell sehr fordernd. Alles das, was hier passiert, geschieht schnell und direkt. Für die einen ist dies eine tolle Umgebung und für andere ist es wieder zu direkt und schnell. Es kann passieren, dass man noch gemütlich bei einem Kaffee geplaudert hat und in der nächsten Minute ist der Eskalationsmodus aktiv.

Dennoch sind auch diese Aspekte für Frauen in Führungspositionen sicherlich maßgebend, denke ich. IT fordert enorm viel von uns und im gleichen Atemzug gibt sie so viel zurück. Allerdings, werde ich nicht müde diese tolle und wahnsinnig schnell verändernde Branche ans Herz zu legen.

Würdest Du sagen, dass wir in Österreich im Moment genug tun, um Frauen in ihrer Karriere in der IT zu unterstützen? Ich referenziere hier stark auf Bildung und Weiterbildung.

Hinsichtlich Bildung und Weiterbildung hat gerade Österreich ein tolles und vielfältiges Angebot. Im Vergleich zu meinem Beginn, ist es wesentlich einfacher, an Wissen zu kommen. Das Problem ist hier eher die Menge an Informationen. Gerade am Anfang ist es schwierig, einen Überblick zu bekommen. Mein Ratschlag ist daher immer, an einem dieser besagten Fäden zu beginnen. Die notwendigen weiteren Fäden gesellen sich automatisch dazu. Es spielt alles zusammen und es kommt auch alles zusammen. Auf diesem Weg ist auch schnell erkennbar, welcher Bereich das Herz höherschlagen lässt und welcher Bereich tendenziell weniger. Ist diese Leidenschaft einmal gefunden, ist es auch einfacher, weiter darauf aufzubauen.

Ich habe neben meinem Fulltime-Job eine fünfjährige Abendschule besucht und hier im Bereich Elektrotechnik Biomedizin absolviert. Ich dachte mir, wenn ich schon einen Großteil meiner Zeit hier verbringe, dann möchte ich nicht nur eine Bestätigung auf Papier, sondern wirklich neues lernen. Deshalb habe ich mich auch in der Halbzeit dazu entschieden, auf diesen Zweig zu wechseln. Von der IT-Branche hat mich auch dieser Zweig letzten Endes nicht weggebracht. Wir sind ein Herz und eine Seele.

Was ich damit sagen möchte: Der Zugang zu Bildung und Weiterbildung ist in Österreich gegeben. Diese Möglichkeiten müssen genutzt werden. Es ist dennoch auch so, dass dies durchaus fordernd sein kann und einen langen Atem benötigt. Dieser Aufwand lohnt sich allerdings, weil im Laufe der Zeit alles zu einem gesamten Bild zusammenkommt.

Hilfreich ist hier wieder Kommunikation. Fragen an Personen, welche bereits beruflich dort sind, wo das eigene Ziel liegt.

„Wie hast du begonnen?“, „Wo hast du dir schwergetan und warum?“, „Was würdest du heute anders machen“, „Welchen Ratschlag kannst du mir geben?“, etc.  Es gibt sehr viele Möglichkeiten, seinen eigenen Weg durch die Erfahrungen anderer zu beginnen. Dennoch ist jeder Weg anders.

Und wer weiß, vielleicht ergeben sich durch diese Fragen auch weitere Möglichkeiten und Chancen.

Es freut uns, jedes Jahr einen immer höheren Frauenanteil beim Confare CIOSUMMIT Frankfurt zu verbuchen. Mehr Infos zum IT-Management-Treffpunkt in Deutschland finden Sie HIER.

Mentoring wie wir es bei unsern Confare Events im DACH Raum anbieten halte ich für eine wichtige Ergänzung, damit Frauen mehr auf Events gehen, sich vernetzen und sich besser positionieren. Was ist Deine Einschätzung?

Ich denke, dass wir im Thema Sichtbarkeit noch die ein oder andere Hausaufgabe vor uns haben. Den Mentoring-Ansatz halte ich für einen sehr wichtigen. Wie schon öfters erwähnt, ist gerade Kommunikation und der dadurch entstehende Austausch enorm wichtig. Wenn ich durch meine Erfahrung andere motivieren kann und andere auch, vor dem vielleicht ein oder anderen Fehler bewahren kann, dann ist dies für mich schon ein Erfolg.

Umso mehr Gespräche, desto mehr Sichtweisen. Ich halte es für mich so, dass ich mir aus Gesprächen den Teil mitnehme, der am besten zu mir passt. Was für die eine super funktioniert hat, kann für die andere absolut nichts sein. Es gibt keine bestimmte Strategie oder Art und Weise wie ich arbeite. Es ist eine Sammlung aus sehr vielen Learnings, Erfahrungen, Gesprächen, Methoden, Büchern, Trainings und ganz wichtig, alles immer in Bezug auf den Moment und die aktuelle Realität.

Es gibt nicht diese eine Methode, die in der IT funktioniert. Kein Kochrezept mit genauen Zutaten. Und genau deshalb halte ich den Mentoring-Ansatz mit unterschiedlichen Positionen, Verantwortungen, Sichtweisen und Persönlichkeiten so wertvoll.

Das Motto 2025 lautet bei unseren Confare CIOSUMMITs: Balancing in Challenging Times – Enabling Visions. Denkst Du zukunftssicher werden wir nur, wenn Teams durchmischt sind?

Ein Team ist für mich erfolgreich, wenn jeder von jedem lernen kann und dies auch möchte. Wenn Stärken und Schwächen sich so ergänzen, dass ein Team als Ganzes funktioniert, Spaß hat, bei dem, was es macht und gerne zusammenarbeitet. Dies setzt eine Diversität voraus. Nur gleiche Charaktere, Ansichten oder Level in einem am zu haben, mindert meiner Meinung nach die Möglichkeit des gemeinsamen Lernens und Wachsens.

Auch in meiner Position in meinem Team, habe ich Schwächen, wo ich mir selbst, aber auch meinem Team gegenüber eingestehe, dass mir das überhaupt nicht liegt, jedoch weiß ich, an wem ich mich in meinem Team wenden kann. Genauso weiß ich, was anderen in meinem Team nicht liegt, dann zeigen wieder andere auf und sagen dann von selbst „Diesen Part übernehme ich“.

Um das zu erreichen, muss sich das Team untereinander kennen, zusammenwachsen und auch Raum für Diskussionen, unterschiedliche Meinungen und Feedback haben. Eine Vertrauensbasis muss geschaffen werden. Wir sind alle in einem Team mit unterschiedlichen Aufgaben, Rollen und Verantwortungen. Dennoch sind wir ein Team und ziehen an einem Strang.

Wie ich in einem Post verwendet habe „Hire Charakter, Train Skills“ und meiner Meinung nach, macht genau das zukunftssichere Teams aus.

Es gibt 3 Schlüsselpunkte, die eine weibliche Karriere braucht in der IT: MUT, weniger Perfektionismus und eigenes Marketing. Fehlt Dir etwas?

Eine Portion von „Verrücktheit“. Ohne diese Portion wird man in dieser Branche schnell überrollt.

Eine Prise „Flexibilität“. Denn kein Tag gleicht dem anderen und vieles ist nicht planbar.

Ein Meer an „Leidenschaft“. Ohne Leidenschaft dafür ist diese Branche gnadenlos.

Was hast Du für Visionen für die Zukunft der IT? Was kann sie schaffen, verändern, gestalten?

Meine Vision ist, dass ein IT-Departement mehr als interne Dienstleistung betrachtet wird. Ansätze dazu sind vorhanden und es ist auch erfreulicherweise immer mehr Thema. IT wird in Unternehmen als Kostenfaktor gesehen oder auch als etwas Einschränkendes. IT soll die Basis für das jeweilige Business darstellen und gerade deshalb als Unterstützung angesehen werden. Wenn wir aufzeigen, was wir mit IT für das eigentliche Business machen, welchen Mehrwert und welchen Service wir einem Unternehmen bringen, dann ist das eine ganze Menge. Es ist selten, dass sich jemand meldet und dafür bedankt, wie z. B. stabil seine Arbeitsumgebung ist. Wir werden den ganzen Tag mit Problemen und Herausforderungen konfrontiert. Umso wichtiger sehe ich es, auch Erfolge, Mehrwerte und Services sichtbar zu machen.

Gerade wenn es um das Thema Security geht, müssen wir noch wesentlich mehr Verständnis schaffen. Im Moment wird Security noch viel zu sehr als blockierend oder nervend angesehen. In den letzten Jahren hat sich dieses Bild schon geändert und ist am Anfang eines guten Weges. Security rückt immer mehr in den Fokus. Richtig aufgesetzt und gelebt kann Security Spaß machen, sodass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens Teil davon sein kann. Jeder Mitarbeiter trägt dazu bei, dass sein Unternehmen sicher ist und sicher bleibt. Und dieser Ansatz ist für mich auch ein Teil eines zukunftssicheren Teams. Ein ganzes Unternehmen als Team, welches zu dem Thema – Security – viel beitragen kann.

Ist das nicht fabelhaft?

Wie auch das Motto des diesjährigen CIOSUMMITs: „Balancing in Challenging Times – Enabling Visions“ aussagt, geht es um die Balance.

Die Balance, das richtige Tool, Setup, Prozesse oder auch Services so zusammenzubringen, dass sie uns durch diese „challenging times“ führen. Es liegt vieles auch an uns, wie wir mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten umgehen. Hier ist noch viel Luft nach oben, wenn es darum geht, diese so zu nutzen, dass uns IT mehr Flexibilität und Freiraum schafft.

Ich denke, im Moment sind wir mit all den Themen wie in einem Süßigkeitengeschäft. Wir stehen vor den hohen Regalen, gefüllt mit Süßigkeiten. Wir staunen und wollen von überall ein Stück probieren. Allerdings wissen wir noch nicht genau, womit wir anfangen, welche Süßigkeiten zusammenpassen oder wieviel wir davon haben wollen und vertragen. Wir wissen, gerade auch mit Blick auf KI, nicht genau, was sich hinter den bunten Verpackungen der Süßigkeiten verbirgt. Wir probieren davon und schauen, wie groß eine Kaugummiblase werden kann, bevor sie platzt.

So sehr uns dieser Süßigkeitenladen auch Spaß macht und wir Ewigkeiten darin verbringen könnten, sollten wir für unsere Balance auch wieder raus aus der Vielfalt des Ladens und an die frische Luft.

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