Kontrolle ist gut – Observability ist besser

by Bianca Bogad-Frey

Wir unterhalten uns heute mit Alexander Kovar – Strategic Sales Manager Austria bei Datadog. Mit ihm klären wir auf, was Observability ist, warum es für moderne IT-Architekturen eine Kernobservation sein sollte und vieles mehr.

Wie sieht eine moderne Observability-Architektur für große Unternehmen aus – welche Rolle spielt Datadog dabei?

Eine moderne Architektur ist heute kein starrer Monolith mehr, sondern ein lebendiges Ökosystem. Wir sprechen nicht mehr nur von Monitoring (was ist kaputt?), sondern von Observability (warum ist es kaputt?).

In großen Unternehmen müssen Metriken, Traces und Logs nahtlos in einer “Single Pane of Glass” zusammenfließen. Datadog fungiert hierbei als das zentrale Nervensystem. Wir brechen die Silos zwischen Infrastruktur, Applikations-Performance (APM) und Sicherheit (Security) auf. Unsere Rolle ist es, die Komplexität von tausenden Microservices und hybriden Cloud-Umgebungen so zu abstrahieren, dass ein IT-Leiter auf einen Blick sieht, ob die Geschäftsziele gefährdet sind.

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Welche Messgrößen und Signale sind am wichtigsten, um die digitale Zuverlässigkeit strategisch zu steuern?

Früher haben wir auf CPU und RAM geschaut. Heute steuern wir über Business-relevante Signale. Für einen IT-Verantwortlichen in Österreich sind drei Bereiche entscheidend:

  1. Die “Golden Signals”: Latenz, Traffic, Fehler und Sättigung. Sie sind die Vitalwerte jedes Systems.
  2. User Experience (RUM): Es nützt nichts, wenn der Server “grün” ist, aber der Kunde in Wien 10 Sekunden warten muss, bis der Warenkorb lädt.
  3. SLOs (Service Level Objectives): Wir helfen Unternehmen, Fehlertoleranzen strategisch zu definieren. So investieren Sie Ihre Engineering-Zeit dort, wo sie den größten Impact auf die Zuverlässigkeit hat.

Welche Rolle spielt KI bzw. Machine Learning in der Weiterentwicklung der Datadog Plattform?

KI ist für uns kein Modewort, sondern ein Werkzeug zur Bewältigung der Datenflut. Mit Watchdog nutzen wir ML, um Anomalien automatisch zu erkennen – bevor ein Schwellenwert Alarm schlägt. Ganz aktuell setzen wir massiv auf Bits AI, unseren generativen KI-SRE-Agenten. Bits hilft Teams, Incidents in natürlicher Sprache zu untersuchen, Ursachenanalysen (Root Cause Analysis) zu automatisieren und sogar Code-Fixes vorzuschlagen. Das Ziel: Die “Mean Time to Resolution” (MTTR) drastisch zu senken, indem die KI die mühsame Korrelationsarbeit übernimmt.

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Welchen Mehrwert erzeugt es tatsächlich, wenn man einen besseren Überblick über die IT hat?

Wissen ist Effizienz. Ein konkretes Beispiel: Ein globaler Logistiker konnte durch Datadog seine Cloud-Kosten um 20% senken, weil wir ungenutzte Ressourcen sichtbar gemacht haben. Der wahre Mehrwert liegt aber in der Geschwindigkeit. Wenn Ihre Teams nicht mehr zwei Stunden in einem “War Room” sitzen, um den Fehler zu suchen, sondern durch unsere Plattform in zwei Minuten die defekte Code-Zeile finden, gewinnen Sie Innovationszeit.

Beispiel: Ein Kunde im Finanzsektor nutzt unsere Plattform, um die Performance seiner Mobile-Banking-App direkt mit den Transaktionsraten zu korrelieren. Sinkt die Performance, sieht das Business sofort den potenziellen Umsatzverlust.

Was sind die größten kulturellen Hürden, um Observability wirklich zu verankern?

Die Technik ist oft das kleinste Problem. Die größte Hürde ist das “Silo-Denken”. Oft wird Monitoring als Aufgabe der “Operations” gesehen. Wahre Observability braucht aber eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung (Business – DevSecOps). Es erfordert Mut zur Transparenz. Teams müssen bereit sein, Daten zu teilen und Fehler als Lernchance zu begreifen. Wir unterstützen diesen Wandel, indem wir eine Plattform bieten, auf der Entwickler, Admins und Security-Experten dieselbe Sprache sprechen.

Wie geht Datadog mit Anforderungen an Datenschutz und Compliance um – insbesondere in Österreich?

Datenschutz ist in Europa, und speziell in Österreich mit der strengen Auslegung der DSGVO, nicht verhandelbar. Wir haben massiv in lokale Datenhaltung (EU-Region in Frankfurt) investiert. Zudem bietet Datadog Funktionen wie den Sensitive Data Scanner, der PII (Personally Identifiable Information) automatisch erkennt und maskiert, bevor sie überhaupt in der Cloud gespeichert werden. Wir sind SOC2-konform und unterstützen Kunden in hochregulierten Branchen wie dem Banken- oder Gesundheitswesen dabei, ihre Compliance-Vorgaben automatisiert zu überwachen.

Wie sieht die Zukunft aus (Serverless, Edge, Hybride Cloud)?

Die Zukunft ist hyper-verteilt. Wir sehen einen klaren Trend zu hybriden Multi-Cloud-Strategien. Unternehmen wollen sich nicht von einem Provider abhängig machen. Datadog investiert stark in die Sichtbarkeit von Serverless (wie AWS Lambda) und Edge-Computing, wo Rechenleistung näher zum Nutzer rückt. Unsere Vision ist es, dass es für den IT-Leiter völlig egal ist, wo ein Workload läuft – ob im eigenen Rechenzentrum in Linz oder in der Cloud. Die Observability muss nahtlos und grenzenlos sein.

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