
Der Confare-Community sind Events und Kongresse nicht fremd. Was dabei oft in den Hintergrund gerät, sind die Unsung Heroes der Gastronomie, die Gäste bei Laune halten. Wir unterhalten uns mit Benjamin Mayr von Del Fabro Kolarik Business. Wie COVID die Gastronomie verändert und vieles mehr, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.
Wie haben sich der Getränkehandel und die Nachfrage im Premiumsegment in den letzten Jahren verändert – was davon ist nachhaltig, was war ein kurzfristiger Covid-Effekt?
Covid war kein Trend, sondern ein Katalysator. Die Pandemie hat den Konsum stark ins Private verlagert, kurzfristig den Online-Handel beschleunigt – und dazu geführt, dass E-Commerce-Lösungen wie feingeist.at in Rekordzeit entstanden sind.
Nachhaltig geblieben ist vor allem: Menschen konsumieren bewusster. „Weniger, aber besser“ ist kein Schlagwort mehr, sondern die Realität.
Gleichzeitig haben sich sprunghafte Effekte – etwa einzelne Hypes rund um Gin Tonic oder Premium-Champagner – wieder normalisiert. Viele Online-Tastings sind zurück zu echten Erlebnissen gewandert. Geblieben ist aber, dass alles schneller, digitaler und noch kundenzentrierter geworden ist: Prozesse, Kommunikation und Service werden heute stärker vom Kunden gedacht – und genau das prägt den Premium-Getränkemarkt weiterhin.
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Welche Trends im Getränkemarkt sollten Unternehmen kennen, wenn sie ihre Kundenerlebnisse oder internen Events zeitgemäß gestalten wollen?
Der klar stärkste Trend im Event-Kontext sind hochwertige alkoholfreie und alkoholarme Alternativen (No & Low).
Das wird immer mehr zum Standard und wird auch zunehmend erwartet – ähnlich wie früher bei vegetarischen Gerichten im Wirtshaus: Heute wäre es undenkbar, keine Option zu haben. Und genauso reicht es beim Getränk nicht mehr, „Soda-Zitrone“ hinzustellen. Inzwischen gibt es eine riesige Auswahl: Wir führen aktuell über 100 No & Low Getränke – von Verjus über Bitterlimonaden bis hin zu entalkoholisierten Weinen und Schaumweinen und sehr komplexen Proxies. Das zeigt, wie stark dieses Segment gewachsen ist.
Und auch beim Aperitivo-Moment hat sich die Welt verändert: Früher gab es neben Aperol gefühlt kaum Auswahl – heute ist Aperol eine Option von vielen. Im Weinbereich sehen wir ein zartes Wachstum beim Rosé – vermutlich auch, weil die Angebote seriöser und besser geworden sind.
Unterm Strich ist das alles vor allem eines: besser für den Konsumenten – und besser fürs Erlebnis.
Covid hat Gastronomie und Veranstaltungsbranche stark durchgeschüttelt. Welche langfristigen Folgen seht ihr heute noch in Einkauf, Sortiment und Logistik?
Covid hat eines gezeigt: Resilienz ist kein Nice-to-have. In der Beschaffung heißt das, breiter aufgestellt zu sein und Partnerschaften auf Augenhöhe zu pflegen. Im Sortiment heißt es, konsequent auf Relevanz zu setzen – nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. In der Logistik ist die Latte dauerhaft höher: Die Erwartung an Zuverlässigkeit, Planbarkeit und Flexibilität ist spürbar gestiegen. Das hat uns in die Karten gespielt, weil wir hier schon sehr gut aufgestellt waren – und weiter massiv investiert haben.
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Inwieweit beeinflusst Digitalisierung euren Getränkehandel – von Beschaffung bis Kundenservice – und was bedeutet das für feingeist.at?
Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein klares Serviceversprechen. Im Firmenkundengeschäft geht es darum, Bestellprozesse einfacher, transparenter und effizienter zu machen. Digitale Lösungen erleichtern den Alltag enorm – ersetzen aber nicht das Persönliche. Gerade im Business-Kontext braucht es Beratung, Verkostungen und Erfahrung, etwa wenn es um die Menge von Getränken für Events geht. Das kann und soll Digitalisierung nicht ablösen.
Mit feingeist.at haben wir diesen Gedanken konsequent weitergedacht – aus einer anderen Perspektive. Wir wollten auch Privatkunden den Zugang zu unserem Sortiment ermöglichen und unsere gastronomische Kompetenz digital übersetzen. Feingeist.at steht für Orientierung, Vielfalt und Qualität.
Viele Unternehmen wollen über Arbeitsumfeld und Kultur Employer Branding stärken. Welche Rolle können sorgfältig kuratierte Getränke-Angebote dabei spielen?
Eine viel größere, als viele glauben – weil Kultur im Alltag entsteht, nicht auf der Karriereseite. Wenn man Menschen ernst nimmt, muss man auch ihre Versorgung ernst nehmen. Das ist kein „Nice-to-have“, das ist Wertschätzung in der Praxis.
Und ja: Der Obstkorb reicht nicht mehr. Dafür haben sich die Bedürfnisse von Arbeitnehmer:innen zu stark verändert. Heute geht es darum, dass sich Menschen wirklich mitgedacht fühlen – vom guten Kaffee über ernstzunehmende alkoholfreie Optionen bis hin zu bewusst ausgewählten Getränken für Meetings oder besondere Momente. Wer hier gut aufgestellt ist, sendet ein klares Signal: Wir kümmern uns.
Nachhaltigkeit ist im F&B-Sektor zentral. Welche Erwartungen stellen Kund:innen heute an Herkunft, Verpackung oder Lieferkette?
Nachhaltigkeit ist heute keine Zusatzanforderung mehr, sondern Grundannahme. Kund:innen erwarten Transparenz bei der Herkunft, weniger Verpackung und vor allem eine Lieferkette, die das im Alltag wirklich mitträgt – und einen Partner, der diese Werte ernst nimmt.
Entscheidend sind weniger große Worte als funktionierende Lösungen. Deshalb ist Mehrweg für viele Firmen ein echtes Entscheidungskriterium – und etwas, das viele Anbieter im Büro- und Firmenkundensegment schlicht nicht leisten können. Für uns ist das Alltag: Mehrweg ist in der Gastronomie Standard – und genau diesen Service bieten wir auch in der Büroversorgung an. Wir nehmen Ihr Einweg- und Mehrwegpfand direkt bei der Zustellung mit.
Wenn ihr einen Blick in die Zukunft wagt: Welche Getränke- oder Genuss-Trends werden 2026/27 bestimmend sein?
Ich sehe zwei parallele Entwicklungen. Einerseits Leichtigkeit: niedrig alkoholisch, frisch, unkompliziert. Andererseits eine Renaissance des Besonderen – gereifte Weine, Raritäten, Produkte mit Geschichte.
Genuss wird bewusster, aber nicht asketischer. Die Menschen suchen Qualität, Sinn und Erlebnis. Wer das versteht, wird auch in Zukunft relevant bleiben.


