Hemma Bieser fordert: Mädchen für MINT-Fächer und Entrepreneurship begeistern!

by Annecilla Sampt

Hemma Bieser gründete 2011 die Innovation Company avantsmart mit dem Ziel, Innovation und Nachhaltigkeit für Unternehmen gewinnbringend zu machen. Als Gründerin genießt sie es, selbstbestimmt zu arbeiten, eigene Visionen zu entwickeln und diese gemeinsam mit Partnern umzusetzen. Im Blog spricht sie über ihre Erfahrungen in der Start-up Szene, die größten Herausforderungen für Gründerinnen und was Männer anders machen.

Frauen sind in der Start-up Szene selten. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Als GründerIn und UnternehmerIn habe ich die Möglichkeit, selbstbestimmt zu arbeiten, zu entscheiden, was ich mache und was nicht. Ich kann meine eigene Vision entwickeln, mir gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern Ziele setzen und an der Umsetzung arbeiten. Diese Gestaltungsmöglichkeiten finden sich in großen Unternehmen und Organisationen kaum. Das war der Hauptgrund für mich, ein Unternehmen zu gründen.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der Start-up Szene gemacht? Werden Frauen akzeptiert?

Es gibt relativ wenige Frauen in der Start-up Szene. Speziell im Energiebereich, in dem ich tätig bin, kann man sie an einer Hand abzählen. Die, die es aber geschafft haben, die sind wirklich gut und werden aufgrund ihrer Kompetenz auf jeden Fall akzeptiert.

Gibt es einen Unterschied zwischen GründerINNEN und ihren männlichen Kollegen?

Ich glaube, bei der Frage landen wir schnell wieder bei gängigen Klischees.
Männer sind sehr gut darin, auch nur Ideen und unfertige Produkte zu verkaufen. Das ist für Start-ups total wichtig, weil Geldgeber oft in Ideen und Potenziale investieren.
Frauen findet man häufig im Bereich Social Entrepreneurship oder in Marketing- und Kommunikations-Rollen.

Der Anteil an GründerINNEN liegt in Europa bei knappen 15 %. Was braucht es, um diesen Anteil zu erhöhen?

Start-ups im engeren Sinne entwickeln eine Technologie, die ein hohes Skalierungspotenzial hat. Hier beginnt das Problem damit, dass wir zu wenig Mädchen und Frauen in den MINT-Fächern haben. Wir müssen schon in den Schulen verstärkt damit beginnen, Mädchen für Technik zu begeistern, und ihnen gleichzeitig die Option „ich werde Unternehmerin“ schmackhaft machen. Es gibt bereits Angebote an den Schulen, wie z. B. der Unternehmerführerschein. Diese Aktivitäten müssten noch ausgeweitet werden.

Was sind die größten Herausforderungen für GründerINNEN? Welche Hürden gibt es?

Die Herausforderungen sind für Gründer und Gründerinnen die gleichen. Speziell im B2B-Bereich ist es schwierig, zu tatsächlichen Aufträgen zu kommen. Entwicklungspartnerschaften zwischen Corporates und Start-ups sind eine tolle Möglichkeit. Allerdings braucht es viel Durchhaltevermögen bei den Start-ups, da die Entscheidungen bei den Auftraggebern oft wirklich lange dauern.

Welche Tipps würden Sie Frauen mit auf den Weg geben, die ein Start-up gründen möchten?

Ein Start-up zu gründen bedeutet in der Regel, dass man etwas Bestimmtes zum ersten Mal macht. Da gibt es sofort jede Menge Experten, die einem erklären, was alles nicht geht. An die eigene Idee und die eigenen Fähigkeiten glauben, sich nicht unterkriegen lassen und ständig lernen, sich weiterentwickeln und neugierig bleiben, das würde ich jeder Gründerin mitgeben.

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