Michael Ghezzo – Male Ally – Über Ergebnisse lässt sich nicht streiten

Frauen erfahren – nach wie vor – implizite und explizite Diskriminierung in der IT. Ein System, das von Männern geschaffen wurde. Male Allyship bedeutet, sich dieser Systeme als Mann bewusst zu werden und das „Aufräumen“ der Roadblocks nicht alleine den Frauen zu überlassen.
Einige Einblicke in die Sichtweise von Confare Gründer Michael Ghezzo zu diesem Thema finden Sie in diesem Blog. Wer sich allerdings genauer damit beschäftigen und selbst mithelfen möchte, registriert sich am besten für den Abend des 23. Juni 2026: „Machtgebiete – Unter Männern. Über Macht | Male Only“ in München.
Was bedeutet es für Dich persönlich, ein „male ally“ zu sein, und warum braucht es mehr Männer, die sich aktiv für Gleichstellung in der IT einsetzen?
Ehrlich gesagt habe ich mich selbst lange nicht mit diesem Begriff beschäftigt. Für mich geht es weniger um Bezeichnungen als um Verantwortung.
Was ich allerdings seit vielen Jahren tue, ist Menschen sichtbar zu machen, Netzwerke zu öffnen und Chancen zu schaffen. Das gilt für CIOs, Nachwuchskräfte und ganz besonders für Frauen in der IT. Mit dem Confare Female IT-Mentoring begleiten wir seit vielen Jahren Frauen auf ihrem Karriereweg und schaffen Begegnungen, die oft weit über das Programm hinaus wirken.
Geprägt hat mich dabei auch die Zusammenarbeit mit Barbara Klinka-Ghezzo. Wir führen Confare seit vielen Jahren gemeinsam und auf Augenhöhe. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Zugänge haben wesentlich dazu beigetragen, dass Confare zu dem geworden ist, was es heute ist. Viele unserer erfolgreichsten Initiativen sind aus diesem Zusammenspiel entstanden. Das hat mir gezeigt, wie wertvoll Vielfalt für Entscheidungen, Innovation und nachhaltigen Unternehmenserfolg ist.
Male Ally zu sein bedeutet für mich deshalb vor allem, die eigene Position zu nutzen, um anderen Chancen zu eröffnen, Talente zu fördern und aktiv dazu beizutragen, dass mehr Menschen ihren Platz in unserer Branche finden.
Welche Hürden bremsen aus Deiner Sicht Vielfalt und Chancengleichheit in der IT noch immer?
Ein wesentlicher Faktor ist Sichtbarkeit. Viele junge Frauen sehen nach wie vor zu wenige Vorbilder in technischen Berufen und Führungsrollen. Gleichzeitig entstehen Karrieren oft über Netzwerke, Empfehlungen und persönliche Kontakte. Wer keinen Zugang dazu hat, startet mit einem Nachteil.
Dazu kommen überholte Vorstellungen darüber, wer in der IT erfolgreich sein kann. Die Realität moderner IT-Organisationen sieht längst anders aus. Erfolgreiche Teams leben von unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen.
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Warum wird Diversität in vielen Unternehmen noch immer zu wenig als Führungsaufgabe verstanden?
Weil das Thema häufig an HR delegiert wird. Die entscheidenden Hebel liegen aber bei Führungskräften. Sie entscheiden über Einstellungen, Entwicklungsmöglichkeiten, Projektverantwortung und Sichtbarkeit.
Wenn Unternehmen Vielfalt ernst nehmen, muss sich das in konkreten Entscheidungen zeigen. Wer wird gefördert? Wer bekommt Verantwortung? Wer wird sichtbar gemacht? Das sind Führungsfragen.
Worauf kommt es in der Kommunikation rund um Gleichstellung an, damit sie glaubwürdig bleibt?
Glaubwürdigkeit entsteht durch Konsequenz. Menschen erkennen sehr schnell, ob ein Unternehmen Gleichstellung tatsächlich lebt oder lediglich darüber spricht.
Deshalb halte ich konkrete Maßnahmen für wichtiger als große Botschaften. Mentoring-Programme, sichtbare Vorbilder, faire Entwicklungsmöglichkeiten und eine Kultur des gegenseitigen Respekts schaffen Vertrauen. Kommunikation sollte zeigen, was tatsächlich passiert.
Setzen Sie auch konkrete Maßnahmen, um Frauen in der IT zu fördern. Die Confare Female IT-Mentorings finden in Wien, Frankfurt, Zürich und Salzburg statt. HIER selbst anmelden oder Frauen aus Ihrem Team fördern!
Welche Rolle spielen Recruiting und Unternehmenskultur dabei, ob sich unterschiedliche Menschen in einem Unternehmen willkommen fühlen?
Eine sehr große. Recruiting entscheidet, wer die Chance bekommt, Teil einer Organisation zu werden. Die Unternehmenskultur entscheidet, ob Menschen bleiben, sich entwickeln und Verantwortung übernehmen wollen.
Meine eigene Erfahrung zeigt, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven sein können. Die Zusammenarbeit von Barbara und mir hat Confare über viele Jahre geprägt. Viele Entscheidungen wären ohne diesen unterschiedlichen Blick auf Themen vermutlich anders ausgefallen. Vielfalt ist deshalb für mich keine Frage von Symbolik, sondern eine Frage besserer Entscheidungen und erfolgreicher Zusammenarbeit.
Wie geht man mit Skepsis oder Widerständen gegenüber Gleichstellungsinitiativen um?
Indem man sachlich bleibt und über konkrete Erfahrungen spricht. Es geht nicht darum, jemanden auszuschließen oder zu benachteiligen. Es geht darum, Potenziale besser zu nutzen und Chancen breiter zu verteilen.
Die überzeugendsten Argumente sind oft die Ergebnisse. Wenn Menschen sehen, dass Teams erfolgreicher werden, neue Ideen entstehen und Talente gefördert werden, verändert sich die Diskussion meist sehr schnell.
Welche Verantwortung tragen Führungskräfte und Expert:innen dabei, mehr Frauen für IT und Technologie zu begeistern?
Eine große Verantwortung. Junge Menschen orientieren sich an Vorbildern und an den Chancen, die sie in einer Branche erkennen können.
Wer Führungsverantwortung trägt, sollte sich regelmäßig fragen: Wen fördere ich? Wen mache ich sichtbar? Wem eröffne ich Möglichkeiten? Genau dort beginnt Veränderung.
Deshalb engagieren wir uns bei Confare seit vielen Jahren für Initiativen wie das Female IT-Mentoring oder Livin IT Young Perspectives. Menschen brauchen Gelegenheiten, Kontakte und Unterstützung, um ihren Weg zu finden.
Was erwartet die Besucher beim Event „Unter Männern – Über Macht“ konkret?
Ich erwarte einen offenen und ehrlichen Austausch über Verantwortung, Einfluss und die Frage, welchen Beitrag Männer leisten können, damit Chancengleichheit selbstverständlich wird.
Dabei geht es nicht um theoretische Diskussionen, sondern um Erfahrungen aus der Praxis. Wie können Führungskräfte Talente fördern? Wie entstehen faire Chancen? Welche Verantwortung tragen wir selbst?
Ich freue mich auf unterschiedliche Perspektiven und auf Gespräche, die konkrete Impulse für den eigenen Führungsalltag mitnehmen lassen. Genau solche Diskussionen helfen dabei, voneinander zu lernen und neue Blickwinkel zu gewinnen.
Er ist dabei – sind Sie es auch?
Unter Männern, über Macht: Confare Gründer Michael Ghezzo treffen Sie beim Machtgebiete Abend.Ein Abend für Männer, die führen und die längst verstanden haben, dass moderne Macht heute zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Wir lesen aus dem Bestseller „Machtgebiete”, diskutieren auf Augenhöhe mit C-Level-Stimmen und lassen den Abend mit gutem Essen und einem DJ-Set von Gitta Saxx ausklingen. Gastgeber ist MINI Deutschland im MINI Pavillon in München.
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