Flexibilität und Innovation oder Softwarefehler und Vendor Lock-In? Für Erfolg mit Cloud und SaaS braucht es den Bick auf das grosse Ganze

by Stephanie Ellemunter

ICT ist Kern der Wachstumsstrategie von A1 im Geschäftskundenmarkt, Martin Fluch verantwortet den ICT Services Bereich seit vielen Jahren, ist Confare #CIOAWARD Preisträger und profunder Kenner des ICT-Marktes. In der Vorbereitung des kommenden Confare Factsheets zu Cloud und as a Service Geschäftsmodellen in Zusammenarbeit mit DELL Technologies haben wir uns Martins wichtigste Tipps abgeholt, was den erfolgreichen Einsatz solcher Angebote ausmacht und was man als IT-Manager dabei beachten sollte. 

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Welchen Beitrag leisten Cloud- und as a Service Angebote für die Innovations-Fähigkeit und Transformation von Unternehmen?

Geschwindigkeit in der Adaption von Unternehmen an Bedürfnisse des Marktes und insbesondere der Kunden stellt eine der wichtigsten Säulen von unternehmerischem Erfolg dar. As a Service Modelle ermöglichen es dabei kurzfristig Infrastrukturen und Applikationen zu konsumieren, auszubauen oder, im Falle einer notwendigen Änderung, auch wieder zu reduzieren. Die IT „atmet“ sozusagen schneller im Takt des Bedarfs und kann den Weg der Transformation auch iterativ gehen und dabei lernen.

Gerade Software as a Service bringt mit üblicherweise großen Kundenzahlen und schnellen Updatezyklen eine stetige Verbesserung, die direkt bei den Nutzern in Form von neuen, gut durchdachten Funktionen, ankommt.

Wo sind die wichtigsten Einsatzbereiche von Cloud- und as a Service Modellen im Unternehmen?

Die liegen überall dort, wo kurze Innovationszyklen, stetiges Nachsteuern und Optimieren gefordert ist, volatile IT-Lasten vorliegen oder moderne IT-Applikationen betrieben werden.

Cloud und As a Service sind ein weiteres Werkzeug für IT Manager in der Leistungserbringung und Fokussierung auf Kernkompetenzen der Unternehmens-IT.

Welche Anforderungen gibt es an Anbieter von as a Service Leistungen? Was sind die Stärken und Schwächen der aktuellen Angebote?

Martin Fluch, A1

Viele Anforderungen unterscheiden sich nicht von klassischer Leistungserbringung (Sicherheit, Verfügbarkeit, IT Compliance, Effizienz …), hinzukommen regulatorische Anforderungen betreffend Rechtsraum/Standort,  zur Skalierbarkeit oder zur Nutzung der Daten über APIs.

Die größten Stärken sind sicher in der Skalierbarkeit und Geschwindigkeit der Weiterentwicklung zu suchen, Nachteile sind primär im Bereich der Daten Souveränität (vor allem bei den üblicherweise amerikanischen Groß-Anbietern) zu finden, glücklicherweise gibt es hier zwischenzeitlich auch in Europa gute Anbieter, die außerhalb des US-Einflusses stehen (z. B. http://www.exoscale.eu)

Wie verändern Cloud- und as a Service Nutzung die Aufgaben und Rolle der IT?

Cloud und Service Nutzung verschieben weiter Kapazitäten von eigentlicher System Operation zu Management von Anbietern und ganzen Umgebungen bzw. Plattformen. Die zunehmende Verbreiterung von IT-Kompetenzen über das gesamte Unternehmen und die unterschiedlichsten xAAS Angebote am Markt machen es für Unternehmen zusehends schwieriger eine stringente Architekturentwicklung zu sichern. Eine solche ist aber zwingende Voraussetzung, um aus der Vielzahl an Services und Daten auch einen Mehrwert für Kunden zu generieren. Genau dort sehe ich eine der zentralen Aufgaben der IT -> orchestrierendes Bindeglied mit Blick auf das Ganze.

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Was braucht es, um eine hybride Cloud- und SaaS-Umgebung erfolgreich zu managen?

Das ist nicht leicht zu sagen und kommt drauf an. Auch bei aller vermeintlichen Einfachheit der neuen Applikationen stehen dahinter komplexe IT-Systeme, deren Zusammenhang und Wechselwirkung auf Fancy Powerpointfolien nicht zu durchschauen ist. IT-Knowhow ist daher auch in Zeiten von Cloud en vogue, wenn es sich um eine Unternehmens-IT handelt und nicht nur um 0815 Enduseranwendungen.

Je nach Größe können Umbrella Management Systeme helfen, darüber hinaus klare Vorgaben zum Thema IT Compliance, Subscription- und API Management sowie Architektur.

Wo sind dabei die größten Hürden?

Sehr oft geht man mit einem Cloud Anbieter auch eine Eco System „Wette“ ein. Ein Vendor Lock-in ist oft die Folge und wenn man diesen eingeht, muss das bewusst erfolgen. Cloud und Subscription Modelle sind nicht überall von Vorteil, es gibt nicht Weiß und Schwarz, sondern es bedarf einer genauen Analyse, welche Leistung, welche Applikation oder Infrastruktur die Vorteile bestmöglich ausnutzen kann.

Üblicherweise sind Anbieter von Subscription bzw. Cloud Modellen aktiver im Upselling und adressieren oft die Endnutzer „direkt“ mit neuen „tollen Features“; das kann IT-Budgets unter Druck bringen, es rät sich entsprechende interne Verrechnungssysteme bzw. Approval-Werkzeuge einzurichten. In Summe überwiegen aus meiner Sicht die Vorteile die Nachteile, solange man sich der Herausforderungen bewusst ist und diese gezielt adressiert.

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