Exklusiv in der Kolumne mit Markus Czerner: Mentoring: Die Wahrheit, die sich viele nicht eingestehen wollen
„Mentoring brauche ich nicht. Das schaffe ich alleine.“ Ich habe diesen Satz selbst geglaubt. Und genau deshalb weiß ich heute, wie gefährlich er ist.
Denn er klingt nach Stärke – ist aber oft nichts anderes als verkleidete Angst. Angst davor, sich spiegeln zu lassen. Angst davor, sich eingestehen zu müssen, dass man blinde Flecken hat.
Wer alles alleine machen will, bleibt irgendwann stehen
Wir glorifizieren Unabhängigkeit.
Selbstbestimmung.
„Selfmade“.
Was wir dabei gerne übersehen:
Fast niemand, der wirklich etwas erreicht hat, ist diesen Weg alleine gegangen. Die meisten Menschen scheitern nicht an fehlendem Talent. Sie scheitern daran, dass sie zu lange versuchen, alles selbst zu regeln.
Und ja – das fühlt sich zunächst gut an.
Man hat die Kontrolle.
Man muss sich niemandem erklären.
Aber genau das wird irgendwann zum Problem.
Vorbilder und Branchenikonen treffen Sie beim Confare CIOSUMMIT Wien am 25. & 26.03.2026 – dem größten und einflussreichsten IT-Management-Treffpunkt Österreichs. HIER anmelden
Mentoring ist kein Wohlfühlprogramm
Ein Mentor ist nicht dafür da, dir einen Plan zu schreiben, den du nur noch abarbeitest. Wer das erwartet, sucht keine Entwicklung, sondern Entlastung.
Ein Mentor stellt Fragen, die nerven.
Er sagt Dinge, die du nicht hören willst.
Er konfrontiert dich mit Entscheidungen, vor denen du dich drückst.
Und er tut etwas, das viele als Zumutung empfinden:
Er lässt dich Fehler machen.
Nicht aus Gleichgültigkeit – sondern aus Respekt. Weil Wachstum ohne eigene Erfahrung eine Illusion ist.
Wer keine Fehler machen will, sollte keinen Mentor suchen
Das ist die unbequeme Wahrheit. Ein Mentor nimmt dir weder das Scheitern ab noch den Schmerz. Er sitzt nicht neben dir, wenn es schiefgeht – aber er wartet danach auf dich. Mit einer Perspektive, die du selbst nicht hattest.
Genau darin liegt sein Wert.
Ehrlicher Rat ist selten bequem – aber immer wertvoll
Ich misstraue Mentoring, das nur motiviert. Das streichelt. Das alles relativiert.
Ein echter Mentor packt seinen Rat nicht in Watte.
Er sagt, wenn du dich selbst sabotierst.
Er sagt, wenn dein Ego größer ist als dein Ergebnis.
Und er hält es aus, wenn du das im ersten Moment nicht hören willst.
Die richtige Mentorin finden, leicht gemacht. Beim Confare Female IT-Mentoring treffen Sie erstklassige Mentorinnen aus allen Ecken der IT. HIER anmelden.
Mentoren muss man sich manchmal verdienen – oder bezahlen
Nicht jeder Mentor fällt einem zufällig in den Schoß.
Manche muss man aktiv suchen.
Und ja, manchmal kostet das Geld.
Aber wer an dieser Stelle spart, zahlt später einen höheren Preis:
Zeit.
Umwege.
Wiederholte Fehler.
Ich kenne kein Investment mit höherer Rendite als ein ehrliches Gegenüber, das weiter ist als man selbst.
Mein Fehler – und meine Erkenntnis
Ich habe lange geglaubt, Mentoring sei etwas für Menschen, die noch nicht so weit sind.
Heute weiß ich:
Mentoring ist für Menschen, die weiter wollen.
Der Gedanke, alles alleine schaffen zu müssen, ist kein Zeichen von Stärke. Er ist ein Trugschluss.
Mein Fazit
Wenn du niemanden hast, der dir widerspricht, wenn niemand deine Entscheidungen hinterfragt, wenn dir niemand unbequeme Wahrheiten sagt – dann hast du kein Mentoring.
Dann hast du ein Echo.
Und Echos bringen niemanden voran.



