CIO Summit Expertin verrät, worauf es Millennials bei Führungskräften ankommt

by Alp Keser

#HowToConfuseAMillennial
Unter diesem hashtag machte sich vor knapp 2 Jahren u.a. die Baby Boomer Generation über die Millennials a.k.a. Generation Y lustig. Schnell kam der Gegenschlag. Die älteren Generation wurden für Probleme in Politik und Gesellschaft verurteilt, und dafür, dass die jüngeren Generationen die Folgen dafür zu tragen haben. Aber zum Glück ist dieser Konflikt schon sowas von 2016.

Martina Gleissenebner-Teskey beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Charismatische Führung als stärksten Treiber von System-Veränderung und -Entwicklung. Sie ist außerdem Keynote Speaker auf Österreichs größtem und wichtigsten IT-Treffpunkt, dem Confare CIO Summit 2019 in Wien. Wie sich Führung im Zeitalter der Digital Natives weiterentwickeln muss, schreibt sie in diesem Kommentar.

Es ist schon viel über die junge Generation, über die scheinbar immer noch unbekannte Gattung der Digital Natives geschrieben worden und ich will mich hier nicht wiederholen. Was mir im Kontext zu Führung aber als wesentlich erscheint, ist eine Eigenschaft, die ich als „authentische Souveränität“ bezeichnen möchte.

GleissenebnerWas sowohl Studien (hier finden Sie die aktuelle Millennial-Studie von Deloitte) als auch Praxiserfahrungen (exemplarisch dazu im Video die Aussage von Erika Meinolf, Leiterin der Abteilung Personal und Recht der NÖ Landeskliniken-Holding und u.a. zuständig für die Personalentwicklung der rund 21.500 MitarbeiterInnen der Landeskliniken) zeigen, ist, dass die jungen Menschen nicht nur viel von sich selbst halten – das Kernziel der Erziehungsmethoden, die in den letzten Jahrzehnten propagiert wurden, war ja genau das Erziehen selbständig denkender, selbstbewusster Menschen – sondern sich im Umkehrschluss auch nicht von Positionstiteln beeindrucken lassen, sondern einzig und allein durch Menschen, die ihnen durch ihr erfolgreiches Handeln zum Vorbild gereichen können.

„Tun!“, lautet die Devise – denn reden können die Millennials schon selbst.

Diese junge Generation, die oft zu glauben scheint, schon alles zu wissen und das auch noch besser, fordert Führungskräfte heraus, selbst jung und flexibel im Kopf zu bleiben, sich nicht auszuruhen auf einmal erworbenen Fähigkeiten und Lorbeeren, sondern stets weiter zu denken und zu handeln. Und das allein ist noch nicht genug. Das Denken und Handeln sollte auch mehrheitlich erfolgreich sein.

Und da kommt der Anspruch der „authentischen Souveränität“ ins Spiel: Souveränität ist zu einem großen Teil das Ergebnis von Erfahrung. Wer erst mit einer Sache beginnt, kann Souveränität höchstens vorschützen, aber nie souverän sein.

Die unausgesprochenen Fragen, die junge Menschen an ihre Führungskräfte stellen, lauten:

  • Bist du souverän (= „überlegen“) genug, um mich etwas lehren zu können?
  • Stehen dein Wissen und deine Erfahrung tatsächlich über meinem Wissen und meiner Erfahrung?

Nur wenn du das kannst, werde ich dir folgen. Nur wenn du das kannst, kannst du mich bewegen.

Die Conclusio ist erstaunlich: Millennials brauchen zwar Führungskräfte, die im Denken und Handeln flexibel und jung bleiben, aber gleichzeitig im besten Sinne „erwachsene“, nämlich reife Menschen, die ihnen Orientierung und Halt geben können, die nicht beim ersten Windstoß umfallen und sich ängstlich an alte Prozedere klammern. Die vorwärts denken und gleichzeitig die Erfahrungspunkte in ihrer Vergangenheit so verbinden können, dass sie zum Treffen nachhaltig richtiger Entscheidungen befähigt sind.

GleissenebnerDiesen Spagat zu leisten, das mag im ersten Moment schwierig erscheinen; die Reaktion „Was soll ich denn noch alles machen?!“ scheint aufgelegt – aber eigentlich ist dieser Spagat der Inbegriff des Mensch-Seins an sich. Der Mensch hat die Möglichkeit, bis an sein Sterbebett zu lernen und zu wachsen. Die Fähigkeit, neue neuronale Verschaltungen im Gehirn herzustellen – also immer neu denken und handeln zu können – ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, die wir aus Gewohnheit einfach nicht genug nützen (Lektüreempfehlung: „Schnelles Denken, Langsames Denken“, Daniel Kahnemann). Dabei gleichzeitig den Schatz an Erfahrung und Erkenntnissen aus der Vergangenheit nicht einfach über Bord zu werfen, sondern immer wieder einer Neubewertung zu unterziehen, ist eine Übung, die moderne Führungskräfte zu leisten gefordert sind.

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Treffen Sie Martina Gleißenebner-Teskey als Keynote Speaker bei Österreichs größtem IT-Treffpunkt, dem Confare CIO SUMMIT am 3. & 4. April 2019 in Wien. Zahlreiche hochkarätige IT-Manager, Speaker und Top-Unternehmen des IT-Marktes wirken mit.

Und Sie? Die Teilnahme ist für CIOs, CDOs, IT-Manager und Fachbereichs-Manager kostenfrei. Melden Sie sich noch heute an!

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