Dorothee Ritz – Mit Know How und Technologie die Welt retten

by Annecilla Sampt

Dorothee Ritz, General Managerin von Microsoft Österreich hat sich zur Aufgabe gemacht, die digitale Transformation in Österreich aktiv mitzugestalten. Mit großer Begeisterung für die neuen Möglichkeiten die Digitalisierung, Cloud, AI mit sich bringen, hat sie sich in einer männerdominierten Welt durchgesetzt. Im Blog fordert sie mehr Frauen für die Tech-Branche.

Frauen auf dem Vormarsch

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Frauen sind in der IT-Branche immer noch selten. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Ich wollte immer etwas arbeiten, was nützlich ist und Menschen hilft – erst war es das Internet, was mich fasziniert mit dem riesigen Potential Wissen zu vermitteln und zu kommunizieren. Heute ist es das Potential der Digitalisierung, der Cloud, der Artifiziellen Intelligenz und den Möglichkeiten, damit die Umwelt besser zu machen, Ernährung & Wasserversorgung zu sichern, Krankheiten auszurotten oder mehr Kindern Bildung zu ermöglichen. Wir können Autofahren sicherer machen und Leben retten. Das ist eigentlich kein IT Job.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der IT-Branche gemacht? Werden Frauen in Ihrer Branche akzeptiert?

Leider ist es in der IT-Branche häufig noch immer so, dass klassische Rollenbilder Frauen daran hindern, eine Karriere in diese „Männerdomäne“ einzuschlagen. Die Haltung „Was wissen Frauen denn eigentlich über Technik?“ ist oft noch normal. Diese gesellschaftlichen Stereotypen führen dazu, dass viele junge Frauen, die sich eine Karriere in diesen Branchen vorstellen könnten, schnell den Mut verlieren. Gleichzeitig haben Frauen auch in punkto Bezahlung nach wie vor mit massiven Benachteiligungen zu kämpfen: so verdienen laut OECD Studie Frauen in Österreich durchschnittlich noch immer rund 17 % weniger als ihre männlichen Kollegen.

Es ist also unsere gesellschaftliche Aufgabe, diese bestehende Voreingenommenheit aufzuklären und wirkungsvoll aufzubrechen.

Daher bin ich besonders stolz, dass Microsoft 2016 offenlegen konnte, dass der Gender Pay Gap im Unternehmen quasi geschlossen wurde. Für jeden Dollar den ein Mann bei Microsoft verdient, verdient eine Frau im gleichen Job, auf dem gleichen Level 99,8 Dollar Cent.

Welche Rolle spielt Diversity? Schafft Diversity einen Mehrwert für Ihr Unternehmen?

In unserer zunehmend globalisierten Welt sollte nicht nur unsere Gesellschaft, sondern gleichzeitig auch unsere Belegschaften immer bunter und vielfältiger werden. Aus diesem Grund, sind wir stets auf der Suche nach qualifizierten MitarbeiterInnen und jungen Talenten, vollkommen unabhängig von deren Nationalität, Geschlecht, Alter oder Religion. Damit Diversität jedoch maßgeblicher Teil der jeweiligen Unternehmenskultur wird, ist es unerlässlich, dass Unternehmen im Rahmen ihrer Unternehmenskultur die Vielfalt ihrer Belegschaft auch wirklich erkennen, wertschätzen und langfristig richtig managen. Kulturelle Vielfalt ist für uns alle eine tolle Chance unsere Gemeinschaften und Wirtschaftsstandorte nachhaltig zu bereichern und attraktiver zu gestalten.

Wir sehen Diversität deshalb ganz klar als Wettbewerbsfaktor, denn gemischte Teams performen besser. Unsere Kunden kommen aus verschiedenen Branchen und Ländern, da ist es umso wichtiger, im eigenen Unternehmen Vielfalt zu leben.

Warum sind nach Frauen in der IT-Branche noch unterrepräsentiert? Wie kann man das ändern?

Das Problem, dass in der Tech-Branche akuter Frauenmangel herrscht ist hochaktuell: Eine aktuelle Studie die die KRC Research im Auftrag von Microsoft in zwölf europäischen Ländern durchgeführt hat, zeigt, dass das Interesse von Mädchen für MINT Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) im Alter von 11 bis 16 Jahren am stärksten ausgeprägt ist und danach rapide absinkt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits stellen klassische Rollenbilder noch immer eine enorme Herausforderung dar, andererseits müssen wir verstaubte Arbeitsmodelle überdenken und echte Vorbildwirkung für Frauen erzielen, indem wir uns verstärkt im Bildungsbereich engagieren. In rund 8 von 10 Jobs werden im nächsten Jahrzehnt grundlegende Kenntnisse in den so genannten MINT-Fächern erforderlich sein. Es ist also dringend an der Zeit, für genug Nachwuchskräfte zu sorgen und Mädchen mit an Bord zu holen.

Neben Bildung sehen wir in der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit einen weiteren Lösungsansatz. Um Frauen den Weg in die IT-Branche und in Führungspositionen zu ebnen, setzen wir auf flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten und gleiche Lohnniveaus. In unserem Unternehmen sind aktuell 35% der Belegschaft weiblich, in Führungspositionen liegt der Anteil bei 34 %. Das ist für ein IT Unternehmen schon gut, aber noch ausbaufähig.

Welche Ratschläge würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben, die in einer von Männern dominierten Branche Karriere machen wollen?

Österreich braucht Digitale Heldinnen! Der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes braucht euch und euer Know-how – lasst euch von niemandem kleinreden und verfolgt eure Ziele!

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