Confare #CIOAWARD Nominee Horst Ulrich Mooshandl: Die Digitalisierung der Post steht vor einer weiteren Beschleunigung

by Anthony Torno

Horst Ulrich Mooshandl, ist CIO der Österreichischen Post AG. IT hat das traditionsreiche Unternehmen in den letzten Jahren grundlegenden verändert. Aber da kommt noch mehr, verspricht Mooshandl im Interview anlässlich des Confare #CIOSUMMIT.

Dass er die Aufgabe als CIO nicht als bloße Rolle sondern als Mission für wahre Transformation, moderne Leadership-Konzepte und Nachhaltigkeit betrachtet, macht ihn zu einem aussichtsreichen Kandidaten für den Confare #CIOAWARD und die Auszeichnung als #TopCIO des Jahres.

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Was macht eine moderne Post aus? Welche Rolle spielt die IT dabei?

Von außen betrachtet kann man sich gar nicht vorstellen, wie viel IT in der Post steckt. Das beginnt bei unseren Zusteller*innen, eines deren wichtigsten Betriebsmittel ist das Handheld. In den Verteilzentren sorgen Maschinen und Daten dafür, dass die Sendungen richtig sortiert werden. In den Verwaltungsbereichen bildet die IT das Rückgrat für die virtuelle Zusammenarbeit. Vom Markt aus betrachtet, wird unsere Digitaloberfläche immer sichtbarer und wichtiger. Die Wahrnehmung der Post durch die Kund*innen wird immer stärker davon geprägt, wie unsere Web- und Mobile Services wie z.B. der Post App bis hin zur bank99 oder digitalen Angeboten wie shöpping, ACL (E-Commerce IT-Lösungen) oder Business Solutions funktionieren.

Die Digitalisierung bei der Post hat den Höhepunkt noch lange nicht erreicht, im Gegenteil, wir stehen vor einer weiteren Beschleunigung der Digitalisierung. Letztes Jahr hatten wir alleine im österreichischen Paketgeschäft über 3 Mrd. Daten-Events, konzernweit mehr als das Doppelte und das noch ohne die Transaktionen in unserer bank99. In Zukunft wird die Datenmenge um ein Vielfaches steigen. Das gesamte Geschäft der Post wird immer digitaler und datengetriebener. So, wie wir neue Verteilzentren bauen, investieren wir massiv in die Modernisierung und den Ausbau unserer Systeme, um uns zukunftsfit zu machen. Wir bauen unsere IT-Landschaft mit rund 6.500 Datenbanken und 700 Applikationen um, und machen sie skalierbar, damit sie in Zukunft mit vielfach höheren Anforderungen zurechtkommt.

Was sind dabei die wichtigsten strategischen Stoßrichtungen?

Wichtiger Teil unserer IT-Strategie ist es, auf der einen Seite das Geschäftsverständnis in der IT zu stärken und gleichzeitig auch das Technologie-Know-How in den Business-Bereichen auszubauen. Die totale Verschränkung der IT mit dem Business und dabei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, um gemeinsam Wert durch digitale Lösungen zu schaffen und neue Geschäftsmodelle zu gestalten, steht dabei an oberster Stelle. Dies gelingt uns, beispielsweise, durch die enge Zusammenarbeit einer agilen Arbeitsweise, einer in diesem Sinne ausgerichteten Organisations-Form oder auch das Angebot an spezifischen Schulungen. Außerdem setzen wir auf das Thema Eigenpersonalisierung. So haben wir im letzten Jahr knapp 150 neue Mitarbeitende in der IT aufgenommen.

Ihr habt einen besonderen Schwerpunkt auf IT-Business Integration – Was sind die Erfolgsfaktoren dabei?

Ich bin davon überzeugt, dass in jedem Team menschliches Vertrauen und Interesse am Erfolg des jeweils anderen ein Schlüssel für Akzeptanz und Erfolg ist.

Grundsätzlich fokussieren wir unser Denken und Handeln auf den*die Kund*in des Unternehmens. Um die unterschiedlichen Geschäftsbereiche der Post bestmöglich zu servicieren und eine integrale Zusammenarbeit zu fördern, wurde innerhalb der IT ein Bereich „IT Business Partner Management“ etabliert. Die Aufteilung des Business Partner Managements auf die unterschiedlichen Businesspartnerbereiche erhöht die Nähe zum jeweiligen Bereich, was ein proaktives Managen von Services und Anforderungen ermöglicht.

Wie gestalten Sie die Rolle des CIO? Was sind heute die wichtigsten Faktoren für den Erfolg als CIO?

CIO zu sein ist aus meiner Sicht der spannendste Job, den es derzeit gibt, wenn man die Aufgabe unternehmerisch interpretiert. IT und Technologie sind keine Funktionen, es ist das Geschäftsgeschehen an sich. Es gibt kaum eine andere Funktion, in der man ein Unternehmen und sein Geschäft kulturell und fachlich besser kennenlernen kann. Außerdem entwickelt man ein Verständnis darüber, wo und wie Silos innerhalb des Unternehmens wirksam sind.

CIO ist mehr als eine Rolle, es ist eine Mission.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind ein wichtiger Wert des Unternehmens. Wo sind hier die Handlungsfelder der IT?

In meiner beruflichen Karriere habe ich mich immer für Nachhaltigkeit eingesetzt, vor meiner Aufgabe als CIO mit dem Aufbau der größten E-Mobility Flotte des Landes. Das fällt in einem Konzern wie der Österreichischen Post AG, die Nachhaltigkeit als einer der strategischen Eckpfeiler in der Unternehmens-Strategie verankert hat, natürlich leichter. Verantwortungsvolles Handeln innerhalb der IT sehe ich im Umgang mit persönlichen Daten. In den IT-Systemen aller Unternehmen sind persönliche Daten gespeichert, diese zu schützen ist eine formale, rechtliche, aber auch moralische Verpflichtung.

15 Jahre Confare #CIOAWARD – Welche Rolle spielt die Auszeichnung für IT-Community? Was hat der CIOAWARD in dieser Zeit bewegt? Warum ist es wichtig, IT- und Digitalisierungs-Entscheider vor den Vorhang zu holen?

Der #CIOAWARD bietet eine tolle Gelegenheit, sich innerhalb der IT-Community zu zukunftsrelevanten Themen auszutauschen und voneinander zu lernen. Eine Vorreiterrolle für die Digitalisierung von Unternehmen einzunehmen ist eine besondere Herausforderung. Es ist wichtig, dass wir, stellvertretend für unsere Teams, zeigen, was gemeinsam erreicht werden kann, sowohl auf kultureller als auch auf technischer, innovativer, Ebene. Der Confare #CIOAWARD ist eine wichtige Institution, um genau das einem breiten Publikum zeigen zu können.

Was bedeutet der #CIOAWARD für Sie persönlich?

Jede Aufgabe in meiner beruflichen Laufbahn habe ich mit voller Energie und „Herzblut“ wahrgenommen. Ich sehe daher den Confare #CIOAWARD als Möglichkeit zu helfen, den Weg der IT in die „Mitte der Unternehmen“ auf eine besondere und konsequente Weise zu unterstützen. Meine Bewertung von Erfolg ist es, wenn es mir gelungen ist, nachhaltig einen Beitrag geleistet zu haben, der auch ohne mich noch spürbar ist.

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