Confare #CIOAWARD 2021 Preisträger Oliver Gaugg, Pappas, nutzt starke Bilder und Geschichten als Führungsinstrument auf dem Weg in die Zukunft der Mobilität

by Stephanie Ellemunter

In weniger als einem Monat ist es soweit. Österreichs größter und wichtigster IT-Management-Treffpunkt, das Confare CIOSUMMIT Wien geht über die Bühne und Confare kürt gemeinsam mit Bundesministerin Margarete SchramböckEY und der Computerwelt die IT-Manager des Jahres.
Der Confare CIOAWARD 2021 hat eine enorme Bedeutung für die österreichische IT-Community. Dabei geht es nicht nur um die Auszeichnung von Erfolgen, sondern auch darum, inspirierende Role Models und Vorzeigebeispiele zu präsentieren. Daher stellen wir Ihnen im Confare-Blog auch dieses Jahr wieder die spannendsten Kandidaten vor.

Klimawandel, e-Cars, Carsharing, autonomes Fahren,… – die Mobilitätskonzepte von morgen sind von innovativen und neuen Konzepten geprägt. Für einen traditionsreichen Familienbetrieb wie Pappas bringt das eine Menge Herausforderungen. Als CIO hat sich Oliver Gaugg zur Aufgabe gemacht, dazu beizutragen, das Unternehmen für diese veränderte Welt richtig aufzustellen.  Mit einem modernen Führungsstil und einem suggestiven Bild der Organisation, für das er sich Inspiration bei den amerikanischen Flugzeugträgern geholt hat. Das macht Oliver zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die Auszeichnung als #TopCIO 2021 und den Confare #CIOAward.

#CIOSUMMIT 2021

Was bedeuten die Veränderungen im Bereich Mobilität und Umgang mit Autos für ein Unternehmen wie Pappas?

Wir bei Pappas gestalten als Händler und Lösungsanbieter für mobile Bedürfnisse aktuelle Mobilitätstrends im engen Zusammenspiel mit den Herstellern mit. Der Stillstand – ausgelöst durch die Corona-Krise – hat uns allen vor Augen geführt, welche Bedeutung Mobilität für uns als Gesellschaft hat. Mobilität wandelt sich mit dem technischen Fortschritt laufend. Das sieht man sehr schön bei der Elektromobilität. Die Bedürfnisse der Kunden werden immer differenzierter. Auch die Wahrnehmung vom Fahrerlebnis und der Sicherheit ändern sich. Besonders der Klimawandel trägt zu einem Paradigmenwechsel bei. Und in so einer Phase ist es wichtig ein Familienunternehmen wie Pappas durch Mut und Innovationskraft sicher für die Zukunft aufzustellen.

Was steckt hinter dem Forward Presence Konzept und wie lässt es sich für moderne Leadership Konzepte nutzen?

Hinter dem Forward Presence Konzept steckt ein persönliches Abenteuer, das ich vor gut 25 Jahren auf der USS Nimitz, einem Flugzeugträger, erlebt habe. Mit dem Begriff „Forward Presence“ ist ursprünglich der projizierte Führungsanspruch der US Navy, bzw. NATO Truppen, gemeint. Frei übersetzt heißt es so viel wie „Vornepräsenz“ oder „Orientierung nach vorne“.

Allein die Präsenz eines Flugzeugträgers an vorderster Front – mit der damit verbundenen Lufthoheit – hat eine massive Auswirkung auf den Verlauf von Situationen. Somit ist Forward Presence ein entscheidender psychologischer Faktor. Ich habe diesen Begriff als Mindset für die Geschäftswelt, im speziellen für die IT, übernommen.

Gerade in einer Ära von massiven Umbrüchen – nicht nur im Mobilitätssektor – sind die Menschen schnell verunsichert. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, mein Team, mithilfe origineller, nachvollziehbarer Gleichnisse aus dem Kosmos eines Flugzeugträgers zusammenzuschweißen, zu ermächtigen und gemeinsam schnelle innovative IT-Lösungen zu finden.

Oliver Gaugg, Pappas

Diese Analogien haben mir in Schlüsselbereichen meiner Führungsarbeit, in unserem Streben nach Innovation und Digitalisierung wertvolle Dienste erwiesen. Um „Forward Presence“ besser zu kommunizieren, habe ich ein Modell eines Flugzeugträgers gebaut. Darauf sind alle unsere Automarken platziert. Das Modell versinnbildlicht die Stellung einer digitalen Organisation als stabile Plattform in der rauen See der Veränderungen.

Mit diesem einfachen Symbol habe ich meine Mannschaft nicht nur begeistert und ihnen komplexe strategische Zusammenhänge der IT vermittelt, sondern auch Zuversicht für die Zukunft.

Warum hat das „Forward Presence“ Mindset bei uns im Team so einen positiven „Pull-Effekt“?

Es fördert die Zusammenarbeit, eröffnet neue Perspektiven und macht einfach Spaß. Für mich als CIO bedeutet modernes Leadership, komplexe Herausforderungen anschaulich darzustellen und verständlich zu machen. Einfach und mitreißend kommunizieren. Zusammenhänge klar und sinnstiftend greifbar machen. Spaß, Begeisterung und Identifikation im Team auslösen. All das kann man mit Forward Presence ideal verstärken.

Wie wichtig ist Innovation für Ihr Unternehmen? Was kann man als CIO dazu einbringen?

Wer auf dem Weg in mein Büro links und rechts schaut, sieht auf den ersten Blick, welchen hohen Stellenwert Innovation bei Pappas hat: die wichtigsten Innovationsprojekte sind in unserer Strategie verankert und hängen als Poster für alle sichtbar.

Die Visualisierung von Strategien und Vision sind mir enorm wichtig: egal ob diese auf einem Chart, Blatt oder Poster dargestellt werden, muss die Botschaft beim Betrachter – besonders meinem Team – sofort ankommen. Meine Devise: „Keep it simple!“.

Ich bin im Unternehmen fast schon ein bisschen berüchtigt für meine selbst produzierten Video- Clips, gezeichneten Mindmaps und Sketchnotes.

#CIOSUMMIT 2021

Wie passiert die Integration von Business und IT auf strategischer, organisatorischer und menschlicher Ebene?

In meiner Brust schlagen seit meinem Betriebswirtschaftsstudium zwei Herzen: für mich gibt es keine Trennung zwischen Business und IT. Nach meinem Universitätsabschluss hatte ich die Möglichkeit direkt in die IT zu wechseln. Mir war damals schon bewusst, dass strategische Unternehmensführung sehr eng mit der IT zusammenhängt. Ich habe schnell erkannt, dass die IT ein Gestaltungsmotor und Hebel für das Unternehmen sein kann. Da ich sowohl die wirtschaftlichen, als auch die technischen Belange immer im Fokus habe, ist das ein Vorteil.

Für mich ist der Mensch im Mittelpunkt aller IT und geschäftsrelevanten Überlegungen. Gerade beim Thema Digitalisierung sehe ich immer wieder, wie wichtig es ist, den Menschen abzuholen und mitzunehmen. In meinem IT-Verständnis ist es von zentraler Bedeutung, immer die gesamte Wertschöpfungskette im Auge zu behalten.

Was macht eine moderne IT-Organisation aus? Welche Rolle spielen moderne Leadership Konzepte dabei?

Anhand unserer IT bei Pappas lässt sich schön ableiten, was für mich ein moderner Zugang zu Organisationsentwicklung ist: Ich war schon immer ein Freund von flachen Hierarchien.

Um Transformation aktiv zu gestalten, sind neue Denk- und Herangehensweisen entscheidend. Eine moderne IT-Organisation hat einen klar definierten Wertekatalog. Das ist für mich die Basis. Um eine kraftvolle und vernetzte Arbeitslogik in die Köpfe zu bringen, habe ich ein Kreis-Organigramm eingeführt. Dieses spiegelt unseren Modus Operandi perfekt wider.

Der sogenannte „IT-Orbit“ ist ein Modell – eine Abbildung unserer Wirklichkeit. Er macht sichtbar, wie wir arbeiten. Das Schöne am IT-Orbit ist, dass man sieht, wie jeder eingebunden ist. Anders, als in herkömmlichen Organigrammen, wo das Silodenken nahezu vorprogrammiert wird, habe ich einen Weg gefunden, um unsere vernetzte Arbeitslogik grafisch darzustellen.

Jeder im Team hat daher auf der Basis des IT-Orbits seinen persönlichen Orbit. In diesem sind sein Wirkungskreis, seine Fähigkeiten, Aufgaben, Projekte, Verantwortungen, Teambasis und Rollen einfach abgebildet. Der Orbit ist so Stellenbeschreibung, MA-Entwicklungsfelder und Zielvereinbarung in einem.

Alle aus diesem leicht verständlichen „IT-Orbit“ resultierenden Vorteile für die Organisation befeuern unser gemeinsames Forward Presence Mindset. Gerade in Zeiten der Pandemie und im Umbruch der Digitalisierung ist ein frischer Zugang zu Leadership gefragter denn je.

Wie gestalten Sie selbst die CIO Rolle? Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte?

Ein Schwerpunkt für mich ist die Kommunikation: mir als CIO ist es wichtig Impulse zu setzen, diese klar zu kommunizieren. Ich versuche mein Team zu inspirieren und zu motivieren. Es ist meine Aufgabe, für ein Umfeld zu sorgen, in dem alle top performen können. Mein Narrativ vom Flugzeugträger als Plattform für Innovationen, als Symbol für Stabilität und einen hohen Grad an Adaptionsfähigkeit – weil diese laufend weiterentwickelt werden – ist ein praktisches Führungsinstrument geworden. Diese Metapher hat mir bei den Herausforderungen der Innovation und Digitalisierung wertvolle Dienste erwiesen. Weiters sehe ich mich als Wegbereiter von Transformation: Voraussetzung dafür ist eine beständige und dynamische Weiterentwicklung der IT-Organisation für das Unternehmen.

Da wir seit Kurzem in der Automotivebranche unsere IT-Services anbieten und Full-Service Provider sind, besteht mein Fokus darin, mit der IT als Profit Center betriebswirtschaftlich zu agieren. Ein ganz persönliches Anliegen von mir ist die hauseigene Kaderschmiede: aus dem Grund habe ich zur Förderung von jungen Talenten in der IT vor zwei Jahren eine IT-Lehre ins Leben gerufen.

Wo es möglich ist, unterstütze ich meine Mitarbeiter bei Ihrer persönlichen Fortbildung u.a. auch an Fachhochschulen. Damit sorge ich dafür, dass die Leute gerne im Unternehmen bleiben. Indirekt schaffe ich dadurch rechtzeitig intern Nachfolge- und Aufstiegsmöglichkeiten und löse das Generationenthema.

Was bedeutet der Confare CIOAWARD für Sie persönlich?

Der CIOAWARD regt zur Reflexion an. Er ist eine besondere Inspiration. Für mich unterstreicht der Confare CIOAWARD die Wertschätzung von Spitzenleistungen. Dieser Preis ist die höchste Auszeichnung in der IT-Branche. Er prämiert die aktuell besten Strategien, Projekte und Führungskräfte in Österreich. Die Confare Community ist eine wunderbare Plattform um neue Themen zu diskutieren, sich im Netzwerk auszutauschen und gemeinsam zu wachsen. Der CIOAWARD und die damit verbundene Anerkennung tragen dazu bei, den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken.

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